29. Sanremo Rally Storico vom 4.- 5. April 2014

Bereits zum 6. Mal machten Sepp und ich uns Anfang April auf nach Sanremo, um dort die Rallyesaison 2014 mit dem Lauf zur FIA Historischen Europameisterschaft zu eröffnen. Da  unser Audi altersbedingt bereits diverse Ausfallerscheinungen zeigte, beschlossen wir, sicherheitshalber mit einem Leihauto anzureisen und zu trainieren. Dem armen Citroen bliebt in den kurvigen Bergstrecken im Hinterland von Sanremo nichts erspart. Die Bremsen quietschten und qualmten von den vielen Bergab-Passagen.

 

Insgesamt hatten sich 68 Teams  zu dieser Rallye angemeldet, darunter acht Lancia 037, zwanzig Porsche 911(S, SC, Carrera RS, SCRS usw.) und wir mit unserem kleinen Lotus Elan, der mit Baujahr 1966 außer einem Porsche 911 Baujahr 1964 mit Abstand eines der ältesten Fahrzeuge im Starterfeld war.

 

Nachdem uns die Veranstalter  bei der Papierabnahme besonders herzlich begrüßt hatten, verpasste der technische Abnahmekommissar unserem Lotus doch glatt wegen der hydraulischen Handbremse einen kleinen roten Punkt in seinem Wagenpass, was nicht sehr nett war. Bei der Abnahme erfuhren wir dann, dass unser schärfster Konkurrent  Heiko Dlugos nicht an den Start gehen würde, da  sein Porsche 912 zuhause beim Auffahren auf den Hänger einen Motorschaden erlitten hat. Das war dann bereits das zweite deutsche Team, das vorzeitig durch Motorschaden ausgeschieden ist.

 

Denn der Golf GTI unserer langjährigen Rallyespezln Klaus Ellermann und dessen Beifahrer Harald Siems, der bereits 1995 in unserem Lotus als Beifahrer mit dem Fahrer Wolfgang Nies die Sanremo Rally gewonnen hat, hatte ebenfalls bereits zuhause beim Probefahren einen Motorschaden. Sie sind daher gar nicht erst angereist. Da, wie gesagt, Heiko nicht starten würde, ersparte Sepp trotz des vorhergesagten Regenwetters seinem Serviceteam Alex und Werner Hagenbucher das Montieren der neuen Regenreifen und meinte, für die übrige Konkurrenz tun`s die alten Reifen auch noch.

 

So machten wir uns am Abend auf den Weg nach San Romolo in die berühmte Rallyekneipe Dall‘Ava, wo alle Wände mit Fotos sämtlicher Rallyegrößen geschmückt sind und schon so manche feuchtfröhliche Feier stattgefunden hat. Da sich  dieses Lokal zentral zwischen den diversen Wertungsprüfungen befindet, ist es schon so etwas wie eine Stammkneipe für uns geworden und entsprechend herzlich wurden wir von der Wirtin begrüßt.

 

 

Am nächsten Tag ging es dann an den Start. Wie vorhergesagt, fing es an zu regnen, der Scheibenwischer quittierte bereits nach wenigen Metern den Dienst und ließ sich auch durch gutes Zureden nicht mehr dazu bringen, die Scheibe zu wischen. Auch die alten Reifen hatten einen miserablen Gripp und so fuhren wir mehr recht als schlecht im Blindflug bis zur Zwangspause.

 

Kaum hatten wir die neuen Reifen montiert und auch der Regen etwas nachgelassen, waren wir in WP 5 (Vignai, 17,97 km, 15`52.2 = 24. Platz Gesamt) um gut eine Minute schneller als in WP 1(16`52.3) und in WP 6 (Apricale, 10,28 km 8`58.2, 25. Platz gesamt) ebenfalls um eine Minute schneller als in WP 2 (9`55.8). Man sollte nicht glauben, was gute Reifen so ausmachen. Im Gesamtklassement kamen wir dadurch auf Platz 36 noch vor dem ehemaligen deutschen Rallyemeister Ludwig Kuhn auf Porsche 911 SC ( Platz 37), was diesen schon etwas wurmte und beunruhigte. 

 

Bereits in WP 1 war inzwischen das dritte deutsche Team Wolfgang Ströhm und Karl-Heinz Schlachter, die direkt hinter uns starteten, auf Opel Ascona mit Motorschaden ausgeschieden.

 

Nachdem unser Service Alex und Werner den Lotus mit ausreichend Wasser, Öl und  Benzin versorgt hatten, machten wir uns am Samstag auf zu den letzten drei WP‘s.

 

Unser größtes Problem am Lotus, die Kupplung, schien dieses Mal zu halten, dafür machte uns der Wasserverlust etwas Sorgen. 

 

So blieb es denn nicht aus und in der vorletzten Prüfung (WP 8, Bosco di Rezzo, 25,8 km) ereilte dann auch uns das Schicksal in Form eines - wie sich jetzt herausstellte - kapitalen Motorschadens. Zum Glück ging es immer bergab, so dass wir uns auf eigener Achse noch über die ZK ins Ziel der WP und bis zu einem geeigneten Standplatz retten konnten. Aber dann war es das endgültige Aus.

 

Aber, wie Sepp so schön am Abend in gemütlicher Runde verlauten ließ:  „Wir haben zumindest  die Motorschadenwertung unter den deutschen Teams gewonnen“.

 

Monika Schölderle

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