Mossandl-Rallye 7. - 8.11.2015

... oder besser gesagt: die Schlammschlacht des Jahres


Am 7. und 8. November lockte uns die Mossandl Rallye mit 80 WP Kilometern und einem Schotteranteil von mehr als 60 % ins schöne Niederbayern nach Mamming in der Nähe von Dingolfing. Die beiden Tage bildeten jeweils eine eigenständige Veranstaltung, zu denen man unabhängig nennen konnte. Die Samstagsrallye stellte den Endlauf der vom NAVC ausgeschriebenen Deutschen Amateur Rallyemeisterschaft dar. Neben der Mossandl veranstaltet der NAVC leider nur noch 4 weitere Rallyes im Jahr, die Zorn, Fürst von Wrede, Hombachtal, und Buchfinken-Rallye, in den Bereichen Hessen / Rheinland-Pfalz / Nordbayern. Beim NAVC gibt’s drei Gruppen, serienmäßig, verbessert und Allrad über 200 PS, und dann wieder unterteilt in Hubraumklassen, sehr einfach zu verstehen.

 

Da wir mit unserem Ascona B Baujahr 78 mit Matter-Käfig und Flankenschutz, Schalensitzen und Hosenträgergurten den höchsten Sicherheitsanforderungen des DMSB nicht mehr genügen, fahren wir ja meistens in der Retro-Rallye-Serie, wo man auf den abgesperrten Strecken einer 35 / 70 Rallye eine Lichtschranke am Ziel der WP auf Sollzeit anvisieren muss. Beim NAVC dagegen kommt man mit dieser vernünftigen Grundausstattung aus. Durch das Schottertraining der Magra im Sommer wieder auf den Geschmack gekommen wollten wir die erste Bestzeit-Schotterrallye seit über 10 Jahren für Fahrer Jürgen und die erste überhaupt für Beifahrer Alexander richtig genießen.

 

Reifentechnisch hatten wir in die Vollen gegriffen, denn zusätzlich zu den schon während der ganzen Saison gefahrenen Conti-Sommerreifen haben wir zwei Winterreifen im gesegneten Alter von 10 Jahren und zwei neue (!) Vredestein Quattrac Ganzjahresreifen eingepackt.

 

Also machten wir uns von Fürstenfeldbruck aus schon am Freitagabend auf den Weg zum 100 km entfernten Kieswerk Mossandl, dem Dreh und Angelpunkt der Rallye. Dort angekommen, ging es gleich zur Papierabnahme, die in etwa 30 Sekunden erledigt war, und zur technischen Abnahme, bei der einige sicherheitsrelevante Teile kontrolliert wurden. Der Eindruck bis dahin vom Veranstalter-Team war schon toll, denn wohin man auch kam, man wurde lächelnd begrüßt, man hatte immer das Gefühl, die freuen sich, dass wir alle bei ihnen fahren wollen und werden uns helfen was auch immer für ein Problem noch aufkommen könnte. Da hatte ich bei anderen Veranstaltungen auch schon ganz andere Abnahmen erlebt.... . Danach fuhren wir gleich zu unserer Unterkunft nahe Mamming, um am darauffolgenden Tag um sieben Uhr zur Besichtigung starten zu können.

 

Gleich am frühen Morgen gab es dann die erste Überraschung. Es goss aus Eimern. Na gut, hat man sich gedacht, kann man jetzt auch nicht ändern.

 

Das Abfahren der drei Samstags-WPs war recht schnell erledigt, da sie nicht weit auseinander lagen und gab uns schon mal einen kleinen Ausblick, was für eine anspruchsvolle Schlammschlacht uns später erwarten würde.

 

Und dann ging‘s los: verhalten fahrend nahmen wir die ersten ungefähr sechs Kurven von WP 1 in Angriff, und dann kam das Missgeschick in Kurve sieben.... . Eine L4 im Wald schnitten wir zu stark, innen wuchs eine Baumwurzel in den Weg, was einen sofortigen Plattfuß nach sich zog, den wir gleich im Wald noch wechselten. Da hatten wir erst mal ungefähr vier Minuten ausgefasst und die Aussicht auf einen guten Platz war dahin. Aber die Prüfung bestach im weiteren Verlauf mit weiteren schönen Waldstücken, klasse schnellen und festen Schotterwegen und auch mit superglatten Feldwegen, die dem Begriff „Bauernglatteis“ eine ganz neue Dimension verliehen. Wer‘s nicht glaubt, schaut einfach mal die kreativen Bremsmanöver für eine R2 im folgenden Video an 

 

https://www.youtube.com/watch?v=nEzsjuYs6nk            (wir sind ab 29:18 drauf).

 

Daraufhin ließen wir‘s in WP 2, einem schnellen Rundkurs über breite und schmale Straßen mit recht wenig Schotter, und WP 3, die Prüfung mit 100 % Schotter durch das Kieswerk, langsam angehen, da ja eh nicht mehr viel zu reißen war, und fuhren extra zuschauerfreundlich. Die zweite Runde über diese WPs verlief dann „ohne besondere Vorkommnisse“. So sprang am Ende des Tages nur ein 32. Platz von 36 Startern in der Klasse raus.

 

Die Siegerehrung im urbayrischen Wirtshaus Apfelbeck in Mamming war aber trotzdem sehr schön. Zum einen weil wir am Tisch mit den neuen Deutschen Amateur-Rallyemeistern Stefan Schulze und Jochen Rheinwalt feiern konnten, die auch aus der Pfalz stammen, und zum anderen weil es ein echt schönes Beispiel der Lockerheit beim NAVC gab: wegen eines Fehlers wurde ein korrigiertes Ergebnis ausgehängt und der Fahrtleiter informierte übers Mikrofon: „Jungs, das neue Ergebnis hängt jetzt, der Sportkommissar steht direkt daneben, wer noch irgendein Problem hat, sagt ihm gleich Bescheid, ansonsten machen wir in 10 Minuten die Siegerehrung“. Fanden alle gut!

 

Und dann freuten wir uns auf die 34. Mossandl Rallye am Sonntag. Da diese viermal über eine WP im Kieswerk führte, und so auf einen Schotteranteil von nahezu 100 % kam, wechselten wir unsere Vorderreifen von Sommer auf Winterreifen, und fuhren auf der Hinterachse, wie am Vortag, die Vredestein Quatrac 3.

 

Nach dem Abfahren ging‘s zum Start, direkt an der Ausfahrt vom Servicepark. Der erste Durchlauf der WP verlief, um es gleich vorweg zu nehmen, am besten und wir beendeten ihn mit einer fünftbesten Zeit in unserer Klasse. Die restlichen drei brachten wir jeweils mit einer 7., 6. und nochmal 6. Zeit zu Ende, sodass wir am Ende des Tages einen 5. Platz in der mit 30 Teilnehmern stärksten Klasse 9/2 (Verbessert bis 2 Liter) feiern konnten. Im Nachhinein kann man sagen, dass sich die NAVC- von DMSB-Veranstaltungen nicht besonders stark unterscheiden. Aber bei den Teilnehmern und Veranstaltern der Mossandl Rallye geht es unverkrampft und locker zu, man hat das Gefühl der 100%ige Spaß am Fahren steht an erster Stelle, und es hat uns wirklich gut gefallen.

 

Hier noch das Onboard von der WP1 am Sonntag:

https://www.youtube.com/watch?v=GhSRKnAYc3U

 

J.& A. Grohs

Foto: Photo-Felzi
Foto: Photo-Felzi
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