17. ADAC-Rallye Oberland am 3.11.2012

So kurz vor Ende der Saison war es an der Zeit meine 7-jährige Rallyeabstinenz zu beenden. Manch einer hatte wohl insgeheim vermutet, dass das mit dem Rallyefahren bei mir nichts mehr wird, aber jetzt war es doch soweit, wenn auch mit dem kleinen Motor, aber mit neuem Getriebe und manch Anderem, an das wir uns erst wieder gewöhnen mussten. Irgendwie war das ganze Auto neu, denn wir sind ja sieben Jahre nicht mehr drin gesessen.


Als Beifahrer musste mein Servicemann Florian Walden her halten. In einem Crashkurs am Biertisch wurde er vom Servicemann zum Rallye-Beifahrer „umoperiert“ und dennoch war es natürlich ein Sprung ins kalte Wasser.
Unser Ziel war zu sehen, ob das Auto nach sieben Jahren noch geht, ob alle Neuerungen funktionieren - aber auch - ob ich trotz meines gestiegenen Alters noch fahren kann. Wir wollten ins Ziel kommen, nix kaputt machen, viel lernen, uns langsam steigern, nicht Letzter werden und vor allem Spaß haben! Um‘s vorweg zu nehmen, unsere Ziele haben wir erreicht.

Die Veranstalter hatten drei WP`s für uns vorbereitet, die zweimal zu durchfahren waren. Alle war ich in früheren Zeiten mal gefahren und konnte mich mehr oder weniger rudimentär auch noch daran erinnern.  
Das Wetter war dann für den von mir gewählten Reifen zu gut. Der Föhn leistete ganze Arbeit, es hatte 20 Grad Lufttemperatur und außer im Wald war Alles trocken. Vorher hatte ich mich schon für einen gutmütigen Intermediate entschieden. In den feuchten, schmierigen Abzweigen war er super, auf dem Trockenen schmierte er vor allem beim Anbremsen etwas. Ich hatte damit gerechnet, dass viel Dreck heraus gefahren wird, noch dazu wo wir eine hohe Startnummer hatten. Dreck lag aber nicht so viel herum, weil der Veranstalter in viele Kurven innen etwas hineingelegt hatte und Cutten damit unmöglich war (zumindest mehrmaliges). Zusammenfassend muss man sagen, ein Trockenreifen wäre schneller gewesen, aber der Intermed hat mehr Sicherheit vermittelt.

Dann ging es los mit WP1, dem Rundkurs in Altenstadt. Zwei Runden plus Ausfahrt waren vorgegeben. Da haben wir dann unser selbst gestecktes Ziel, möglichst viele Kilometer zu fahren, sehr gründlich umgesetzt und sind gleich einmal eine Runde zu viel gefahren. Das hatte dann zur Folge, dass wir an der nächsten ZK unsere vorgesehene Stempelzeit nicht mehr gepackt haben. So waren wir gleich am Anfang schon mal dreieinhalb Minuten hinten und ein gutes Ergebnis war somit unmöglich. Der Bürgermeister von Altenstadt hat dann unsere Aktion bei seiner Rede anlässlich der Siegerehrung aufgegriffen und so interpretiert, dass Altenstadt so schön sei, dass man da gar nicht mehr weg will. Wenn ich dürfte, würde ich ihn jetzt nicht mehr wählen.
Nach WP1 lief dann alles planmäßig, abgesehen von einer zwischenzeitlichen Unsicherheit, ob der Sprit wohl reichen würde. Wo der hin ist und warum wir nicht stehen geblieben sind ist mir noch nicht klar.
Am Ende von WP3 hat sich dann noch der 5. Gang verabschiedet, also genau genommen war er schon noch da, aber er wollte nicht mehr drin bleiben. Und da ich ihn nicht festhalten wollte, habe ich ihn bis ins Ziel ignoriert und gleich von 4 auf 6 geschaltet.
So kamen wir noch vor Sonnenuntergang ins Ziel und waren trotz der dreieinhalb Minuten nicht unglücklich. Die Zeiten waren im zweiten Durchgang deutlich schneller (trotz einem Gang weniger), das Auto hat keinen Kratzer abbekommen, es hat Spaß gemacht und Blödsinn haben wir auch keinen zusammengefahren (außer der einen Runde). An den WP`s von uns abgestellte Zuschauer haben glaubwürdig versichert, dass wir uns nicht blamiert haben.

Einen Schreckmoment hatten wir dann bei der Siegerehrung noch zu verkraften. Der Veranstalter hatte sich dazu entschlossen, obwohl wir der einzige Starter in der Klasse waren, diese nicht zusammen zu legen. So konnten wir es trotz unserer Zusatzzeit nicht verhindern unsere Klasse zu gewinnen und mussten einen Pokal in Empfang nehmen.
Nach dieser anstrengenden Saison, geht es nun in die Winterpause. Noch mehr freue ich mich aber auf die nächste Saison, in der ich mehr als eine Rallye fahren will. Man muss sich ja steigern und Ziele haben.

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