Rallye Köln-Ahrweiler 2012

Liebe Redaktion, das ist mir noch zur Köln-Ahrweiler eingefallen:

Gruß, Horst

 

Müller/Hiemer - Rallye Köln-Ahrweiler 1986, ganz früher hieß das Stock/Hiemer und 2012 heißt es Müller/Stock. Mann, das waren noch Zeiten. Die Rallye gibt es immer noch und weil 2012 ein so ereignisreiches Jahr war (meine Hochzeit...!), dacht‘ ich mir - da legst jetzt noch einen drauf! Der Ausschreibung nach zu urteilen, hat sich an der Durchführung der Rallye (Kein Training!!) nix geändert. Naja, Papier ist geduldig.

 

Die Frage nach einem vernünftigen Co-Piloten war schnell geklärt: eine kurze Mail an Vater Stock, ob denn der Sohn Stock bei einem "Routinier" (das steht u. a. für "alter Sack") auch seine Dienste auf der rechten Seite tun könnte, wurde kurz drauf mit einem positiven Bescheid beantwortet.

 

Da steht man ja schon so „a Wenig“ unter Druck. Zum Einen gibt Junior-Stock selbst schon tapfer Gas, zum Anderen hat der Junior einen Senior, der das schnelle Autofahren -siehe Tuscan-Rewind - durchaus noch nicht verlernt hat. Und vom Safari-Porsche in eine Alfa-Jule umzusteigen, da muss man schon sehr neugierig sein. Wir haben das Ganze dann schon während der Anfahrt in eine Art "Bildungsurlaub" abgeändert. Moralisch.

 

Ach ja, nachdem der Wetterbericht für die Eifelregion schwere Regefälle prognostiziert hat, bin ich in München nochmal kurz los zu ATU und habe für amtliche 212 Euro 1 Satz Uniroyal Rain Expert besorgt.

 

Zurück nach Ahrweiler – Dokumenten- und technische Abnahme, wie immer im beschaulichen Mayschoß. Übrigens, vom Hänger-Parkplatz bis zur technischen Abnahme fährt man an drei Tanzcafés vorbei, in welchen am Freitagnachmittag bereits Ü70-Tanz mit Alleinunterhalter Udo zelebriert wird. Ich werde im gleichen Moment ein wenig melancholisch-depressiv (ist das gerade "Zukunftsmusik“?) und erwische meinen Copiloten, Sohn Stock, dem ein unterdrücktes Grinsen im Gesicht erstarrt. Ich hab´s aber gesehen!

 

Praktischerweise hat sich der Matthias im Vorfeld bereits nach Gebetbüchern/Koran der Leute erkundigt, die schon viele Jahre da fahren. Es erschließt sich mir aber immer noch nicht, wie denn da der Schrieb entstehen soll - während der WP mit notieren? Nun ja, vielleicht hat´s ja was mit der Woche Urlaub zu tun, die einige Teams ausgerechnet in der Woche vor der Rallye dort verbringen. Und abends dann schön tanzen, bei Udo, hehe...mit Tischtelefon...

 

Müller, naiv wie immer, ohne Service, in der Annahme, dass mittlerweile auch hier ein zentraler Serviceplatz ist, der z. Bsp. alle drei Prüfungen angefahren wird. Ja von wegen, Rallyefahren wie "früher" (...Tanzcafé...), mit Minimum 2, normal 4 Serviceleuten. Und vor und nach jeder Prüfung wird gewechselt. Von weich auf hart, mit mehr Rillen, oder auch weniger...so halt.

 

Kurz vor der Rallye bekamen wir noch einen Anruf der TK´s, dass wir nicht in der Gruppe 1 starten dürfen, sondern in Gruppe 2 fahren müssen. Das sind die "Flieger". Weil wir keine Innenausstattung haben. Mir doch Wurscht!

 

Am Nachmittag, es war noch reichlich Zeit, hab´ ich dann mal, nur so aus Bock, einen Teilnehmer gefragt, wo die erste WP eigentlich ist. Antwort: hier gleich um die Ecke und dann links hoch - stehste am Start. Also, Radl raus und einmal drüber fahren. Das bedarf einer Erklärung: "Hier gleich um die Ecke" bedeutet unter Autofahrern, nach zwei  Ortschaften die 9,8 km auseinanderliegen, links mit 15% Steigung nochmal 1,5 km einen Berg rauf und dann noch 6km WP. Ich bin das mit meinem Radl dann aus lauter Wut gleich zweimal gefahren. Gleich um die Ecke!

 

Also dann, es war schon richtig "Stock-finster", zum Start WP 1. Ich hab das ja recht gut gekannt (Radltour), Trockenreifen drauf und sich kurz hinter den Herren Kahle (Skoda 130RS) und Wachtmeister Schelle (Opel Kadett) eingereiht. Et lööpt, et lööpt...(das ist Kölsch und heißt: es läuft, es läuft)

 

Da wir keine Lust hatten, auf die Schnelle noch irgendwas Servicemäßiges zu organisieren, wurde einvernehmlich beschlossen, der Einfachheit halber für die ganze Rallye die neuen Uniroyal-Rain-Expert auf die Jule zu schnallen - das muss reichen. Und noch einfacher wurde es gar, dass der Kögl-Service uns freundlicherweise, falls es ganz trocken bleiben sollte, unsere Semi-Slicks mitgeschleppt hat. So fürs gute Gefühl.

 

Eins muss man ja schon sagen, mit so einem Auto bist du von Haus aus schon mal der Sieger der Herzen. Und die Jule hat sich tapfer geschlagen, bis auf einen Scheibenwischer, der nachmittags bei einsetzendem Starkregen, seinen Dienst quittierte. Das aber immer nur, wenn der 3.te Gang ausgedreht war. Und dann am Ziel der WP - wie wenn nix gewesen wär - wieder angelaufen ist. Ich denk, der war einfach nur feige.

 

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass dieser Uniroyal-Rain-Expert der einzige Reifen war, der im Regen quietscht? Ich hatte mir erst gedacht, das bilde ich mir nur ein, aber ein Zuschauer hat mir das bestätigt. Intern wurde der Gummi dann nur noch Uniroyal "Monsun" betitelt, weil der auch bei 160 km/h nicht aufschwimmt. Den Reifen haben wir jetzt und hier aber genug gewürdigt.

 

Es wird Zeit, meinen Co-Piloten zu loben. Nachmittags, bei Starkregen, aussetzendem Scheibenwischer und einsetzendem Nebel, sowie einem fremden Schrieb (Koran) hat Stock-Junior (das gefällt mir einfach besser, als Matthias) nie die Orientierung verloren. Und - ich geb´s zu - ich hatte einmal kurz im 4.ten Gang bei Vollgas, sowie ohne Scheibenwischer überlegt, ob ich den 5.ten Gang auch noch einlege. Da hat der Stock-Junior nicht mal gezuckt. Ich aber...  So ganz Rille-Ralle, wie vor 30 Jahren, ist man halt doch nimmer. Halt, jetzt, wo ich so vor mich hinschreibe... kurz vor dem Ziel der letzten Prüfung, im Nebel, kam eine "Links drei" ein wenig arg plötzlich daher, da hat der Stock-Junior mal kurz durch die Zähne gezischt. Worauf ich fürchterlich lachen musste... und er dann auch, weil die allerletzte "Rechts drei", da hammas dann richtig für die Zuschauer zelebriert, über alle Vier quer durch die Lichtschranke.

 

Nach der Rallye, in der Hotelbar.

Altersmäßig hat der Stock-Junior den Schnitt der Runde schon nach unten gedrückt, was kurz drauf zum Thema wurde. Reinhard Veit hat das dann so erklärt, wie sich das für Ü-50-Leute anfühlt:

 

Matthias, stell Dir vor, bist mit 10 gleichaltrigen Spezl‘n auf Tour und Du hast aber einen 3-jährigen, mit dabei! So fühlt sich das für uns an.

 

Und die Frau vom Hotelchef, eine Asiatin wurde ob ihrer einwandfreien deutschen Sprachkenntnisse und ihrer Aussprache gerade Bayern-Tisch-intern gelobt, als sie am Nebentisch lauthals ein "Lumpsteak" notierte.

 

Mehr fällt mir grad nicht ein, zur Köln-Ahrweiler...

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