Rallyesprint-Rosenheim 12. November 2011

...oder die Rettung des Tellers!

Nachdem meine Wenigkeit bei der diesjährigen Ausgabe der Kathrein Rallye erst seiner Fahrertür und wenig später dem gesamtem Auto mit Hilfe eines gestanden Baumes ein grundlegendes Neudesign verordnete (hauptsächlich Falten im Rahmen- und Dachbereich, außerdem, finde ich, sieht man das Federbein viel besser, wenn es neben dem Auto liegt), musste zur Rettung des Tellers und meines Selbstvertauens für die verbleibenden Veranstaltungen auf Leihautos zurückgegriffen werden. Beim brutalen Schottersprint des MSC 12 konnte ich auf dem Corsa meines Clubkameraden starten, wofür ich sehr dankbar bin. Schwierigkeiten elektronischer Art (neuere Autos sind einfach nicht zum Rallyefahren, oder in bestimmten Fällen überhaupt nicht zum Fahren gedacht. Solange die Klimaanlage, das Radio, die Sitzheizung, der Massagesessel funktioniert und man beim Autofahren nicht mehr Nachdenken muss ist der Käufer eines Neufahrzeuges heute offenbar mehr als zufrieden!) ließen mich allerdings nicht wirklich zum fahren kommen. Deshalb und weil ich ungern Freundschaften mit designtechnischen Grundsatzdisskusionen belaste, lieh ich mir für den "Nacht"-Rallyesprint der RG Rosenheim beim Autohaus Wutzer einen Gruppe G E-Kadett. Um es vorweg zu nehmen: Das Auto war vom Schweiger Sigi nicht nur perfekt vorbereitet, auch hat er mir das Auto von der Sitzeinstellung bis zur Reifenauswahl quasi auf den Leib geschneidert. Ginge es hier um eine Kochshow würde ich 5 von 5 möglichen Kochlöffeln vergeben. In Pang ging es also für mich darum, endlich wieder Vertrauen in meine fahrerischen Qualitäten zu finden und ganz nebenbei noch meinen Platz unter den ersten Drei der Südbayerischen ADAC Rallyesprint Meisterschaft zu halten, was gleichbedeutend mit einem Preis in Form eines ADAC-Tellers, verbunden mit einer Einladung zur Sportgala ist. Die Teller sind im Übrigen auch der Grund dafür, dass nun unter den Aktiven das Gerücht umgeht, man müsste zur Sportgala im Bayerischen Hof sein eigenes Tischservice mitbringen. Der Sprint an sich unterschied sich grundlegend von den Versionen der letzten Jahre. So wurde zum ersten Mal der Rundkurs entgegen der bekannten Fahrtrichtung gefahren, was der gesamten Strecke eine ganz neue Charakteristik verlieh, und es gab nur zwei Durchgänge à drei Runden, welche auf Grund von Genehmigungsproblemen im Hellen zu absolvieren waren. Da man sich allerdings nicht sicher sein konnte wirklich im Hellen und somit im Trockenen durchzukommen, galt es für mich zwei Entscheidungen zu treffen. Erstens: mit oder ohne "Christbaum" starten? Da meine Teammanagerin und Mutter mit Tee und Lebkuchen bereits vorweihnachtliche Stimmung verbreitete, entschied ich mich dafür.  Leider wurde es nicht dunkler als um Mitternacht im Sommer am Polarkreis! Zweitens: Avon Turbospeed Regenreifen oder Kumho Semislicks? Hier entschied ich mich für die Kumhos im Gegensatz zu meinem härtesten Rivalen in der G19, dem Klaus Limmer, welcher mit abgefahrenen Avons startete. Mein Klassensieg mit 10 Sekunden Vorsprung auf den Klaus zeigte, dass ich zumindest an diesem Spieltisch Glück hatte! Den ersten Lauf ging ich noch sehr verhalten an, fühlte mich aber schnell wieder sehr sicher im Rallyeauto, so dass ich im zweiten Durchgang deutlich mehr auf Angriff fuhr und mich prompt um 6 Sekunden verbesserte. Mit diesem Ergebnis konnte ich nur noch abwarten ob es in der Gesamtwertung der Rallyesprintmeisterschaft zum Teller gereicht hatte. Entsprechend nervös erwartete ich die Siegerehrung. Als ich schließlich als Dritter meinen Rang auf dem Podest einnehmen durfte und den besagten Teller erhielt, war ich mehr als glücklich. Der Abschluss der Saison wurde mit viel guter Laune, (wobei sich besonders die Mitglieder des MSC Emmersdorf, welche die OC-Teammeisterschaft gewonnen hatten, hervortaten) Gyros und dem bayerischen Grundnahrungsmittel gefeiert. Zur Veranstaltung bleibt abschließend noch zu sagen, dass die RGR wieder einmal einen gelungenen Sprint auf die Beine gestellt hat, auch wenn einige Teilnehmer den Winter über zu tun haben werden, um ihre aerodynamischen Karosserieanpassungen wieder rückgängig zu machen, und es zu hoffen bleibt, dass es, entgegen der Gerüchte, nicht der letzte Sprint in Pang war. Außerdem freute ich mich sehr, dass zur Unterstützung aus den MAGRA-Reihen die Bettina, der Martin, der Mane und der Michi kamen, wobei letzterer gleichzeitig Cheerleader, Fotograf und Streckenposten war. Da soll nochmal eine(r) sagen, Männer wären nicht multitaskingfähig.

Matthias Stock

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