ADAC-Osterrallye Tiefenbach 4.04.2015

Auf der Jagd nach dem heiligen Graben...äh Gral

 

Eigentlich wollten wir mal nicht vor dem Morgengrauen losfahren und die weite Anreise am Tag zuvor erledigen, aber aufgrund des heiligen Karfreitag und dem dazugehörigen Fahrverbot für LKW musste sich das Team Ring/Oberrieder in gewohnter Manier viel zu früh auf den Weg machen. Aber da wir das erste Mal als Fahrer/Beifahrer zusammen an den Start gingen konnten wir die lange Fahrt noch gut für strategische Diskussionen über das bevorstehende Rennen nutzen.

 

In Tiefenbach angekommen ging´s erst mal los mit der üblichen Prozedur: Auto abladen, Papierabnahme, technische Abnahme und natürlich Leberkässemmeln frühstücken.

 

Alles war hervorragend organisiert.

Sogar als ein etwas verwirrter Beifahrer vergeblich nach seinem Fahrer suchte, von dem er auch nicht genau wusste, wie er ausschaut, konnte schnell geholfen werden.

(Der Beifahrer war kurzfristig eingesprungen - darum die Verwirrung)

 

Anschließend machten wir uns auf zur Besichtigung, wobei uns spätestens nach der dritten Kurve klar war, dass uns ein anspruchsvoller Tag bevorsteht. Nach der Aussage diverser Fahrerkollegen war die Streckenführung ähnlich wie 2012.

 

Als dann unser Schrieb im Kasten war und für mich das Wort „Kurvendiskussion“ eine neue Bedeutung bekommen hatte, machten wir uns auf den Weg zurück zum Fahrerlager um nochmal durch zu schnaufen, bevor es um 13.28 Uhr für die Startnummer 62 losging.

 

Auch ein interessantes Nebenschauspiel konnte bei der Osterrallye beobachtet werden: Aufgrund der sehr unsicheren Wetterlage wurde ein wahrer Reifenbasar im Fahrerlager bzw. im Parc ferme eröffnet. In den extra gekennzeichneten Wechselboxen stapelten sich meterhoch die verschiedensten Reifen von Winter- bis Regen- und mit Semiprofil in allen Größen und Formen. Unsere Reifentaktik wurde mit den Worten „Mia ham nagelneie Toyo´s drauf, des passt scho, de fahrn ma durch“ besiegelt.

 

Nachdem wir WP 1 hinter uns gelassen hatten und die erste Anspannung verflogen war, lief der erste Abschnitt der Osterrallye auf jeden Fall zu unserer Zufriedenheit. Das Wetter blieb einigermaßen stabil, mit vielen Wolken zwar, aber bis jetzt noch kaum Regen und wir blieben auch immer brav auf der Straße. Leider schafften das nicht alle Teilnehmer, was zur Folge hatte, dass schon in WP 2 zahlreiche Fahrzeuge unsanft am Streckenrand geparkt wurden. Nach der Hälfte der Strecke (also nach WP 4) waren von 104 gestarteten Fahrzeugen nur noch 83 im Regrouping angekommen.

 

Nach einer kurzen Pause ging es wieder auf, zur WP 5. Das Wetter hatte sich inzwischen zu einem Mix aus Sonne, Wolken, Regen, Schnee und Hagel entwickelt, was jede WP noch zusätzlich spannend machte. Start – Regen – 3 Kurven später trocken – Ziel – Hagel.

 

Unser Dank an dieser Stelle auch an alle Helfer und Funktionäre für Ihr Durchhaltevermögen!

 

WP 6 wurde dann kurzerhand gestrichen, als uns nach grad mal einer Runde die rote Fahne entgegen leuchtete. Mit einer zugewiesenen Zeit (mit der wir mehr als zufrieden waren) kamen wir zur WP 7, welche wir auch unbeschadet durchliefen.

Auf zur letzten WP!

 

Mit vollem Elan kamen wir an der letzten Prüfung an. Die Straße schien trocken zu sein und die Strecke war uns inzwischen ganz gut geläufig. Ein astreiner Start und wir waren super unterwegs…vielleicht ein bisschen zu super. Denn nach einer schnellen Rechtskurve bergab - durch eine Ortschaft - über zwei volle Kuppen - kamen wir, nur noch das Ziel vor Augen, mehr als nur zu schnell auf eine Links 2 zugeschossen. Trotz des üppigen Bremsweges und rechtzeitigem Ansagen der Kurve konnten wir auf der, in diesem Stück, leider nassen Fahrbahn die Geschwindigkeit nicht genügend drosseln. Alle Bemühungen mit Handbremse und Anstellen die Kurve doch noch irgendwie zu kriegen scheiterten, was zu Folge hatte, dass wir nach einer halben Drehung genau mit der angetrieben Achse im nassen Acker standen. Was tun sprach Zeus… das Ziel war keine 200 Meter entfernt und wir kamen nicht mehr vorwärts.

 

Im Rückspiegel war ein Feldweg zu erkennen, welcher wieder zurück auf die Strecke führte. Tja, wenn nicht vorwärts dann halt rückwärts. Gesagt getan. Nach einem beherzten Tritt ins Pedal ging es los, rückwärts Richtung Feldweg.

 

Leider wurde unsere Fahrt grob gestoppt als wir keine zwei Meter später den Arsch des BMW in einen Graben gleiten ließen, den keiner von uns auch nur im Spiegel erahnen konnte. Was für ein Ärgernis!! Da hockst in deinem Karrn, auf den letzten Metern vorm Ziel, und kommst nicht mehr weiter, weder vorwärts noch rückwärts.

 

Nach anfänglichem Frust verließen wir unser Fahrzeug, OK-Schild an der Scheibe abgelegt, und gingen die letzten Meter zu Fuß „durchs“ Ziel. Das einzig Positive war, dass weder dem Auto noch uns was passiert ist und wir die restlichen 99% aller Kurven gut gemeistert haben!

 

Nach dem letzten Fahrzeug und mit Hilfe eines freundlichen Landwirts samt passendem Gefährt, konnten wir auf eigener Achse zurück ins Fahrerlager fahren, wo wir mit einem gekühlten Hopfengetränk den seelischen Knacks wieder gerade rückten…. und nächstes Mal schaff ma´s dann auch ins Ziel... gell Mane!

 

Jakob Oberrieder

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