Rebental und Lavantal-Rallye 2017

Nachdem wir im vergangenen Jahr aus gesundheitlichen und familiären Gründen außer den beiden Slowly-Sideways Veranstaltungen Rallye des Vosgues (Sepp mit Beifahrer Alex Hagenbucher) im August und die Arbö-Rallye im September (Sepp und Moni) keine sonstigen Rallyes gefahren sind, hat Sepp beschlossen, dieses Jahr den historischen Mitropa-Rally-Cup zu fahren.

 

1. Lauf: Rebenland-Rallye am 17. / 18.03.2017


Los ging es bereits am 17. und 18. März mit der Rebenland Rallye in der Steiermark. Start und Ziel waren in Leutschach. Die Rallye bestand aus 16 WPs mit insgesamt 168 WP-km, wobei die längste WP 20,72  km und die kürzeste 2,99 km waren.

 

Nachdem der Vito-Service-Bus bei der Arbö-Rallye (Austrian Rallye Legends) bereits am Irschenberg streikte, hat er Alex dieses Mal zumindest bis St. Johann im Pongau treue Dienste geleistet.

 

Sepp und ich waren bereits am Sonntag ins schöne Rebenland gefahren und hatten die WPs alle schon mal besichtigt. Gerade als wir in einem schönen Buschenschank in der Nähe von Leutschach Brotzeit machten und den guten Wein probierten, kam der Anruf von Alex, dass der Vito wieder einmal streikt. So kam wieder einmal die goldene ADAC Karte zum Einsatz. Da Alex keinen Leihwagen mit Anhängerkupplung auftreiben konnte, machte sich Sepp mit unserem Audi, der zum Glück auch eine Anhängerkupplung hat, auf den Weg nach Bischofshofen in die Mercedes Werkstatt, um Anhänger und Rallyeauto abzuholen. Ich hatte nun genügend Zeit, meinen Aufschrieb noch einmal durchzugehen und zu verbessern.

 

Kurz nach 23.00 Uhr kamen Sepp und Alex mit einem Leih-Servicebus dann in unserem kleinen  Hotel ganz oben auf einem Weinberg mit einer super Sicht über das Rebenland an.

 

Die Rallye war als reine Asphalt-Rallye ausgeschrieben. Was nicht drin stand, dass die schön geteerten schmalen Straßen über noch schönere breite Sandstreifen rechts und links der Fahrbahn verfügten, die so richtig zum Cutten einluden. So wurde aus 100 % Asphalt 80 % rolliger rutschiger Schotter auf Teer. Dementsprechend viele Teams befanden sich bereits nach wenigen WP-Kilometern irgendwo verbeult zum Teil mit Totalschaden neben der Strecke. Es war für uns absolut ungewohnt, auf derartigen Streckenverhältnissen zu fahren. Wenn man nicht exakt in den Spurrillen neben der Fahrbahn fuhr und permanent cuttete, hatte man keine Chance, auf der Strecke zu bleiben.

 

Das musste der arme Kadett in der 2. WP leider auch erleben. Er rutsche in einer Linkskurve einfach geradeaus in einen Graben, so dass das Heck voll in der Luft hing. Zum Glück waren genug Zuschauer da, die sich hinten auf das Heck stellten und so eine Weiterfahrt möglich machten.

 

Beim Service hat Alex dann mit gelbem Tape die rechte vordere Ecke des Kadetts kunstvoll modelliert, so dass von der Havarie fast nichts mehr zu sehen war.

 

Als es dunkel wurde, streikte vor der vorletzten Prüfung der Freitags-Etappe der Kadett. Er ging auf der Verbindungsetappe aus und wollte einfach nicht mehr anspringen. Sepp versuchte im Dunkeln, irgend einen Grund für den Defekt zu finden. Nach langem Hin- und Hernackeln an verschiedenen Kabeln und Aggregaten im Motorraum sprang der Kadett plötzlich wieder an, jedoch leider außerhalb der Karenzzeit.

 

Am nächsten Morgen machten wir uns dann als letzter wieder auf den Rallyepfad. Die Straßenverhältnisse waren noch krasser und unser Ziel war, einfach nur mit dem Kadett ohne weitere Blessuren ins Ziel zu kommen, was uns auch gelang bis auf den Ölwannenschutz, der durch das viele Cutten vollkommen durchgescheuert war.

 

Insgesamt erreichten 8 Historic-Mitropa-Cup-Teams das Ziel, darunter auch Heinz-Walter Schewe mit Beifahrer Willi-Peter Pitz und Wolfgang Hauk mit Beifahrer Klaus Hopfe.

 

Da der Bürgermeister von Leutschach selbst Rallyes fährt, hat er eine riesengroße Straßenkehrmaschine für seine Gemeinde gekauft. Am Tag nach der Rallye waren alle Straßen wieder picobello sauber und alle Spuren von der Rallye beseitigt.

 

Alles in allem war es eine sehr gut organisierte Veranstaltung mit tollen Sonderprüfungen und einem zentralen Serviceplatz, der nach jeder zweiten WP angefahren wurde. Leider waren da dann immer sehr lange Wartezeiten, erst zum Teil 30 – 45 Minuten Parc fermé und dann anschließend eine Stunde Service. Aus organisatorischen Gründen ging es scheinbar ohne diese langen Pausen nicht.

 

Am Sonntag konnten wir dann auf dem Nachhauseweg den reparierten Vito wieder mitnehmen. Es war wieder einmal ein Injektor kaputt gegangen, wie bereits am Irschenberg.

2. Lauf: Lavanttal-Rallye am 7. / 8.04.2017

 

Bereits 3 Wochen später fand am 07. und 08. April die Lavanttal Rallye statt. Wir reisten wieder am Sonntag an, um die Gegend und auch die WPs zu erkunden und am Mittwoch kam unser Service Alex und dieses Mal war, zu unserer besonderen Freude, auch Werner wieder dabei,  ohne Probleme mit dem Vito und unserem Kadett im Rallyezentrum Wolfsberg an. Wir hatten ja vor der Veranstaltung noch einmal 3.300,00 € bei Mercedes für diverse Arbeiten am Vito investiert.

 

 Da wir bei der Rebenland Rallye unseren Serviceplatz zufällig direkt neben Martin Kainz und Markus Steininger hatten und das ausgesprochen positiv war, hatten wir bereits dort verabredet, uns auch bei der Lavanttal Rallye wieder einen gemeinsamen Serviceplatz zu suchen, was auch prima klappte. Dreh- und Angelpunkt der Rallye war das schöne Städtchen Wolfsberg in Kärnten, ca. 60 km hinter Klagenfurt.

 

Insgesamt gingen 92 Teilnehmer an den Start, darunter auch 15 Slowly-Sideways Fahrzeuge, wovon Stig Blomquist den Audi Sport Quattro S 1 von und mit Wolf-Dieter Ihle pilotierte, und  15 Mitropa Historic Fahrzeuge.

 

Aufgrund unserer Platzierung durch den Ausfall am ersten Tag bei der Rebenland Rallye starteten wir bei der Lavanttal Rallye als letzte mit Start-Nr. 98. So konnten wir mit unserem Conrero, den wir aufgrund der Erfahrungen bei der Rebenland Rallye höher gelegt hatten, völlig unbeschwert loslegen. Bereits in der ersten WP lagen diverse Rallyeautos mehr oder weniger demoliert neben der Strecke. Auch Raimund Baumschlage parkte seinen  Skoda Fabia spektakulär beim ersten Rundkurs am Samstag im Wald. Auch weitere Ausfälle, sowohl durch Unfälle wie auch durch technische Defekt folgten. Unser Conrero-Kadett folgte dieses Mal ohne zu mucken dem Gasfuß von Sepp, wobei wir wie bereits bei der Rebenland Rallye feststellen mussten, dass dem Kadett insbesondere bei den Bergauf-Passagen und beim Beschleunigen doch ein paar PS fehlen. 

 

Laut Mitropa-Rallye-Cup-Bericht war die Lavanttal Rallye mit 12 WPs wohl eine der schwierigsten, aber auch eine der anspruchsvollsten und schönsten Rallyes, wobei die längsten WPs  21,12 km und 27,48 km hatten. Insgesamt waren es 211 WP-Kilometer.

 

Wir kamen als 4. in der Mitropa Cup Historic Wertung und in der Gesamtwertung als 52. ins Ziel. Auch Martin Kainz und Markus Steininger, die bei der Rebenland Rallye kurz vor Schluss wegen eines Getriebeschadens ausfielen, kamen dieses Mal mit einem hervorragenden 17. Platz in der Gesamtwertung ins Ziel.

 

Am Sonntag fuhren Alex und Werner bereits ca. eine Stunde vor uns mit dem Vito-Bus los und gerade als wir uns von unserer Pensionswirtin verabschiedeten, läutete das Handy. Alex war dran. Der Vito ist nun zum 3. Mal  - und immer in Österreich!!! – stehen geblieben. Zum Glück sind Alex und Werner  mit dem Vito gerade noch auf der letzten Rille aus dem langen Tunnel mit Gegenverkehr bei der Abfahrt Villach West herausgekommen, sonst wäre es der perfekte Stau geworden. Da wir mit derartigen Situationen mittlerweile ja bereits bestens vertraut sind, kam wieder die goldene ADAC Karte zum Einsatz, ein Abschleppwagen schleppte den Vito mit Anhänger und Rallyeauto zu einer Mercedes-Werkstatt in Klagenfurt und wir kamen dann fast gleichzeitig ebenfalls dort an. Besorgt Ihr Euch mal an einem Sonntag in Österreich ein Leihauto! Nicht so einfach. Aber es klappte dann doch. Der Audi kam mit seiner Anhängerkupplung wieder zum Einsatz und wir brachten den Hänger mit Rallyeauto zurück zu Alex. Dieser kam mit Werner im Leihauto zurück nach München. Der Vito wurde dann am Dienstag nach Herrsching zu Mercedes gebracht. Es war wieder ein Injektor kaputt.

 

Normalerweise gehen bei Rallyes die Rallyeautos kaputt – bei uns ist es das Service-Fahrzeug.

 

Da der 3. Lauf am 5. und 6. Mai in Opatija und nicht mehr in Österreich stattfindet, sind wir guter Dinge, dass der Vito nicht mehr bockt und problemlos die Strecke bewältigt.

 

Monika Schölderle

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