20. ADAC Rallye Oberland am 7.11.2015

... oder zweiter Frühling im November


Die richtige Reifenwahl für die diesjährige Oberland war sehr einfach. Man konnte sie bereits vierzehn Tage vor der Rallye treffen. Kein Regenreifen, kein Winterreifen, irgendwie war es permanent trocken und warm. Die WPs waren pfurztrocken (sorry!), einzig im Wald war es leicht feucht, ebenso ein paar Stellen in Wildsteig, wo es das Wasser aus dem Berg rausdrückt. 

 

Bei der Technischen Abnahme hatten wir einen Kommissar, der es sehr genau nahm. So etwas sind wir gar nicht mehr gewöhnt. Am Auto fand er nichts, aber meine Handschuhe haben ihm nicht gefallen. Da hat ihm der richtige Aufnäher gefehlt, aber mich gnädigerweise dennoch damit fahren lassen (andere hätte ich auch nicht gehabt).

 

Beim Besichtigen noch bewölkt hat sich allmählich die Sonne heraus gekämpft, es wurde frühlingshafte zwanzig Grad warm und wir kamen glatt ins Schwitzen. Zusätzlich zu  den drei aus den letzen Jahren bekannten WPs, Wildsteig, Lechbruck und Altenstadt, erlebte die WP Burggen ein Comeback. Alle WPs zweimal gefahren ergaben so fast siebzig WP-Kilometer. Die Oberland war ja erstmals Rallye 70.

 

Schön war, dass wir Unterstützung am Streckenrand hatten, die extra wegen uns zum Zuschauen kamen. So macht`s dann noch mehr Spaß. Los ging es mit fast zwölf Kilometer in Wildsteig. Für uns lief es von Anfang an gut, weniger gut für unser zweites Magra-Team Ring / Bartenschläger, die leider in dieser WP schon standen. So wie es beim Vorbeifahren ausgesehen hat, wollte die Technik nicht mehr. Euch aber danke fürs Anfeuern!

 

Für uns ging es weiter und problemlos durch Lechbruck und Burggen. Im Nachhinein habe ich daheim festgestellt, dass ich die „neue“ WP Burggen hätte kennen können. Ich bin sie letztmalig 2000 gefahren, als die Oberland noch zur Deutschen Meisterschaft gehört hat. Für mich war die WP aber neu, ich habe nix wiedererkannt. Sei`s drum. Umso bekannter dann Altenstadt, wo ich allmählich jeden Stein und jeden Bremspunkt kenne, aber immer noch ein paar Sekunden finde.

 

Nach einem kurzen Regrouping ging es auf die zweite Schleife, die wir ohne Probleme und zu unserer, und zur Zufriedenheit unserer mitgereisten Zuschauer absolviert haben. Da wir die Scheinwerfer dabei  hatten, wäre eine Verzögerung im Zeitplan für uns nicht das Problem gewesen, aber – Bravo an den Veranstalter – die Rallye war pünktlich. So hätte es in Altenstadt nicht unbedingt Scheinwerfer gebraucht, aber geschadet haben sie auch nicht.

 

Leider waren wir wie immer der einzige Starter in der Klasse, weshalb wir den Klassensieg nicht vermeiden konnten, da der Veranstalter unsere Klasse nicht zusammen gelegt hat. In der Gruppe sind wir 7. von 15 und im Gesamt 30. von 67 Gestarteten geworden.

 

Wichtiger noch, das Auto ist gelaufen wie das sprichwörtliche Schweizer Uhrwerk und kaputt ist auch nichts, ich habe im Winter folglich nichts zu tun, da freue ich mich schon drauf!

 

Alles in Allem war es eine schöne Veranstaltung und ein Ergebnis mit dem man sehr gut in die Winterpause gehen kann. Mal sehen, ob es uns gelingt, nächstes Jahr dem nationalen Sport ein weinig den Rücken zu kehren und uns der einen oder anderen internationalen Rallye zu zu wenden. Gerne im Ausland, am liebsten in Italien…  Mal sehen…. Zeit wär`s dafür!

 

Christoph


Ein Video gibt es unter: www.facebook.com/rallyevideo.de/


(Foto: PhotoFelzi)
(Foto: PhotoFelzi)

20. ADAC Rallye Oberland am 7.11.2015

- im Land der untergehenden Sonne

 

Ich hatte schon fast nicht mehr daran geglaubt, aber am vergangenen Samstag konnten wir nach fast zweijähriger Zwangspause doch noch zur ersten Jungfernfahrt mit dem neuen Auto aufbrechen.

 

Bereits am Freitagabend hieß das Ziel Altenstadt im Landkreis Weilheim, um erst mal das übliche Abnahmeprozedere zu erledigen. Während die Doku erwartungsgemäß schnell abgefertigt war, war es bei der Technischen, leider ebenfalls erwartungsgemäß, schon etwas haariger. Denn nachdem technische Kommissare mit dem Hang, Rallyeteams das Leben schwer zu machen vor Ort waren, wurde uns wegen einer fehlenden Batterieabdeckung fast der Start verweigert. Alle Versuche, eine realisierbare Notlösung zu finden, scheiterten und ließen die Laune zusehends schwinden.

Doch wir sollten Glück haben: denn zufällig war Jürgen Klages, seines Zeichens Vorstand des örtlichen Motorsportclubs vor Ort und hat unser Problem mitbekommen. Ohne jeglichen Aufhebens bot er uns sofortige Hilfe in Form von Werkstatt, Baumaterial, Werkzeug und Kaffee an. So war es uns möglich, kurz vor Ende der Abnahme eine vermutlich sogar FIA taugliche Lösung aus Sperrholzplatten dem TK vorstellen zu können. In wie fern die geforderte Säurebeständigkeit damit gewährleistet war, wissen wir zwar nicht, aber für eine Zulassung zum Start war es ausreichend. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Jürgen!!!

 

So hieß es also Samstagmorgen dann erst mal Strecke besichtigen und den Aufschrieb erstellen. Da ich die WPs dieser Rallye allerdings nur aus diversen Videos kannte, war es doch ziemliches Neuland für uns. Aber aufgrund der sommerlichen Witterung und der Streckenführung eine Veranstaltung nach unserem Geschmack. Lediglich unsere niedrige Startnummer 20 machte mir, besonders hinsichtlich der zwei Rundkurse und dem Wissen, dort auf den starken M5 von Markus Ederer und dem hinter uns startenden M3 treffen zu können, doch etwas Sorgen. Aber damit mussten wir halt leben.

 

Ungewohnt früh hieß es dann um 13.18 Uhr, das Regrouping in Richtung Wertungsprüfung 1 zu verlassen. Da einige Passagen durch den Wald  führten und diese mit einigen feuchten Kurven auf uns warteten, war Zurückhaltung geboten, zumal wir noch nicht die optimale Luftdruck- und Fahrwerkseinstellung gefunden hatten.

Dennoch konnten wir uns gut im Mittelfeld, zwei Plätze hinter Sandra und Sascha auf ihrem Evo, platzieren. Mani und Thomas dagegen hatten leider weniger Glück. Nachdem der Compact bereits im Vorfeld immer wieder den Motorstart verweigerte und dann zur Hälfte der Prüfung auch noch mit Aussetzern auf sich aufmerksam machte, endete die Veranstaltung für die Beiden bereits vor Ende der Prüfung. Hier konnte auch das schöne Wetter nicht lange über die  eineinhalb-stündige Wartezeit trösten, bis der ADAC die Gestrandeten gerettet hatte.

 

Währenddessen kämpften wir uns durch die weiteren Prüfungen, kamen immer besser in Tritt und konnten zeitweise ansatzweise sogar ganz passable Zeiten fahren. Allerdings bremste uns das Können des Fahrers immer wieder etwas ein, da ich trotz des Vorhabens, nur zu Testzwecken zu starten, stellenweise doch etwas übermotiviert war. Zudem hatte ich noch recht wenig Gefühl für den Grenzbereich der Reifen und letztlich überraschten mich immer wieder mal etwas zu spät gesetzte Bremspunkte (kaum vorstellbar, dass man mit knapp 200 PS schneller an einer Ecke ankommt als mit den gewohnten 140 Pferdestärken…). Dies hatte zur Folge, dass wir uns bis zum Regrouping auf fast jeder der WPs jeweils einmal eingedreht hatten. Bis auf 20 Meter Weidezaun, welcher sich ziemlich markant am vorderen Kotflügel verewigt hatte und der Tatsache, dass wir den zweiten Rundkurs um einen Turn verkürzt hatten, erreichten wir die Halbzeit ziemlich schadenfrei.

 

Die zweite Hälfte lief dann schon etwas besser, und neben diversen Aha- Erlebnissen und einem etwas vorsichtigeren Gasfuß zeigte sich durchaus eine gewisse Konkurrenzfähigkeit des BMW.

 

Zusammenfassend kann man sagen: Hätte ich den einen oder anderen Griff zur Handbremse unterlassen und wären einige Kurven im Aufschrieb mit etwas mehr „Feigheit vorm Feind“ geschrieben worden, hätten wir durchaus Chancen auf eine Platzierung im Bereich unserer Startnummer gehabt.

Trotzdem hatten wir eine riesen Gaudi und der Plan, einfach mal einen Versuchslauf zu absolvieren, war ein voller Erfolg. Besonders gefreut hat mich auch der Besuch einiger bekannter Gesichter, unter anderem auch mal wieder Monika Z. mit Ehemann und Björn Lachmayr nebst Rallyenachwuchs zu sehen.

 

Jetzt verschwindet „Kitty“, wie unser Fahrzeug nach allgemeiner Meinung nun offenbar heißt, erst mal wieder in der Werkstatt, da es doch noch so einiges zu tun gibt. Und dann freuen wir uns auf eine hoffentlich erfolgreiche und schadenfreie Saison 2016.

 

Ein Video von der Oberland-Rallye gibt es hier: http://köchl-motorsport.de/07-11-2015/

 

KöMi   

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