14. Rallylegend Repubblica di San Marino (I) 6. – 9.10.2016

Kurzer Rückblick auf die Rallye Legend San Marino: 170 Starter, die Crème de la Crème des historischen Rallyesports, hatten sich mit erstklassigen Oldtimern und einigen World-Rallye-Cars in San Marino eingefunden. Darunter auch zwei Magra-Teams - auf Porsche 911 und Alfa 75. Die ersten Prüfungen gingen bei trockenem, kaltem Wetter weit in die Nachtstunden des nächsten Tages und die zwei M’s hatten Spaß mit den neuen Reifen und fuhren ganz brauchbare Zeiten.

 

Dann kam der Regen und die Sehnsucht nach Regenreifen, die jedoch nur der Alfa montiert bekam. Unser Porsche-Team schlitterte auf Slicks durch den zweiten Tag und musste schnelleren Teilnehmern Platz machen. Das war hart!

Aber am Sonntag trockneten dann die Straßen wieder ab und die Teilnehmer standen voll motiviert am Start. Alle freuten sich auf die legendäre Altstadt-Prüfung, die das Highlight des Tages sein sollte.

 

Doch dann ereignete sich dort ein tragischer Unfall, der zum Abbruch der Rallye führte. Beide Magra-Teams erreichten in Wertung und unbeschadet das Ziel.

14. Rallylegend Repubblica di San Marino (I) 6. – 9.10.2016

Nachdem sich die FIA durch eine unglaubliche Fehlleistung nicht dazu in der Lage sah, mir einen brauchbaren Historical Technical Passport (HTP) für das Jahr 2016 auszustellen, war die Saison eigentlich schon gelaufen. Durch einen Anruf bei Vito Piarulli bekamen wir aber dann doch noch die Möglichkeit, an der Rally Legend San Marino teilzunehmen. Dort wurde das von der FIA angerichtete Chaos einfach ignoriert, und wir konnten 2016 wenigstens an einer Rallye teilnehmen.

 

Die Veranstaltung hat sich in den letzten Jahren etwas gewandelt, aber nicht wesentlich. Die Zuschauerzahlen sind deutlich angestiegen, aber organisatorisch wurde auch viel getan, so dass das Verkehrschaos , welches wir noch bei unserer letzten Rally Legend vor einigen Jahren erlebt hatten, weitgehend ausblieb. Auch sonst lief für uns im Vorfeld der Rallye alles recht entspannt ab. Interessanterweise verlangt der Veranstalter mittlerweile von den Teams, während der Veranstaltung ausschließlich Pirelli-Reifen zu fahren, was auch tatsächlich kontrolliert wurde. Eigentlich ist das eine recht seltsame Protegierung eines Reifenherstellers, aber für uns bedeutete dies keine Einschränkung: Ich bin vor vielen Jahren mehr gezwungenermaßen von Pirelli auf andere Reifenhersteller umgestiegen und freute mich auf die "Rückkehr". Wir entschieden uns für PZERO 195/50 in der weichsten Asphaltmischung auf 16"-Rädern.

 

Die ersten zwei Prüfungen wurden Freitagnacht je zweimal gefahren. In der ersten Runde tat ich mich noch etwas schwer, die extrem guten Reifen auch wirklich so zu fahren, wie sie das verdient hatten, in der zweiten Runde lief es schon besser. Wir pendelten uns auf einen 17. Platz von 44 Teilnehmern in der "Historic"-Wertung ein, immerhin.

 

Der zweite Tag brachte eine Menge Regen, und es zeigte sich, dass unsere 16"-Entscheidung ein Problem beinhaltete: Es gab für diese Felgengröße keine Regenreifen. Für 15" hätte es alles gegeben, aber die entsprechenden Felgen hatten wir zuhause gelassen. Pech. Mit den Trockenreifen war es im Regen richtig schwierig, Kurs zu halten, und wir hatten zum ersten Mal das bei einem 911er eigentlich völlig unbekannte Problem "extremes Untersteuern". Unsere Zeiten wurden deutlich schlechter, und die Platzierungen der einzelnen WPs (zwischen Platz 18 und 26) waren ein Spiegelbild der Regenmenge.

 

Auch in der Nacht zum Sonntag regnete es, aber schon in der ersten Prüfung am Morgen trocknete die Strecke ab, und wir sahen die Chance, noch einmal ordentlich anzugreifen. Mit zunehmender Trockenheit hatten wir uns nach nur zwei Prüfungen wieder um zwei Plätze verbessert und konnten sogar einmal in einer Prüfung einen Konkurrenten überholen (nachdem uns das am Vortag mit anderem Vorzeichen passiert war …).

 

Dann allerdings passierte die Katastrophe, die zum sofortigen Abbruch der Rallye führte:  In der "San Marino"-Prüfung verbremste sich ein Teilnehmer in einer Spitzkehre und fuhr geradeaus in die Strohballen, hinter denen mit zu geringem Abstand Zuschauer standen. Ein Mann wurde dabei getötet, und es gab weitere 8 zum Teil schwer Verletzte Personen. Der getötete Zuschauer war ein großer Rallyefan aus Italien, der eigens mit seiner Familie zur Rally Legend gekommen war.

 

Es gab natürlich keine Siegerehrung, und auch eine Wertung bis zum Zeitpunkt des Abbruchs wurde erst nach einiger Zeit erstellt. Wir hatten bis dahin den 15. Platz von 44 Startern in der "Historic", und Thomas Zuppardi/Jürgen Grohs den 22. Platz von ebenfalls 44 Startern in der "Myth" erreicht.

 

Die Rally Legend San Marino besticht durch schöne Wertungsprüfungen und ein extrem hohen Zuschauerinteresse. Es ist zu hoffen, dass sie trotz des tragischen Unfalls (der vermutlich zu Änderungen in der Zuschauersicherheit führen wird), auch 2017 wieder stattfinden kann.

 

stomi

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