Rallye Baden Württemberg 2012

Nachdem wir auf der Niederbayern schadlos ins Ziel kamen, wollten wir in nicht allzu weiter Ferne noch mal eine größere Rallye fahren. Wir, das sind immer Sigi, Tom, der Rest vom Auto Wutzer Team und ich. Als nächstes Ziel bot sich die Rallye Baden Württemberg mit Austragungsort Heidenheim in der Schwäbischen Alb an. Da ich den Organisationsleiter Helmut Endress aus vergangenen Rallyetagen noch gut kenne, scheute ich mich nicht ihn anzurufen und nach der Charakteristik der Prüfungen zu fragen. Die Auskunft ließ hoffen und so nannten wir mal vorsorglich. Auf der Suche nach einem Beifahrer wurde ich bei Pfluftl fündig. Wir sind ja tatsächlich die letzten 17 Jahre nicht zusammen gefahren, da wurde es Zeit für ein Comeback im gelben Astra.

Am Freitag, den 5. Oktober, sollten wir um 9 Uhr in Heidenheim sein. Klar war, dass wir das nicht schaffen würden. Wegen einer Autobahn-Totalsperre konnten wir die Unterlagen erst gegen 10 Uhr 30 entgegennehmen. Nach dieser Anstrengung mussten wir erst mal in einer Fastfood Bäckerei Kette frühstücken. Pfluftl versuchte bereits zu diesen frühen Morgenstunden einen seiner vielen Mercedes zu veräußern. Sechs Prüfungen durften in einem genauen Zeitplan zweimal abgefahren werden. Die Wertungsprüfungen waren zwischen 8 und 15 km lang. Die Strecken erinnerten stark an die aktuelle Rallye Niederbayern mit Rallye Franken Abschnitten aus den 90er Jahren. Vom Flurbereinigungsweg mit seinen rechtwinkligen Abzweigen bis zu schnellen Landstraßen über hügeliges Gelände war alles dabei. Den schlechten Ruf der Veranstaltung konnten wir aber trotzdem nicht ganz nachvollziehen.



Typischer Streckenabschnitt in der Schwäbischen Alb bei Gerstetten und Altheim.

 

 

Gegen 14 Uhr hatten wir die Trainierer bereits eingeholt und uns im Feld eingereiht. Kleiner Schwachpunkt: man konnte die WPs nur zu bestimmten Uhrzeiten besichtigen. Das Teilnehmerfeld bewegte sich also wie an der Perlenschnur aufgereiht von Prüfung zu Prüfung. Unser Service war ebenfalls am Nachmittag eingetroffen und bereitete alles für die Technische Abnahme vor.

Das Gelände der Technischen Abnahme war ebenfalls top, keinerlei Wartezeit, also super organisiert. Nach den Startzeiten für den darauffolgenden Tag ließen wir unser Auto im Servicepark stehen und bezogen unsere Pension. „Delphi“ ließ ein griechisches Abendessen vermuten. So war es dann auch, unsere Zimmer waren über dem Restaurant im 1. Stock. Gegen 21 Uhr traf auch unser letzter Servicemann Tom ein, der noch bis in den Abend hinein arbeiten musste. Der Abend endete beim Griechen mit letzten wichtigen Rallye- und Benzingesprächen gegen 23 Uhr.

Start war ja für das erste Auto schon um 7 Uhr. Mit Startnummer 20 hieß es also aufstehen. Natürlich ohne Frühstück, weil der gemeine Grieche nicht vor 10 Uhr aufsteht. Das Wetter sollte anfangs trocken, bewölkt und gegen Nachmittag regnerisch werden. Die Strecken waren von den regnerischen Vortagen noch feucht.

Wir fuhren aber trotzdem einen weichen 9er Slick, der ja für 3 Prüfungen halten musste. Denn Service war, wie allgemein üblich, nur alle 3 Wertungsprüfungen. Wir spulten das erste Quartal der 12 Prüfungen eigentlich fehlerfrei ab. Pfuftl und ich waren uns gleich wieder eins, seine Schlampigkeit und meine Wurstigkeit harmonierten auf den ersten Kilometern hervorragend. Im Service angekommen, hatten wir 30 Minuten Zeit. Pfluftl holte sich die Zeitenzwischenstände und frage mich „wo ich den gerne sei“. Ich sagte „ich will‘s nicht wissen, aber meine Startnummer möchte ich schon haben“. “Die hast Du“ sagte er. Das hieß für mich, wir haben eine Platzierung um den 20. Platz. 20. von 47 Teilnehmern enttäusche mich etwas, nicht wissend, dass wir auf dem 8. Platz Gesamt waren. Auf den nächsten Prüfungen reizten wir die Bremspunkte noch weiter aus und insgesamt drei satte Verbremser, nach elend langen Geraden, die uns sicher 40 Sekunden kosteten waren die Folge. Diese Zeitverluste muss ich mir selbst ankreiden. Der Rest ist schnell erzählt.

Netter Rundkurs in einem Militärgelände  bei Amstetten, die man sogar mit einem organisierten Schienenbus der Eisenbahnfreunde Ulm erreichen konnte.

 

 

Wir versuchten den Rest des Tages keinen Fehler mehr zu machen und bestückten auf den letzten Prüfungen die Vorderachse noch mal mit neuen weichen Reifen. Gegen 18 Uhr 30 waren wir wieder im Ziel von Heidenheim. Gassner/Thannhäuser fielen mit Motorschaden aus. Gesamtsieger wurden die Dänen Boisen/Petersen auf einem BMW-M3 vor Noller/Kopczyk auf einem Mitsubishi EVO IX. Dritte wurde das Damenteam Zupanc/Kazin ebenfalls auf einem Mitsubishi EVO IX. In unserer Division 3 siegten Müller/Grünhagen auf einem Italo M3, die aber gute zwei Minuten vor uns lagen. Auch ohne Fehler hätten wir die nicht erwischt. So wurden wir 2 Sekunden hinter einem weiterem BMW 3. in der Klasse und im Gesamt blieben wir auf dem 16. Platz hängen. Das Freisinger Team mit Anton Werner und Ralf Edelmann mussten ihren Audi leider wegen eines gebrochenen Auspuffkrümmers und den möglichen Folgeschäden nach der letzten Prüfung abstellen. Nach kurzer Siegerehrung in der Fußgängerzone von Heidenheim stellten wir unser Auto im Parc fermé ab und packten unseren Serviceplatz zusammen.

Nach WP 8 waren sie noch 6. im Gesamtklassment. Doch ein technischer Defekt nach der letzten Wertungsprüfung ließ keine Zielankunft zu. Anton Werner und Ralf Edelmann auf dem Ur-Quattro.



Unser Abend endete wieder beim Griechen. Wir waren im Prinzip mit uns zufrieden.

Die Veranstaltung ist wirklich zu empfehlen. Sie befindet sich in einem superschönen Landstrich um Heidenheim und der Schwäbischen Alb. Die Veranstalter gaben sich viel Mühe einen guten und schönen Rallye Masters Lauf auf die Beine zu stellen. Die Örtlichkeit mit Heidenheim ist ebenfalls ideal, vom Top-Hotel bis zur „griechischen Pension“ ist alles vorhanden. Unverständlich, dass aus dem bayerischen Raum so wenig Starter nach Heidenheim fanden. Der gleiche Termin mit der Rallye Rosenheim war da sicher auch ein Grund dafür und natürlich die Opel Mokka-Vorstellung sonst wäre ja Hans Kögl mit Christine Peter auch mit von der Partie gewesen.

 

 

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