ADAC-3-Städte-Rallye 23. - 25.10.2014

Nach unserem letztjährigen unrühmlichen Abgang durch einen technischen Ausfall wollten wir heuer nochmal im Bäderdreieck angreifen. Zusammen mit Fred Winklhofer waren wir das einzige Scuderia Magra Team und wollten es auf der diesjährigen 3-Städte Rallye besser machen. 120 weitere Rallyeteams waren ebenfalls mit von der Partie. Wir nannten zum Finallauf der Deutschen Rallyemeisterschaft 2014, des ADAC Rallye Masters, des ADAC Opel Rallye Cup, der Südbayerischen und Niederbayerischen Rallyemeisterschaft und zum Endlauf des Mitropa-Cups.

 

Geplant waren um die 130 km Wertungsprüfung mit einer Freitags-Etappe und damit neuer Startreihenfolge für den zweiten Tag. Doch schwerwiegende Probleme zwangen den Veranstalter zu einer abgespeckten, umgestrickten Version der Rallye um eine Absage zu verhindern. Tage vorher war klar, es werden nur 3 unterschiedliche Prüfungen an diesen zwei Tagen. St. Salvator mit 2 Runden plus Ausfahrt würden 26 km ergeben und das dreimal, und zwei Sprintprüfungen, die je zweimal gefahren werden sollten.

 

Aber der Reihe nach. Gegen 8 Uhr 30 erledigten wir unsere Papierabnahme und gingen auf Besichtigungstour. Das war dann auch relativ schnell erledigt. Wir versuchten wieder einen guten Schrieb zu erstellen um für das Motorsportereignis gerüstet zu sein. Am Freitagvormittag reiste unser Service mit Sigi, Tom, Dirk und Hans an, die sich ja um zwei Wutzer-Opels kümmern wollten.

Der freitägliche Auto Wutzer Servicepunkt am Volksfestplatz in Karpfham

Mit Startnummer 26 und 116 war das zumindest vom Service her für uns ideal. Auf dem Serviceplatz „opelte“ es ganz schön. Durch den Opel Adam Cup waren allein 19 Opel Adam in der Division 7 mit ca. 140 PS am Start und die beiden „Werks-Opel“  mit etwa 190 PS in unserer Division 5 mit Griebel und Kreim. Das war auch die Klasse von Julian und Andy, die mit ihrem G 19 Auto gegen die beiden Opels aus „GG“ genauso wie wir antreten mussten. Hi und da sah man noch ein paar Österreicher, Italiener, Finnen, Slowenen und sogar Belgier und einen Schweizer. Der Rest bestand wohl aus den Teilnehmern, die um die Deutsche Rallyemeisterschaft fahren, und einem kräftigen Haufen bayerischer Teams von „Allkofer bis Zöls“. Vorne natürlich auch jede Menge Prominenz mit beiden Gassners,  den beiden Wallenweins, den Zeltners, Geist, Wild, Köhler, Schilcher und so weiter. Mit Startnummer 6 war auch der aktuelle Mitropa-Cup Sieger 2014 Manuel Kößler mit Co Benedikt Hofmann auf einem Subaru am Start.

 

Als Fahrerverbindungsfrau war unsere Isolde Holderied in Karpfham zu Gange, die für alle neben einem Lächeln auch immer ein offenes Ohr hatte. Da haben wir zwei doch gleich ein „Selfie“ gemacht.  

 

Bei unseren letzten Vorbereitungen für die abendlichen Nachtprüfungen ärgerte uns aber das Astra-Getriebe. Obwohl unser Rückwärtsgang schon immer nicht der Zuverlässigste war, streikte er diesmal ganz und ließ sich einfach nicht einlegen. Im Prinzip nicht so schlimm, aber ein kleiner Verbremser und die Sache ist gelaufen. Also Getriebe raus und Fehlersuche. Obwohl wir ein paar Ungereimtheiten fanden, änderte sich nichts, im Gegenteil jetzt muckten auch noch der Dritte und Fünfte. Nach Stunden des Probieren und allerlei guter Ratschläge von Vorbeikommenden bekam es Sigi soweit hin, dass wir zumindest an einen Start denken konnten. Bei dem ganzen Geschraube verabschiedete sich auch noch  unser Gasseil, aber das war gleich gewechselt.

 

Wir starteten und fuhren zur ersten Prüfung. Die war bereits durch Unfall abgebrochen. Kößler hatte einen schweren Unfall und beide Freitagsprüfungen mussten neutralisiert werden. Durch den Unfall von Kößler konnte das ebenfalls verunfallte Team Geist/Winklhofer Primin gerade noch rechtzeitig die WP verlassen und durfte am Samstag starten. Also bekamen wir alle eine 4.27 Zeit eingetragen und durften über die WP zurück zum Serviceplatz fahren und dann in den Parc fermé.

 

Mittlerweile war es etwa 21 Uhr. Wir holten unsere Startzeiten ab und rückten ab Richtung Hotel. Da der Wirt bereits Feierabend gemacht hatte, fanden wir in Karpfham dann doch noch eine gastronomische Einrichtung, die sich für uns zuständig fühlte. Aber brav wie wir sind, wurde da nichts übertrieben.

 

Frühstück 7 Uhr und gegen 8 waren wir wieder am Serviceplatz.

Die WP 1 war gleich der Rundkurs St. Salvator mit einem kurzen Schotterstück im Mittelteil. Wir fuhren 29. Zeit und waren bis auf unsere Getriebe- und Traktionsprobleme auf den schmierigen Kopfsteinpflasterpassagen zufrieden. Für die Deuerlinger zauberten wir, mangels Rückwärtsgang, auch noch eine fesche Handbremswende an dem bekannten Abzweig kurz vor Rehwinkel hin.

 

Ganze 19 Teilnehmer fielen in dieser Prüfung aus. Teilweise – muss  ich leider sagen – wegen  absolut dämlicher Fahrfehler, die aber auch prominenten Fahrern wie Hahn und Gassner Junior passierten.

 

Im Opel-Cup fuhr man derweil mit dem Messer zwischen den Zähnen. 19 gingen auf der 3-Städte an den Start und gleich 5 Nachwuchsfahrer hatten noch Chancen auf den Gesamtsieg im Cup 2014. Neben dem Schweden Bergkvist und dem Dänen Madsen waren es noch die Deutschen Dinkel, Pusch und Tannert. Sogar die leicht tätowierte Lina van der Mars durfte mit Kathrin Musholt einen Adam bewegen, fiel aber bereits beim ersten Mal St. Salvator aus. Jürgen Geist mit Co Pirmin Winklhofer erfuhren nach dem ersten Service von einer 4 Minuten-Strafe und beendeten damit verstimmt die Rallye. Dass diese Strafe dann später wieder aufgehoben wurde, machte das Chaos noch perfekt.

 

Weiter ging es mit der Wertungsprüfung Rotthalmünster. Gute 8 km „relativ geradeaus“ mit 2 Schotterstücken und der bekannten Sprungkuppe über eine Landstraße nach Mannertsöd.

Hier sprangen die jungen Opel-Cup-Fahrer auch gerne mal in den „Ausfall“.

Nach den beiden Prüfungen jedes Mal ein mindestens einstündiges Regrouping und dem 25-Minuten Service, damit das ganze Feld durch St. Salvator durchgeschleust werden konnte. Die beiden Opel-Wutzer-Autos spulten brav ihr Programm ab und kamen ohne besondere Vorkommnisse durch den Tag.

 

Der Rest ist eigentlich schnell erzählt. Die Führung übernahm, wie sollte es anders sein, Ruben Zeltner auf dem GT 3. Dahinter machten sich Hermann Gassner und Sandro Wallenwein breit. Dann kam schon Griebel mit dem Opel Adam als Vierter. Dicht gefolgt von Wild/Ruf mit einem infernalisch gehenden M3, Pritzl/Aigner im Subaru und den Flums aus der Schweiz im Mitsubishi. Im normalen Mittelfeld fuhr wieder mal Matthias Moosleitner auf seinem M 3 und Sohn Matthias auf Mitsubishi, der aber in der vorletzten Prüfung ausfiel.

 

Die größte Ausfallorgie der ersten St. Salvator Prüfung war vorbei und es verblieben circa 90 Teilnehmer. Die schafften es bis auch, bis auf ein paar Ausnahmen, bis ins Ziel zum Haslinger Hof. Größte Verschiebung vorne, Sandro Wallenwein rutschte vom dritten Gesamtplatz auf den Neunten. Der Rest blieb beim Alten. Ehepaar Zeltner vor Hermann Gassner mit Karin Thannhäuser, und Wild/Ruf erbten den 3. Gesamtrang. Vierter wurde schon der erste Adam mit Griebel/Rath. Fünfte werden die Bayern Pritzl/Aigner auf Subaru vor dem Histo-Audi mit Anton Werner/Gabi Fischer. Als 10. wird der Südtiroler Bernd Zanon mit Aushilfscopilot Francesco Orian gewertet. Zwei Plätze dahinter geht Robert Schilcher mit Stephan Schwerdt ins Ziel. Fritz Köhler mit Petra Hägele setzen sich mit ihrem BMW M3 am 20. Platz fest, knapp vor Daniel Pauli/Julia Götzl ebenfalls auf BMW M 3. Wir trudeln als 28. ins Ziel und Julian Hagl mit Andy Weber gehen als 63. ins Ziel. Von den 120 Gestarteten kamen 84 Teilnehmer ins Ziel nach Kirchham. An der Zielrampe empfing uns das Ehepaar Zeilberger mit Sprecher Uli Kohl und einem Glas Prosecco. Nach dem Parc fermé ging es zurück in unsere Pension zum Duschen.

Unser guter, alter Astra mit der neuen Generation von Opel Rallyeautos

Wir  wollten schnell noch einen Happen in Poigham beim Guggenberger essen - sehr zu empfehlen! Da trafen wir übrigens auch die „ADAC-Arbeiter“ Gerhard Verlaan, Fritz Mitterlehner und Robert Preisinger. Die Siegerehrung war bereits in vollem Gange als die Wutzer-Truppe im Haslinger Hof aufschlug. Aber auf Fred Winklhofer ist Verlass, und er hatte unsere CTC-Pokale bereits abgeholt. Jetzt begann der anstrengendste Teil der Rallye, ein Abend Haslinger Hof.  Die Freisinger, der Krückl-Kaufmann-Clan (junge, wilde Rallyetruppe aus Niederbayern….) und ein Schwung Labertaler bissen sich im Eingangsbereich fest und konnten mit vielen vorbeiziehenden Rallyeleuten quatschen. Schlussendlich endeten wir aber doch alle im Techno-Bereich des Haslinger Hofes L. Vielen Dank an Christina Kaufmann die uns zu später Stunde noch gut gelaunt nach Schwaim fuhr.

 

Reive

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