ADAC Kathrein- Rallye am 12.10.2013

Dass Rallyefahren immer ein gewisses Risiko birgt, Ergebnisse jenseits der Erwartungen zu erzielen, ist ja leider nichts Neues. Dass es aber gleich so in die Hose geht, war dann aber doch etwas zu viel des Guten.

 

Nachdem die Schäden der Grabfeld-Rallye weitestgehend behoben waren und auch die vergangenen Probefahrten keinen Grund zur Sorge aufkommen ließen, stand einer Nennung zur Rosenheimer Kathrein-Rallye nichts mehr im Wege. Doch die Vorfreude währte nur kurz.

 

Bei der letzten Probefahrt am Mittwoch stieg die Motortemperatur plötzlich in den roten Bereich, wovon sie sich auch trotz mehrerer vergeblicher Entlüftungsversuche nicht mehr abbringen, und schlussendlich den Wasserkühler kollabieren ließ. Also hieß es telefonieren was das Zeug hielt, um noch kurzfristig Ersatz zu beschaffen. Dies gelang dann glücklicherweise auch durch die Unterstützung von Christian Reschenhofer (an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank!).

 

Also hieß es am Donnerstag nach der Arbeit, einen kleinen Ausflug nach Braunau in Österreich anzutreten und noch in derselben Nacht den Kühler zu verbauen. Nun waren zwar das Temperaturproblem und der Wasserverlust im Griff, aber der BMW gab deutlich weiße Rauchsignale. Eine defekte Zylinderkopfdichtung war natürlich noch genau das, was wir einen Tag vor der Veranstaltung brauchen konnten. Wir entschieden uns aber trotzdem dafür, den Start zu wagen. So verlud ich am darauffolgenden Freitag, nachdem ich für den geliehenen Anhänger schon eine Stunde lang das Traunsteiner Hinterland unsicher gemacht hatte, unser Auto und machte mich schleunigst daran, nach Rosenheim zu kommen und dort bereits die Abnahme zu erledigen, was größtenteils auch ohne nennenswerte Probleme ablief und uns die Möglichkeit einräumte, gleich am Samstag in der Früh die Strecke besichtigen zu können.

 

Dies war dann auch bereits um 7.00 Uhr der Fall. Und schon das Besichtigen der ersten bzw. vierten Prüfung war nicht ohne, nachdem diese größtenteils aus engen, schnellen und verdammt rutschigen Waldpassagen bestand und mit den montierten Semis zur erhöhten Vorsicht mahnte.

 

WP 2/5 und der zwei Mal zu befahrende Rundkurs trafen dann schon viel eher meinen Geschmack, natürlich immer unter der Prämisse, die Kopfdichtung hält durch...

 

Um 12.34 Uhr war es dann soweit, und wir machten uns nach dem Showstart in den Kathrein-Werken auf den Weg nach Pirrach. Doch bereits auf der Überführung ließ die Leistung des ohnehin schwachbrüstigen 1,8-l-Aggregats sehr zu wünschen übrig. Dennoch starteten wir, und die Vorsicht auf der Strecke war nach wie vor berechtigt, nachdem diese durch die Besichtigungsfahrten nicht wie erhofft abgetrocknet war. Bereits beim zweiten Abzweig bestand das Heck vehement darauf, als erstes durch die Kurve zu gelangen, und so ging bereits hier viel Zeit verloren. Lediglich die Tatsache, dass wir auf dieser Prüfung die gleiche Zeit wie das Team Stefan Finster/André Blank auf ihrem Gruppe H Astra fuhren, konnte uns etwas trösten.

 

WP2 verlief dann, bis auf einen der obligatorischen Dreher, recht ordentlich, bis wir aufgrund eines Unfalls vollkommen unberechtigt durch das Schwenken der gelben Flagge fast zum Stehen gebracht wurden, obwohl die Strecke völlig frei war. Eine vernünftige Streckenposteneinweisung lässt grüßen...

 

Der letzte Turn in Obing bestand aus einem schnellen Rundkurs. Aber leider auch hier wieder nur so lange, bis erneut eine geschwenkte Flagge die Fahrt unterbrach. Diesmal galt es wohl einem Fahrzeug, das bereits längst wieder auf der Strecke war und erst sichtbar wurde, als es das Ziel erreichte!

 

Entsprechend sauer erreichten wir das Regrouping bei Amerang, um nach 20 Minuten und dem festen Vorhaben, bei der nächsten gelben Flagge nicht mal dran zu denken vom Gas zu gehen, WP4 in Angriff nahmen. Trotzdem sich in dem gefürchteten Waldstück der ursprünglichen 1.Prüfung die Streckenverhältnisse etwas verbessert hatten, konnten wir auch hier zur Freude der Zuschauer ordentlich "mit dem Hintern wackeln". Auf die berechtigte Frage, ob wir es auch in dieser Prüfung wieder mit Flaggen zu tun hatten, kann ich keine Antwort geben - wir haben schlichtweg keinem mit Warnweste mehr Beachtung geschenkt.

 

Auch in WP 5 und 6 lief es dann, von der immer weiter nachlassenden Motorleistung abgesehen, ganz vernünftig. Und zumindest konnten wir wenigstens ein Vorhaben realisieren: nämlich die Zielankunft in Rosenheim. Dieses erreichten wir mit gefühlten 90 PS, rasselndem Getriebe, klappernder Kardanwelle und zwei kaputten Felgen.

 

Der Siegerehrung wohnten wir dann aber nicht mehr bei, da ein 47. Platz von 51 Startern keinen wirklichen Grund zum Feiern gab.

 

Dennoch unsere Gratulation an meinen Bruder Martin, welcher mit Mani Ring auf dem Beifahrersitz eine spitzenmäßige erste Rallye 200 ablieferte und auch an Matthias Stock/Michael Stock, welche nach Matthes Crash seinen neu aufgebauten 318iS eingesetzt und zu einem sehr guten Ergebnis pilotiert hatten.

 

Die Veranstaltung selbst versprach zwar viel Spaß, aber leider ging bei uns so ziemlich alles schief, was nur hätte schief gehen können.

 

Jetzt verschwindet unser 3er erst mal in diversen Scheunen und Werkstätten, um 2014 hoffentlich das Licht der Welt neu zu erblicken - als 328i.

 

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