Niederbayern Rallye 2012

Im Prinzip könnte man einfach den Bericht von 2011 nehmen, denn es hat sich in der heurigen Ausgabe nicht besonders viel verändert. Stimmt natürlich nicht ganz.
Als Lauf zur Deutschen Rallye Meisterschaft bot der Rallyeleiter Hans Bauer gut 120 Km Wertungsprüfungen an, mit 99 Prozent Asphaltanteil. Das Ganze fand im wirklich schönen Hinterland von Deggendorf/Hengersberg statt, mit Start- und Zielort Außernzell und ging teilweise bis auf 800 Höhenmeter. Es war nach einem knappen Jahr wieder unser erster Einsatz mit dem KRT-Astra. Im Winter zerlegte Sigi die Federbeine um die Möglichkeit zu haben Duplikate anfertigen zu lassen. Diese Umbauarbeiten zogen sich aber etwas in die Länge, dazu kamen berufliche Aufgaben und so wurde es halt wieder mal September. Als Beifahrer konnte ich Pirmin Winklhofer gewinnen. Als Sohn von Fred Winklhofer gerade mal 17 Jahre alt und jünger als unser Opel Astra. Die Starterzahl der Veranstaltung war auf 100 begrenzt.
In unserem Dunstkreis und Serviceplatz waren noch 5 weitere Teams mit von der Partie.  Hans Kögl/Sissi Peter im B-Ascona, Krückl/Weber im Gruppe G Opel Astra, Wolfgang Irlacher/Jaana Vennemann auf einem N-Honda Civic, Marco Luger/Elke Irlacher auf einem N-Ford Fiesta, sowie Hans Pellkofer/Sandra Hauner auf dem ehemaligen, orangen Irlacher Opel Astra. Unsere Servicemannschaft bestand aus Sigi Schwaiger, Youngster Andreas Schwaiger, Tom Eder, Andy Eder Heckanstriebsmechaniker Helmut Huber und Martin Jakob. Die Traunsteiner/Rosenheimer Truppe hatte sich auch ein paar eigene Serviceleute mitgebracht mit Scuderia Magra Beteiligung unter Michi Köchl, Manfred Ring und einem weiteren MB-Mechaniker. Der zentrale Serviceplatz war nicht wie die letzten Jahre auf dem Sportplatz in Schöllnach sondern auf der Mülldeponie Außernzell.

 

Diese ist uns noch von der Ostbayern-Rallye 2003 bekannt. Die angekündigten Asphaltierungen auf dem Gelände sind wohl einem Griechenland-Fond zum Opfer gefallen. Egal, was wir vorfanden war für unsere 6 Teams zumindest ok.
Der Fahrerverbindungsmann war Manfred Hiemer, der uns bereits am Freitag früh bei der Papierabnahme begrüßte. Der Freitag ist schnell erzählt. Die 6 verschiedenen Prüfungen konnten je 2 mal abgefahren werden und von 14 Uhr bis 18 Uhr war die Technische Abnahme anberaumt. Bei Dauerregen kam es hier zu „leichten“ Verzögerungen, da viele Teilnehmer ihren Laufzettel nicht oder falsch ausgefüllt hatten. Klatschnass verzogen wir uns in unser Domizil vom letzten Jahr - einen Bauernhof bei Riggerding. Nach Duschen und Tafeln im Gasthof Stetter konnten wir noch den ersten Karton mit 24 Fläschchen des Wimitzer Bräus angreifen und der Veranstaltung beruhigt entgegen sehen. Noch ein Wort zu den Prüfungen: wie letztes Jahr waren es sehr schnelle und anspruchsvolle Strecken. Mancher Porsche-Fahrer musste sich beklagen, dass sein Porsche bei diesen Strecken schon bei 240 km/h ausgedreht sei. Naja dieses Problem hatten wir schon etwas früher - etwa bei 180.
Um es kurz zu sagen - auf der Niederbayern geht’s schon richtig zur Sache. Da wird aus so manchem Rallyesprint-Büblein im Wald dann schon mal ein echter Mann.

 

Samstag Morgen: wir starteten mit der 41 im Feld der Gruppe H bis 2000 ccm mitten unter den üblichen Verdächtigen dieser Klasse, Arwed Hafner im BMW, Stiller im Peugeot, Schilcher im Kadett, Schaffhauser im Golf Kitcar und den vielen VW Golfs aus dem Bayerischen Wald sowie ein paar Österreichern. Die Prüfungen waren von 2,5 km bis 8 km und eine richtig lange Sprintprüfung mit 28 km, von der aber noch 1,5 km abgezogen werden sollten. Alle WPs wurden je zweimal gefahren, und nach jeweils 3 Prüfungen ging es zurück zum Serviceplatz nach Außernzell. Nach dem Frühstück gegen 7 Uhr zog der Tross zum Servicepark, in dem auch die Startrampe und der Parc ferme untergebracht waren. Nach den gefühlten 100 Liter Regen pro Quadratmeter am Freitag mußten die Strecken noch feucht sein. Wir fuhren auf der ersten Schleife einen weichen Intermed und konnten uns völlig unerwartet an die Spitze der Klasse setzen. Je trockener es wurde desto schneller wurde Robert Schilcher mit seinem Kadett und setzte sich vor uns. Hans Kögl fuhr ähnliche Zeiten wie Bannert/Weiss im Wetzelsberger BMW. Er musste allerdings auf der ersten Schleife auf nicht ganz so optimale Regenreifen zurückgreifen, mangels weicher Intermed. Ab Wertungsprüfung 4 fuhren die meisten im Feld Slicks. Wir entschlossen uns zu einem weichen Pirelli, den wir bis zum Abend ins Ziel fuhren.
Im Gesamtklassement rauften sich 5 GT3 Porsche mit ein paar WRCs. Dahinter tummelten sich diverse BMW M 3 aus der H 15 und ein paar Mitsubishis. 
Auf der siebten Prüfung in Maign waren 11 Leute vom MSF Freising als Streckenposten eingeteilt. Unter anderem die Schachtners - übrigens die einzigen, die ich wild gestikuliernd am Streckenrand erkannte - Martin Röwekamp, Andy Glöckner, Marcel Dilg, Jürgen Matscheko, Tom Memminger, Stefan Hübner, Horst Lang, Martin Summerer (Summsi) und unsere vormittägliche Küchenfee Manu Schwaiger.

Auf der WP 8, der auf 26,5 km gekürzten Sprintprüfung, hatte das BMW-M-3-Team Geist/Glatzel einen schweren Unfall. Hubschrauber und diverse Krankenwagen verhießen nichts Gutes. Abbruch der Wertungsprüfung nach der Startnummer 10. Aber bis auf Prellungen - glaube ich - ist soweit bei den Beiden alles in Ordnung.
Mit einer Umfahrung ging es weiter zur Wertungsprüfung 9. Anton Werner mit unserem Freisinger Ralf Edelmann waren mittlerweile auf dem vierten Gesamtplatz mit ihrem Porsche. Die nächste Prüfung war der Rundkurs bei Steinach unweit unseres Quartiers mit 9,1 km Streckenlänge. Eine relativ klare Strecke, die wie keine andere auf dieser Rallye viele PS brauchte. Neben der WP 1 und 4 war hier auch der Starter ein guter Bekannter nämlich Markus Peter, der ebenfalls bei uns im Bauernhof nächtigte.

 

An der Spitze jedoch unangefochten das Ehepaar Zeltner, die das Feld nach Belieben hinter sich ließen. Dahinter Olaf Dobberkau und Timo Bernhard ebenfalls auf Porsche.
WP 10 - noch einmal Maign - vorbei an unseren Freisinger Streckenposten und dann endlich die lang ersehnte lange Sprintprüfung Solla mit einem geringen Schotteranteil.
Primin Winklhofer zeigte sich erneut als fehlerloser, hervorragender Beifahrer und brachte uns nach 14,46 Minuten ins Ziel. An der DK standen 3 Autos - da wussten wir, so schlecht konnte das jetzt nicht gewesen sein. Dann noch einmal der Rundkurs bei Steinach. Hier kam es noch einmal für uns zu einer Verzögerung, da Stefan Bretzner einen Unfall kurz vor Start- und Ziel hatte. Aber auch das verlief glimpflich.

 

 

Markus Peter startete uns in die letzte Prüfung und wir muteten dem Astra nicht mehr alles zu. Nach dem Ziel - Rückfahrt zu unseren Leuten nach Außernzell. Wir warteten noch unsere Mitstreiter ab und nachdem alle 6 Fahrzeuge „von uns“ im Ziel waren, konnten wir uns auf das Duschen und Abendessen konzentrieren. Gegen 22 Uhr 30 kamen wir zur Siegerehrung. Wir bekamen gerade noch den Gesamtsieger mit, das Ehepaar Zeltner. Das Ehepaar Dobberkau als Zweite, Timo Bernhard/Michael Wenzel als Dritte und den ersten Freisingern Anton Werner/Ralph Edelmann alle auf Porsche 911 GT 3 (allerdings mit unterschiedlichen Leistungständen) auf einem hervorragenden vierten Gesamtplatz. Schnellster Gruppe N war Urs Hunziker aus der Schweiz auf einem Subaru Impezza. Die 3 kleinen Freisinger Teams konnten jeweils ein Klassensieg herausfahren in der H 14, der CTC 26-29 und der Klasse G 20. Das ganze natürlich mit echten Wutzer-Opels aus verschiedenen Jahrzehnten.
Die Traunsteiner Truppe Wolfgang Irlacher/Jaana Vennemann, Marco Luger/Elke Irlacher und Hans Pellkofer/Sandra Hauner belegten in der starken Klasse N/F bis 2000 ccm den 4., 8. und 13. Platz und machten ebenfall zufriedene Gesichter. Gerhard Weiss, der mit Helmut Bannert auf BMW 2002 ebenfalls das Ziel sah, kam in der Klasse K 30 (ohne Katalysator glaube ich) auf einen schönen 3. Platz.
Nach der Siegerehrung ging es für viele in den Disco-Stadl. Für mich endete das relativ früh mit der Heimbringung einiger Teamteile zur Unterkunft, es soll aber noch Leute gegeben haben die erst gegen 4 Uhr 30 wieder zum Bauernhof kamen.
Den Köchl Michi habe ich ebenfalls im Getümmel des Stadels irgendwann aus den Augen verloren. Als Resumé kann man sagen: wir waren mehr als zufrieden mit unserem Ergebnis, und hatten wirklich ein schönes, aufregendes Wochenende. Mein besonderer Dank gilt Sigi und Tom, die mir Dank Hans Kögl einen perfekten Astra hingestellt haben. Mit Primin Winklhofer hatte ich ebenfalls einen Profi an meiner Seite, der keinerlei Fehler machte. Aufgrund der Nähe zu unseren Wohnorten muss man eigentlich die Niederbayern Rallye fahren, wenn man ein Freund von schnellem Asphalt ist. Übrigens der Müller Horstl ist auf einem grünen Porsche 911 als Vorwagen unterwegs gewesen, ebenso wie Walter Röhrl auf einem restaurierten Porsche 911 aus dem Jahre 1981 mit Heigo Kriegsbemalung.

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