5. und 6. Hutthurmer ADAC Rallyesprint am 29.3.2014

 

Als die in einem saftigen blutorangenrot gewandete Sonne über der A 92 aufging, wussten wir noch nicht was der Tag in Hutthurm so bringen wird und alle freuten sich auf die Doppelveranstaltung im Bayerischen Wald. Gäbe es die Fähigkeit in die Zukunft blicken zu können, wären sicher etliche Teilnehmer zuhause geblieben.

 

Der extra langen Wertungsprüfung, im Rahmen der Doppelveranstaltung viermal zu befahren, eilte der Ruf voraus, "extra" anspruchsvoll zu sein und so wurde vom Beifahrer -  wohl dem der einen hatte - ein sorgfältiger Aufschrieb erstellt, welcher nicht nur die schnellen Passagen, die winkeligen Ecken und die Schikanen enthielt, sondern auch so manchen der verhassten, meist auf der Ideallinie liegenden Ziegelsteine.

 

Ein ebensolcher verpasste dem unschuldig daherkommenden funkelnagelneuen Vorderrad vom Team Stock/Oberrieder einen soliden k.o. Schlag und somit Maxzeit.

 

Auch andere Teams hatten mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen und so glich das Fahrerlager in kürzester Zeit einer großen Kfz-Werkstatt. Und es wurden nicht nur Reifen gewechselt. Besonders heftig traf es die Mehrfachstarter, die reihenweise die Heimreise antraten, und auch in den Reihen der Magraner blieb es nicht nur bei diesem Reifenschaden.

 

Martin Köchl und Mane Ring kämpften mit den Nachwehen der BMW-Wasserung im letzten Herbst: Leistung fehlte ihrem Gefährt in allen Kurven und als sie sich einmal mutig zeigte, erschrak sich Mane dann doch sehr über die ungewohnte Gangart.

 

Herbert und Thomas Köchl mussten ihren Seat Ibiza mit einem Mangel abstellen, der wohl erst nach Analyse in der Werkstatt einen Namen bekommen wird und Michi Köchl katapultierte seinen schönen roten BMW mit solcher Vehemenz und einem mehrfach eingesprungenen Rittberger durch die Ziellichtschranke, dass einige Fotografen die Entstehung eines völlig neuen Karosseriedesigns live miterleben konnten.

 

"Zamzählt wird zum Schluss" und bei der Siegerehrung der beiden Veranstaltungen gab es Preise für die siegreichen Fahrer: Willi Pürkner konnte sich beide Male in den Pokalrängen positionieren und dem Team Stock/Oberrieder wurde für den zweiten, makellos gefahrenen Sprint der Klassensiegerpokal überreicht.

 

Monika Stock

 

Hier die Ergebnislisten: http://www.msg-hutthurm.de/phpwcms/index.php?rallye

 

Rallyesprint Hutthurm 2014

Eigentlich habe ich sehr mit mir gekämpft, ob ich das vergangene Wochenende nicht einfach unter der Rubrik: „sch… gelaufen“ abhaken soll, oder doch noch die eine oder andere Zeile dazu schreiben soll. Ich habe mich dann doch für letzteres entschieden.

 

Nachdem also bereits am Freitagabend Anhänger und Zugfahrzeug besorgt waren, hieß das erste Etappenziel Nußdorf bei Traunstein, um dort bei Mani Seidl das Rallyeauto aufzuladen und das Gespann für den kommenden Tag abmarschbereit abzustellen. Pünktlich um 5.00h tauchte dann mein Beifahrer André Blank mit noch ziemlich kleinen Augen bei uns zu Hause auf, und nach einem morgendlichen Kaffee hieß es, in Richtung Hutthurm aufzubrechen.

 

Wie bereits vom Wetterbericht angekündigt, empfing uns Niederbayern mit strahlendem Sonnenschein. So luden wir unseren BMW ab und machten uns auf den Weg, um uns in die ellenlange Warteschlange an der Papierabnahme einzureihen. Diese war dann auch rechts zügig erledigt (wohl dem, der einen versierten und gut vorbereiteten Co hat), und so stand nur noch die technische Überprüfung aus. Diese lief erwartungsgemäß nicht ganz problemlos ab, nachdem die TK´s verzweifelt nach einer Eintragung der Reifengröße suchten. Dass es sich dabei aber um die Seriengröße eines E36 handelte und diese damit auch nicht explizit in den Papieren zu finden ist, war dabei aber zweitrangig.

 

Nun gut, beim letzten Mal stand auch die Debatte im Raum, warum wir an einer zertifizierten Zelle Schweißarbeiten ausführen – bei einem Eigenbaukäfig…

 

Mit der Androhung, uns bei der anstehenden Osterrallye eine Starterlaubnis zu verweigern wenn die Reifengröße nicht eingetragen ist, ließ man uns dann doch gnädigerweise in Richtung Streckenbesichtigung aufbrechen.

 

Und die war auch dringend nötig. So harmlos die Wertungsprüfung auch begann, so wurde sie doch mit jedem Meter selektiver. Enge, kurvige und mit einigen ziemlich gemeinen Kuppen versehende Passagen, rechts begrenzt von einem durchgehenden Wald und links von einer vierspurigen Bundesstraße sollten uns erwarten. Auch eine, mit Schlaglöchern gespickte Waldpassage und einige recht heikle Kurven rundeten die Sache noch ab. Um es mit den Worten eines Fritz Köhler zu beschreiben: „DAS ist Rallye. Da braucht Du richtig Eier in der Hose…“

 

Also versuchten wir unseren Aufschrieb so zu gestalten, dass wir möglichst nicht in Konflikt mit diversen Bäumen, Garagen o.ä. kommen. Zumindest DAS haben wir ja auch geschafft. So rollten wir gegen Mittag an den Start und wurden um 11.25h auf die Strecke entlassen. Und trotz einem sehr vorsichtig gestalteten Aufschrieb hatten wir in Lauf 1 doch das eine oder andere Aha-Erlebnis, welches sofort in Andre´s Ansage mit aufnahmen, um in den noch anstehenden Läufen etwas sicherer und evtl. noch etwas schneller zu sein.

 

So versuchten wir unser Glück also bei Lauf 2. Dieser gelang dann schon etwas flüssiger und auch der eine oder andere beherzte Griff zur Handbremse war zumindest sehr zuschauerfreundlich. Doch dann kam, was wir gerne verhindert hätten.

 

Die LETZTE Kurve vor der Ziellinie war uns bereits im vorigen Lauf unangenehm aufgefallen, da relativ viel Dreck eine passgenaue Linie forderte. Genau die sollte uns aber nicht gelingen und so verloren wir ziemlich heftig das Heck unseres Autos. Beim Versuch, wieder den Weg auf die Strecke zu finden und dabei weder einen der rechts stehenden Strommasten noch das Auto des Zeitnehmers zu eliminieren kam der befürchtete Gegenpendler. So schlugen wir frontal und ziemlich vehement im Straßengraben ein, woraufhin das Auto sich erst einmal um 180° drehte und anschließend nach zwei Überschlägen wieder auf den Rädern zustehen kam.

 

Nachdem wir uns selbst davon überzeugt hatten, dass der Crash lediglich viel Blechschaden gefordert hatte, uns aber nichts weiter fehlte, konnten wir das Ergebnis anschließend eingehend betrachten. Und bereits der erste Blick auf den Zustand des BMW brachte uns die Gewissheit, dass hiermit die Saison beendet ist.

 

Nun sollte, weil diese ungeplante Kaltverformung ja nicht schon gereicht hätte, das Unglück weiter seinen Lauf nehmen. Nachdem uns Oli mit unserem Hängergespann gerettet hatte, endete die Heimfahrt nach 500 m mit gerissenem Keilriemen am Zugfahrzeug.

 

Den weiteren Verlauf der nun anstehenden Odyssee versuche ich möglichst kurz zu halten: Mein Bruder Martin holt uns ab und bringt Hänger samt Auto ins Rallyezentrum. Dort wird umgehängt, um seinen eigenen Compact nach Mühldorf zu bringen.

 

Ich aber muss leider feststellen, dass ich meinen Haus-, Arbeits- und Privatautoschlüssel beim Umladen auf dem Anhänger hatte liegen lassen und es sich dieser auf der Fahrt irgendwo am Straßenrand gemütlich gemacht hatte.

 

Sandra und ich fahren mit Martins Bus wieder zurück nach Hutthurm, rufen den ADAC für das defekte Zugfahrzeug (Wartezeit ca. 1,5 Stunden), bringen den kaputten BMW nach München, anschließend den geliehenen Anhänger wieder nach Tuntenhausen und fahren nach Traunstein heim. Dort angekommen verrät uns ein Blick auf die Uhr, dass es bereits 6.30 Uhr morgens ist…

 

Nun ja. Das war der Rallyesprint Hutthurm 2014.

 

Aber einen Lichtblick kann ich noch vermelden: der Schlüsselbund wurde von zwei Jungs gefunden und brav abgegeben! Die 50,- Euro Finderlohn und der Kasten Bier für deren Papa macht´s da auch nicht mehr aus.

 

Ich möchte mich aber an dieser Stelle für die vielen Hilfsangebote und die tröstenden Worte recht herzlich bedanken. Besonders bei meinem Brüderlein für die Überlassung des Zugfahrzeuges und bei Sandra für die moralische Unterstützung und das Wachhalten während unseres nächtlichen Roadtrips!

 

KöM

Anhang vom Rallye-Experten

 

Nachdem Moni und Michi so im Grossen und Ganzen alles berichtet haben, was es in Hutthurm Interessantes gab, möchte ich nur noch kurz anbringen wie die Situation bei uns war.

 

Erster Lauf bei Martin, Schaltgestänge auseinander geflogen!

Nach der Instandsetzung (großen Dank an Herbert und Thomas Köchl!) keine Leistung mehr (Luftmengenmesser defekt). Ich bewegte das Auto aber trotzdem noch im Notlaufprogramm über den Kurs, weil ich sonst nicht zum Fahren kam und diesen Kurs nicht missen wollte.

 

Glückwünsche an Mathe, Jackl und Willi. Saubere Leistung, ich hätt schon auch gern gewollt, ging halt nicht. Es gab Gespräche mit Willi, der mal gerne wissen würde wie wir denn mit seinem Gefährt und mit mehr Leistung klar kommen. Wir lassen uns überraschen ...

 

M.Ring

Zurück