ADAC-Osterrallye Tiefenbach 200+

...oder WM 1982 reloaded!

 

Nach dem Hutthurmer Rallyesprint, welcher für uns mit der Erkenntnis endete, dass Wertungsprüfungen im Bayerischen Wald äußerst selektiv sind und dass viel Teppich im Auto eben nicht genug ist, ging es mit unserem frisch "aufgeplüschtem" Einsatzfahrzeug zur Osterrallye nach Tiefenbach.

 

Der ASC Tiefenbach durfte mit dem neuen "Rallye 200+"-Konzept debütieren, was auf dem Papier 50 WP-Kilometer bei 160 Kilometer Gesamtstrecke versprach und dementsprechend über 100 Teams anzog.

 

Nun zufrieden mit dem Kuschelfaktor des BMW 318is entließen uns die Techniker (fast) problemlos zum Abfahren der Prüfungen. Und der Bayerische Wald hielt, was er uns bereits in Hutthurm versprochen hatte: Die WPs waren schnell, anspruchsvoll und gespickt mit vielen blinden Kuppen sowie engen Ortsdurchfahrten, welche das Rallyefahrerherz höher schlagen ließen.

 

Für die Scuderia MAGRA gingen Thomas Zuppardi/Christoph Gottschalk, Christoph Keil/Josef Späth, Martin Köchl / Manfred Ring sowie Matthias Stock / Michael Stock mit der Startnummer 110 (!) an den Start. Leider begann die Veranstaltung für uns und viele andere erst mit der zweiten Prüfung, da sich auf der ersten Prüfung ein BMW mit Vehemenz durch das Ziel rollte und diese deshalb neutralisiert werden musste.

 

Die WP 2, mit 15 Kilometern die Königsprüfung, verschlief ich gleich und so konnte mir Willi Trautmannsberger auf einem Mazda 323 zehn Sekunden im Kampf um die Klasse G19 einschenken. Dies führte in Folge zu einem Duell historischen Ausmaßes: Allrad- gegen Heckantrieb, Kampf der Konzepte, Rallye WM 1982, Röhrl gegen Mouton.... auch wenn ich zugeben muss, dass man viel Phantasie braucht um sich Willi als junge Michèle vorzustellen und es bei uns jetzt nicht direkt um die Weltmeisterehre ging.

 

Nichts desto trotz kämpften wir genauso verbissen wie eben jene Charaktere es 1982 auf den Rallyepfaden dieser Welt taten und auch unser Duell sollte sich erst ganz zum Schluss entscheiden!

 

Nun etwas wacher konnte ich ihm auf der dritten Prüfung wieder eine Sekunde abnehmen, aber meine große Attacke plante ich für die zweite Schleife, welche auf WP 4 mit einer Klassenbestzeit von 5 Sekunden vor dem Mazda Team auch vielversprechend begann. Leider wurde ich gleich darauf in meinem Bemühen, weiter Boden gut zu machen, erneut eingebremst da der zweite Durchgang der Königsprüfung ebenfalls abgesagt werden musste, nachdem ein Teilnehmer seinen Opel Astra mit einem Fichtenmoped verwechselt und sich als Baumfäller betätigt hatte.

 

Es verließen augenscheinlich viele Fahrer oft und vehement das graue Teerband, aber zum Glück gab es bei allen Zwischenfällen, neben einigen Prellungen, nur verbogenes Blech.

 

So blieben auch unsere Clubmitglieder, Thomas Zuppardi, der sich nach einem Verbremser nur mit der Kraft seiner 4 angetriebenen Räder wieder aus dem Acker befreien konnte, und Christoph Keil, welcher eine Tonne traf, nicht von Ausrutschern verschont. Dass Martin Köchl und Manfred Ring ihr Nenngeld voll ausnutzten und im Rundkurs eine Runde zu viel fuhren steht hingegen wieder auf einem anderen Blatt.

 

Also weiter im Text: Dieser Prüfung beraubt rechnete mir Michèle....Pardon!...Willi auch gleich vor, dass ich vor der letzten Prüfung nun immer noch 4 Sekunden hinter ihm liege, ich ihm im ersten Durchgang dieser lediglich eine Sekunde abnehmen konnte und er deshalb die Klasse mit 3 Sekunden Vorsprung gewinnen wird. Aber so leicht gibt sich ein‚ Röhrl....ähhh...Stock nicht geschlagen!

 

Dunkle Wolken zogen am Horizont auf als die Fahrzeuge der Klasse G19 gegen 19.30 Uhr zur letzten Prüfung anstanden. Ich konnte beobachten wie Willi seinen Allradler von der Startlinie schnellen ließ, bevor schließlich ich 2 Minuten später an der Uhr stand, den ersten Gang einlegte und wartete bis auf Null herunter gezählt war. Mit durchdrehenden Hinterrädern stürzte ich mich schließlich in das erste Bergabstück, der entscheidenden letzten Wertungsprüfung, bremste oft sehr spät und nahm viel Schwung mit über die blinden Kuppen und in die Gruppe-G-feindlichen Bergaufstücke. Im Ziel war ich vier Sekunden schneller als der Willi und vernahm als Kommentar von meinem Vater: "Das macht Spaß, sogar vom Beifahrersitz aus!"

 

Es war also letztlich ein Wimpernschlag-Finale. Wer hatte nun gewonnen? Mouton oder Röhrl - Trautmannsberger oder Stock?

Kurz vor der Siegerehrung hatten wir schließlich Gewissheit: Mit vier zehntel (!) Sekunden Vorsprung konnten wir in der letzten Prüfung doch noch an unserem Rivalen vorbeiziehen und die Klasse G19 für uns entscheiden!

 

Und wie sah es bei den anderen MAGRAnern aus? Thomas Zuppardi litt neben seinem Ausritt noch unter Bremsproblemen am Subaru Impreza, welche ein besseres Ergebnis leider verhinderten. Martin Köchl und Manfred Ring fehlte in der starken Gruppe F noch etwas Motorleistung und die extra Runde im Rundkurs beförderte sie leider nur auf den 27. Platz in der N/F8. Noch schlimmer erwischte es Christoph Keil, der seinen Peugeot mit einem Keilriemendefekt ganz abstellen musste.

 

Dennoch erreichten 3 von 4 unserer Teams das Ziel und somit wurde die Scuderia Magra in der Mannschaftswertung auf Platz 3 gewertet.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der ASC Tiefenbach eine äußerst anspruchsvolle und kompakte Veranstaltung mit schönen, selektiven Wertungprüfungen auf die Beine gestellt hat, welche zu Recht für das "Rallye 200+"-Konzept ausgewählt wurde. Allerdings kam leider fast die Hälfte des großen Starterfeldes lediglich auf die WP-Streckenlänge einer normalen Rallye 200. Einige Teilnehmer vermuten nun, dass das "+"  lediglich für mehr Wartezeit steht.

 

Matthias Stock

ADAC-Osterrallye Tiefenbach am 19.4.2014

Nachdem wir uns nach dem heiklen Hutthurmer Sprint-Wochenende beruhigt und unseren BMW sorgfältig bei Martin auf etwaige Nachschäden gecheckt hatten, traten wir in der Früh um fünf (meine Lieblingszeit! gäääähn) den Weg in Richtung Tiefenbach an.

 

Ich hatte keinen Grund nervös zu sein da ich ja vorlesen und mich nicht aufs Fahren konzentrieren musste. Davor stand wie immer die technische Abnahme und das Erstellen des Aufschriebs an.

Nach leichten Orientierungschwierigkeiten kamen wir an den Wertungsprüfungen an und stellten schon gleich fest, dass alle WP's wunderschön aber auch sehr schnell waren. Unser Schrieb passte, dennoch kam es schon vor dem Start mit Michi Stock zur Diskussion unter Beifahrern. Es ging um WP 2 wo ein Rundkurs mit 3 Runden plus Ausfahrt auf uns wartete. Dazu aber später mehr.

 

Zu Beginn kurz und knapp: WP 1 gestrichen wegen eines Unfalls. Weiter zu dieser WP 2 wo ich nun leider feststellen musste, dass der Akku unserer Onboard-Kamera leer war - naja egal - dann mal los. Wir haben beide bis drei gezählt und sind abgebogen. Leider lag der Beweis schon fest in Monis Kamera: wir sind eine Runde zu viel gereist, was im Nachhinein auch an der gestoppten Zeit zu sehen war.

 

WP 3 und 4 waren auch schnell und ohne nennenswerte Zwischenfälle abgespult und wir fühlten uns beide recht wohl.

 

Erst bei WP 5 kam es wieder zum Chaos. Es staute sich schon das komplette Starterfeld und es war jedem klar, dass bei einer 200+ Rallye mit 110 Fahrzeugen die Zeit knapp wird, wenn erst um 13 Uhr gestartet wird und dann noch ein Unfall passiert. Aber dafür sind ja Pilotprojekte da. Was allerdings für uns nun traurig war, dass wir umsonst warteten, da auch diese WP neutralisiert wurde. Naja, wenigstens keine Runden mehr zählen!!

WP 6 war durchaus auch noch ein recht nettes Pflaster, welches Martin mit viel Lenkarbeit bewältigte. Ich denk, er hat sich so beeilt, weil die aufziehenden Regenwolken nichts Gutes verhießen. Also kamen wir trocken und guter Laune im Park Fermé an.

Aber beim Schauen auf die Ergebnisliste war es leider pure Ernüchterung: wir mussten feststellen, dass wir gerade bei den schnellen Passagen deutlich unterlegen waren, was wohl nochmals ein Update am Auto erfordern wird. Natürlich sollten wir auch diese Zählerei noch in den Griff bekommen, weil dieser Fehler für mich das Ärgerlichste war!!

Glückwunsch wieder mal an Mathe, der sich nach einem Riesenkampf noch den 1. Platz in der Klasse sichern konnte.

Fazit: Jetzt is es sicher Willi, wir brauchen dich!

 

Mane Ring

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