GP Ice Race 2019 am 19./20.01.2019

Durch Zufall erfuhren wir von der Neuauflage des Eisrennens in Zell am See, welches bis 1973 jährlich ausgetragen wurde, aber nach einem Unfall bei der Präparierung der Strecke auf dem zugefrorenen See von Zell seit 1973 nicht wieder stattgefunden hatte. Das Rennen wurde seit 1928 ausgetragen und stand schon damals im Zeichen der Familie Porsche, deren Familiensitz (Schüttgut) sich seit den 20iger Jahren des letzten Jahrhunderts dort befindet. Der Sohn des jetzigen Porsche-Clan-Chefs Dr. Wolfgang Porsche (Ferdinand Porsche) hatte die Idee, das Eisrennen wieder aufleben zu lassen, diesmal auf dem Gelände des alten Flugplatzes von Zell am See, nur wenig vom ursprünglichen Austragsort entfernt, aber auf festem Untergrund anstatt des Sees.

 

Das Glück war den Veranstaltern hold, und versorgte sie für das gesamte Wochenende mit Traumwetter. So war der unglaublich hohe Aufwand, den Porsche, Audi, VW und Skoda aus Marketinggründen getrieben hatten, nicht vergebens. Etwa 8000 Zuschauer fanden sich im Laufe des Wochenendes ein, um 130 Startern in verschiedenen Klassen beim Driften um den 600 m langen Eisflächenkurs zuzuschauen. Die Profis des MSC Kitzbühel (darunter Alfons und weitere Mitglieder der Nothdurfter-Großfamilie) hatten bereits seit Ende November die Eisfläche vorbereitet, und einen enormen Anteil am Erfolg der Veranstaltung.

 

Wir hatten in der Klasse "2WD Tourenwagen/Rallyefahrzeuge" genannt, was sich als richtige Entscheidung erwies. "Wir" waren in diesem Fall Matthias und ich auf demselben Fahrzeug, nämlich dem Safari-Porsche 911 SC. Für Matthias war es der erste Einsatz als Fahrer mit dem historischen Porsche, und so traten wir unser erstes Vater-Sohn-Duell an. Unsere Gegner bestanden aus einer Vielzahl weiterer Porsche 911 aller Baujahre, sowie VW Golfs und auch zwei KTM XBow, die natürlich nicht so richtig in die Tourenwagen/Rallyefahrzeugklasse passten, aber Eisrennen hat so seine eigenen Gesetze ... Insbesondere die 4WD-Klasse war hochwertig besetzt, selbst Jan Kopecky war (neben einigen anderen guten Fahrern) mit einem Skoda Fabia R5 vertreten. Auch bei den "Showfahrten" war große Prominenz vor Ort, neben Walter Röhrl, der den Werks-Audi Sport Quattro S1 (auf zu kurzen Spikes) pilotierte, waren auch zahlreiche Top-Rennfahrer von Porsche wie Marc Webber, Marc Lieb und andere Le Mans-Fahrer vertreten. DTM-Audis und NASCAR-Renner wurden um den Kurs geprügelt, und selbst ein Batterie-Rennauto ("Formel E") musste beweisen, dass solche Autos nicht nur langweilig anzuschauen sind, sondern damit auf Eis kein Blumentopf zu gewinnen ist.

 

Wir hatten glücklicherweise einen Satz Michelin "X Ice North" Monte/Schweden-Reifen mit 7 mm langen Spikes erstehen können, und waren damit tatsächlich optimal bereift. Nach einigen Rückfragen hatten wir herausgefunden, dass ein Reifendruck von mindestens 2,5 bar erforderlich ist, um den Spikes den richtigen "Biss" zu verschaffen. Eine kurze Probefahrt war recht aufschlussreich: Der Grip ist damit auf blankem Eis fast besser als mit Schotterreifen auf Schotter ... sagenhaft! Damit konnte es losgehen. Der Kurs wurde gegen den Uhrzeigersinn gefahren und hatte nur eine einzige leichte Rechtskurve. Insgesamt war er aber flüssig und erlaubte auf einer längeren Geraden immerhin das Ausdrehen des zweiten Gangs. Die Schneewände zu beiden Seiten des Kurses sahen zwar recht kuschelig aus, bestanden aber bei näherer Kontrolle aus betonhartem Schnee, eher schon Eis. Damit waren sie zum "Anlehnen" nicht geeignet, es war also die Präzision des Rallyefahrers gefragt, der unverrückbare Hindernisse beidseits der Strecke ja zur Genüge kennt. Die SCUDERIA MAGRA war (neben uns als Teilnehmern und unseren Teamchefs Monika und Julia) auch durch Manfred und Benedikt Eberhard, Jürgen Grohs mit seinem Sohn sowie durch Elke und Peter Göckel vertreten. Damit hatten wir am Samstag auch Unterstützung vom Streckenrand, was den Motorsport immer noch etwas schöner macht, als er ohnehin schon ist.

 

Erster Lauf, Matthias startet vor mir und schlägt sich in seiner Gruppe von drei Fahrzeugen sehr gut. Bei mir lief es etwas schlechter, aber wir belegten in der 2WD-Zeitenliste insgesamt den 4. Platz (Matthias) und den 7. (ich). Damit hatte mich mein Sohn bei seinem ersten Einsatz auf meinem eigenen Auto geschlagen! Beide hatten wir allerdings sämtliche anderen Porsche hinter uns gelassen, einschließlich einiger GT3 und GT3RS .... Da die besten 4 Fahrzeuge jeder Klasse ins Finale kamen, war Matthias auch dabei und landete insgesamt auf einem sehr guten vierten Platz der 2WD-Klasse. Damit war der erste Tag für uns aus fahrerischer Sicht schon zu Ende, aber dadurch konnten wir mit den angereisten MAGRAnern den anderen Teilnehmern zuschauen und bei zahlreichen Showfahrten unglaublich seltene Autos (Porsche 550 Spyder, Mathe-"Fetzenflieger") und Superfahrer (Walter Röhrl, Marc Webber, Matthias Kahle, ...) bewundern.

 

Der Sonntag begrüßte uns mit -17,5 Grad Außentemperatur, wodurch der Batterieladezustand des Porsche gerade noch für die Kontrolllämpchen reichte. Mit Anschleppen startete der luftgekühlte Sechszylinder aber recht schnell, und schon nach einer halben Stunde des Warmlaufens hatte er Betriebstemperatur. Matthias fuhr im ersten Lauf des Tages einen hervorragenden dritten Platz heraus, während ich leider einen Dreher hatte und mich damit am Ende des Feldes wiederfand. Mit dem vierten Platz des Vortags und dem dritten Platz des Sonntags kam Matthias damit ins "große Finale" und holte den 3. Gesamtplatz bei den 2WD-Fahrzeugen. So blieben wir am Sonntag noch bis zur Siegerehrung, und verließen Zell am See mit dem sicheren Vorsatz, nächstes Jahr wiederzukommen. Ferdinand Porsche wünschte sich unseren Martini-Porsche für das GP Ice Race 2020 unbedingt wieder, und diesen Wunsch können wir ihm ja schlecht abschlagen.

 

stomi

 

 

 

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