AvD-Niederbayern Rallye 29./30. August 2014

oder man könnte auch schreiben „…kein richtig gutes Wochenende für Porschefahrer“.

 

Eigentlich ist sie nicht ideal für unser Auto, aber ich mag die Rallye trotzdem. Erstens hält sich die Anfahrt in Grenzen, zweitens wartet unsere Zimmerwirtin schon jedes Jahr auf uns und die Veranstaltung bietet einfach schöne, selektive Asphaltprüfungen.

 

Größte Neuerung war ein Prolog am Freitag und damit eine neue Startreihenfolge am Samstag. Der Rest war wie immer. Etwas abgewandelte Prüfungen gegenüber den letzten Jahren mit 125 WP-Kilometer mit Start und Ziel in Aussernzell.

Ach, noch etwas Neues gab es: historische Fahrzeuge nach Anhang K waren zugelassen und fuhren in ihren eigenen Klassen.

 

Unter ständigem Beifahrermangel leidend konnte ich Fred Winklhofer für das Unternehmen Niederbayern gewinnen.

 

Fahrerverbindungsmann ist auf dieser Rallye immer unser Manfred Hiemer, der übrigens auch 2. Vorstand dort ist.

So weit so gut.

 

Am Montag vor der Veranstaltung bekamen wir dann die Nennbestätigung. Von den 73  Teilnehmern hatten wir Startnummer 65, Hans Kögl / Sissi Peter die 69 und Michael mit Beifahrer Pfluftl die 19. Etwas ärgerlich für uns, denn damit bräuchten wir am Freitag schon mal Licht für die letzte Wertungsprüfung Englreiching, einem Rundkurs mit 11,49 km Länge. Aber es kam eh alles etwas anders als geplant.

Manfred Hiemer als Fahrerverbindungsmann mit seinem elektrischen Dreirad.

Im Telegrammstil liefen die nächsten Tage und Stunden folgendermaßen ab:

 

Am Donnerstag gegen 21 Uhr musste mir mein Beifahrer Fred Winklhofer aus privaten Gründen absagen. Im folgenden Telefonat mit Sigi wurde ein Reive-kompatibler Beifahrer gesucht. Da brauchten wir nicht lange zu überlegen. Tom Eder der eigentlich als Service eingeteilt war, wurde von uns beiden als einzige Alternative auserkoren. Mit den von Fred Winklhofer vorbereiteten Serviceunterlagen ging es am Freitag früh in Richtung Niederbayern. Bis Freitag 15 Uhr hatte man Zeit für das Besichtigen der sechs Wertungsprüfungen und die Technische Abnahme.

 

Die Magraner Michael Stock mit Beifahrer Pfluftl, die mit dem Porsche 911 in der historischen Klasse an den Start gehen wollten, kamen leider an der Technischen Abnahme nicht vorbei. Den stinksauren Michael musste Monika Stock das ganze Wochenende besänftigen. Bei seiner fehlenden HU und AU in Kombination mit dem roten 07-er Kennzeichen ließen die Kommissare nicht mit sich reden.

 

Eine weitere Neuheit war für alle Teilnehmer das Tragen von HANS oder anderen ähnlichen Protektoren. Das Gejammer war anfangs groß, aber man gewöhnt sich wirklich relativ schnell an die unpraktischen Teile.

 

Doch nun zur eigentlichen Rallye. Das Starterfeld war etwas kleiner als letztes Jahr. Die Veranstaltung zählte zur Österreichischen Challenge. Somit war auch ein Schwung Österreicher angereist. Die ersten 20 Starter waren gespickt mit GT 3’s, M 3’s, Mitsubishis und diversen Exoten aus allen Klassen. Den Gesamtsieg schrieb man auf alle Fälle einem der Porsche GT 3 zu.

 

Die beiden Freitagsprüfungen wurden um 17 Uhr gestartet. Doch durch einen relativ frühen und schweren Unfall auf der WP 1 wurde die komplette Freitagsetappe abgebrochen. Das hieß alle Fahrzeuge in den Parc ferme und am Samstag starten nach Startnummern. Für uns bedeutete das Ausschlafen und gegen 10 Uhr starten, als erstes zur WP 3 Steinach, einem Rundkurs.

 

Erstes Gesicht der Scuderia Magra war Peter Göckel, der seinen Hyundai gleich mal unerlaubt in den Regrouping-Parkplatz stellte. Als nächstes lief mir vor dem Start auch noch Michael Köchl über den Weg, der vermutlich als Service beim Team Schafhauser / Hauner VW Golf III Kitcar sein Bestes geben sollte.

 

Leichter Regen und nasse Straßen ließen uns hoffen nicht zu weit nach hinten durchgereicht zu werden auf den kommenden, schnellen Prüfungen. Bereits in der ersten Prüfung des Samstags fiel das Ehepaar Zeltner mit Antriebswellenschaden aus und Jürgen Geist / Pirmin Winklhofer übernahmen die Führung der Rallye.

Ehepaar Zeltner auf Porsche GT 3 vor den späteren Gesamtsiegern Jürgen Geist / Pirmin Winklhofer auf einem BMW M 3 Gruppe H.

Die erste Schleife bestand aus den Wertungsprüfungen 3 bis 5, auf der wir uns für Intermed entschieden. Auf der Verbindung zur WP 4 hatten wir einen Plattfuß an der Hinterachse, verursacht vermutlich durch irgendein Metallteil auf der Straße. In den Prüfungen fuhren wir relativ vorsichtig, die Gefahr eines Ausrutschers war einfach zu groß.

 

Auf der Wertungsprüfung 5 wieder ein Unfall, der aber ebenfalls glimpflich abging, dennoch musste die Feuerwehr den Retzer Hansi aus dem Seat befreien. Für uns da hinten wurde die WP wieder mal neutralisiert. Wir bekamen eine „gerechte“ Zeit und gut.

 

Im ersten Etappenziel ging für die folgende Schleife der Reifenpoker richtig los. Von Regenreifen bis Slicks war alles auf den Rallyefahrzeugen zu finden. Die Ausfallorgie ging weiter, Technik und Unfälle dezimierten das Feld. Mit einer hinteren Startnummer erhöht sich immer das Risiko vor den Prüfungen auf Grund von Unfällen länger warten zu müssen. Die Prüfungen selbst sind durchs Cutten sehr schmierig und viele WPs fährt man gar nicht, weil sie neutralisiert werden. Obwohl wir auf der WP immer wieder auf Teilnehmer aufliefen, verhielten sich alle vorbildlich und wir kamen immer gut vorbei.

 

Mittlerweile kam die Sonne raus. Die Straßen trockneten langsam ab. Nach dem zweiten Service und dem Regrouping führte nach wie vor Jürgen Geist / Pirmin Winklhofer auf BMW M 3 vor Köhler / Hägele ebenfalls BMW M3, mit 30 Sekunden Vorsprung.

 

Mittlerweilen waren alle Zahnarzt-Porsches, die für den Gesamtsieg in Frage kämen, ausgefallen. Wir führten unangefochten unsere Klasse, mangels Konkurrenz.

 

Die letzten beiden Etappen bestanden aus der WP Maign/Rannetsreit mit 5,47 km und der WP Schnelln mit 24,04 km. Die lange WP ist natürlich der Klassiker auf der Veranstaltung. Zweimal 24 Kilometer, eine kurvige, bergige Landstraße ohne Gegenverkehr mit Slicks und einem Wettbewerbsauto – das macht einfach richtig Spaß.

 

Vor WP 9 Maign, wieder Warten nach einem verunfallten Histo-Porsche. Mit den erkalteten Slicks hatten wir dann doch auch eine kleine Schrecksekunde auf einer Kuppe, als wir für 50 Meter die Straße verließen, aber es ging alles gut.

 

Letzter Service in Aussernzell. Jetzt wollten wir die Ergebnisse heimbringen. Wir versprachen nichts mehr zu riskieren. Und so war es dann auch. Gegen 19 Uhr trafen wir im Ziel ein.

 

Etwas weniger Glück hatten Christian Allkofer / Kathi Götzenberger, die auf der letzten langen Prüfung noch 15 Minuten im Graben standen, mit Glück aber doch noch ins Ziel kamen.

 

Gesamtsieger waren bereits Geist/Winklhofer vor Köhler/Hägele und das Team Abendroth/Fritzensmeier auf Mitsubishi wurden als Dritte geführt. Sensationell war auch das VW Polo Team Madl/Schotte die mit ihrem 1300 Gruppe H Teil auf den 12. Platz fuhren.

Veit/Eder in einem Rundkurs bei Steinach.

Nach dem Duschen ging es wie immer in Riggerding zum Essen und danach auf die Siegerehrung. Nach dem enttäuschenden Jahr 2013 wurden wir dieses Jahr zwar nicht mit tollen Startnummern aber immerhin mit guten Ergebnissen belohnt. Schade, dass Michael und Pfluftl nicht fahren konnten, hatte ich ihm doch diese Veranstaltung ans Herz gelegt.

 

Danke an alle Helfer und besonders an meinen Beifahrer Tom, der diesmal eine wirklich eine schwierige Aufgabe zu erledigen hatte.

 

reive

 

AvD-Niederbayern Rallye 29./30. August 2014

Dreh- und Angelpunkt der diesjährigen Niederbayern Rallye war Außernzell und ein Blick in die Teilnehmerliste versprach eine interessante Veranstaltung. Am Magra-Stammtisch verabredeten wir Zuschauer uns und die Vorfreude war groß, Michael mit seinem Safari Porsche in Aktion zu sehen.

 

Die erste Enttäuschung kann schon via Mail am Freitag – Michael wurde von den Technischen Kommissaren nicht zum Start zugelassen.

 

Nachdem ich ziemlich genau vor 30 Jahren zum letzten Mal an einer Rallye teilgenommen habe, sind Elke und ich trotzdem nach Niederbayern gefahren, um die Atmosphäre zu spüren und die aktuellen Abläufe zu sehen.

 

Mit Brigitte (geborene Kastenberger) und Walter Ziegelmaier, die schon am Freitag vor Ort waren, haben wir uns für den Samstag im Servicepark verabredet um gemeinsam zum Zuschauen zu fahren.

 

Hier haben wir dann auch gleich erfahren, dass die Freitagsetappe aufgrund eines Unfalls neutralisiert wurde. Ein Teilnehmer kam von der Stecke ab und ist in eine Gruppe von Zuschauern gerutscht.

 

Damit begann die eigentliche Rallye mit der WP 3, also der Ersten am Samstag. Wir fanden schnell einen geeigneten Platz und konnten somit alle Fahrzeuge sehen.

 

Die Wetter- und Straßenbedingungen waren sicher nicht einfach. Von außen betrachtet unberechenbar und teilweise sehr rutschig, was die Reifenwahl nicht einfach machte.

 

Leider verabschiedeten sich die Favoriten Zeltner mit ihrem 911er GT3 direkt vor uns mit einem Getriebeschaden. Weitere zwei Mannschaften mussten ihre Autos ebenfalls hier, direkt neben uns abstellen.

 

Wir blieben sehr lange dort stehen um Reinhard mit seinem Astra und Hans im Ascona anzufeuern, denn beide hatten hohe Startnummern.

 

An unserem zweiten Zuschauerpunkt war die Teilnehmerzahl schon stark dezimiert. Die hohe Zahl der Ausfälle verwunderte mich, da es sich um eine Asphaltrallye handelte. Früher war Schotter der Materialmörder und sorgte immer für viele Ausfälle.

 

Wir hatten genug Zeit, zwei weitere WP's und die Zielankunft anzuschauen.

 

Gratulieren möchte ich Reinhard und seinem Beifahrer Tom  für das super gute Ergebnis.

Leider war die Zahl der “Magraner“ gegenüber vor 30 Jahren sehr gering und die, die starten wollen, lässt man nicht. Schade.

 

Peter Göckel

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