6. ADAC-Voralpenrallye 29.04.2017

Haftung unbekannt ...

Die aktuelle Ausfertigung unserer Heimveranstaltung drohte schon fast buchstäblich ins Wasser zu fallen. Bereits eine Woche vorher hatte es begonnen zu regnen, am Tag vor der Rallye setzte sogar noch dauerhafter und teils ergiebiger Schneefall ein!

 

Mit einer sehr überschaubaren Stimmung und dem einen oder anderen unflätigen Gruß an Petrus starteten wir also Freitagnachmittag ins benachbarte Erlstätt zur Firma Gienger, welche Wolfi Irlacher, wie jedes Jahr zum Rallyezentrum umfunktioniert, bereitgestellt hatte. Nicht ohne vorher noch einen gefühlten halben Meter Schnee vom Rallyeauto geschaufelt zu haben!

 

Während sich mein Beifahrer Joe Geiger durch das winterliche Oberbayern kämpfte, erledigten wir schon mal die übliche Abnahmeprozedur. So für den Start am nächsten Tag zugelassen begann die dringend nötige Spionagearbeit um herauszufinden, wer mit welchen Reifen starten wird. Beim Blick nach draußen stellte sich aber nicht die Frage, ob es Regenreifen oder Slicks werden, sondern viel mehr, ob man so kurzfristig noch passende Schneeketten auftreiben könnte...

 

Da wir zwei der drei Prüfungen bereits aus 2016 kannten, war in den engen Waldpassagen im besten Falle mit nassem und schmierigem Geläuf zu rechnen, im schlechteren Fall sogar mit Schnee! Eine Kombination, die mit den profillosen Pneus interessant werden könnte.

 

So vertagten wir diese Entscheidung auf Samstagmittag, wenn wir von der Streckenbesichtigung zurück sind. Da der Wetterbericht aber sehr geringe Niederschläge und Sonnenschein ankündigte, blieben erst mal die Semis drauf.

 

Samstagmorgen: Der Wetterfrosch sollte recht behalten, strahlender Sonnenschein schon am frühen Morgen. So machten wir uns in 8.00 Uhr auf den Weg, die teilweise engen, aber überall sehr selektiven Prüfungen zu besichtigen. In der Hoffnung, dass die Strecke abtrocknet und der Vorteil, dass wir aufgrund unserer Startnummer das halbe Feld vor uns als "Straßenkehrer" haben, stand der Entschluss fest, nicht auf Regenreifen zu wechseln - trotz der Tatsache, dass wir an einigen Stellen "Achtung! Schnee!!" im Aufschrieb hatten.

 

Der erste Rückschlag folgte aber bereits, als wir beim Besichtigen auf Gerold und Sandra trafen, deren Kreislauf auf dem Weg in den Keller war und einen möglichen Start leider sehr in Frage stellte!

 

So hieß es anschließend im Rallyezentrum noch mal verpflegen und Sandra dopen, um uns dann um 12.55 Uhr in Richtung WP 1 auf zu machen. Dort ließen die ersten Aha-Momente auch nicht lange auf sich warten. Denn was die Strecke an Nässe verloren hatte, gewann sie dafür an Dreck durch die tiefen Cuts in der nassen Wiese. So verloren wir auf das direkt vor uns gestartete M3 Team Kandziora/Stuiber einige Zehntel, welche wir auf WP 2, einem Rundkurs, wieder gut machen wollten. Jedoch drehten sich die Beiden so unglücklich, dass sie zwar den BMW ganz ließen, aber die Strecke blockierten und uns die Streckenposten noch rechtzeitig aufhielten. Dadurch erhielten wir eine fair gerechnete Zeit und machten uns auf dem direkten Weg zur dritten Prüfung.

 

Hier lief es richtig gut, und so erreichten wir das Regrouping mit 3 Sekunden Vorsprung auf den schnellen Wagner-Porsche als erster in unserer Klasse! Leider hatte Gerold zu diesem Zeitpunkt aufgrund Sandras schlechter Verfassung seinen Ford Cosworth bereits abgestellt, was uns für die Beiden sehr leid getan hatte.

 

Jedoch durch unsere Platzierung angespornt galt es, im nächsten Turn zügig aber möglichst fehlerfrei durch zu kommen, was in WP 4 sehr gut klappte. Im neuerlich zu fahrenden Rundkurs erwartete die Teilnehmer eine reine Schlammgrube, die den ursprünglichen Streckenverlauf oft nur noch vermuten ließ. Dennoch holten wir auf Kandziora/Stuiber fast eine Minute auf und überquerten die Ziellinie fast Stoßstange an Stoßstange.

 

Die letzte Prüfung lief zwar gut, trotzdem verloren wir hier gegenüber dem ersten Durchgang drei Sekunden, und sogar in der Gesamtwertung fast 40 Sekunden auf Hans Wagner.

Trotzdem, wir waren schon alleine aus dem Grund, schadenfrei durchgekommen zu sein mehr als happy (das obligatorische Außenspiegelopfer an den Rallyegott bewerten wir schon lange nicht mehr als Schaden).

 

So erreichten wir auf einem, leider etwas enttäuschenden 30. Gesamtplatz und Platz 2 in der Klasse F3B/4 wieder die Firma Gienger. Hinsichtlich der Konkurrenz und der Verhältnisse aber ein akzeptables Ergebnis.

 

In jedem Fall ist es den veranstaltenden Vereinen MSC Priental, MSC Freilassing und der SFG Trostberg wieder einmal gelungen, eine der geilsten Rallyes des Jahres auf die Beine zu stellen. Dies bewies auch speziell der Zuschauerpunkt am Rundkurs, dessen, durch die Anwohner veranstaltete "Ausbau" nahezu schon Nordschleifen- Charakter hat und an welchem ausnahmslos alle Teams angefeuert wurden!

 

Wir für unseren Teil freuen uns schon wieder sehr auf die 2018-er Ausgabe unserer Heimveranstaltung!

 

Wir danken auch unseren Sponsoren und Unterstützern:

Rudolf Eineicher/ DAN Küchen Traunstein
Ingenieurbüro Artinger
Maschinenbau Pummer
B-Graphix
Auto Köchl GmbH

 

KöMI

Zurück