104. MCH/ADAC-Automobilslalom Heilbronn (CST) am 6.4.2014

Da tut sich ja schon einiges auf der MAGRA-Seite... Leider nicht nur Erfreuliches.

 

So möchte ich nun auch ein bisschen aus dem Slalomsport berichten - und zwar ganz speziell der Lotus-Clubsport-Trophy. Am 6. April stand nämlich der erste Lauf der CST in der Saison 2014 im neuen Reglement  an.

 

Es gibt wie in 2013 drei Fahrzeugklassen:

- Klasse 3:      

Fahrzeuge mit offener Karosserie, sog. OPEN WHEELER  (Lotus 7, Caterham, Westfield usw.) mit Straßenreifen bis 147 PS,

Fahrzeuge mit geschlossener Karosserie (Lotus 2/11, Lotus Exige, Lotus Elise, Opel Speedster usw.) mit Semi-Slicks bis 147 PS, mit Straßenreifen ohne PS-Begrenzung;

 

- Klasse 2:

Fahrzeuge mit offener Karosserie, sog. OPEN WHEELER mit Semi-Slicks bis 160 PS - mit Straßenreifen ohne PS-Begrenzung,

Fahrzeuge mit geschlossener Karosserie mit Semi-Slicks ohne PS-Begrenzung;

 

- Klasse 1:

alle Fahrzeuge mit Slicks oder ohne Straßenzulassung.

 

Klingt komplizierter als es in Wirklichkeit ist. Es gibt ja insgesamt nur ca. 20 Teilnehmer-Fahrzeuge (+ ein Häufchen Gaststarter), die sich relativ leicht einstufen lassen.

Aber die Qualität der teilnehmenden Fahrzeuge ist mittlerweile schon sehr professionell. Da sind richtige "Renner" am Start. Und auch die Fahrer sind zum Teil alte Slalomspezialisten.

 

Neu ist in 2014 die Punktewertung.

 

Diese erfolgt bei mindestens 3 Startern in der Klasse ohne Rücksicht auf die Anzahl der Starter in der Klasse:

 

1. Platz 100 Punkte

2. Platz 95 Punkte

3. Platz 90 Punkte

4. Platz 88,

dann 86, 84, 82 usw. Punkte

 

Der erste und der zweite Lauf zur diesjährigen CST fanden am gestrigen Sonntag im Rahmen eines normalen Clubsport-Slaloms des MC Heilbronn in der kleinen "Grünen Hölle" auf der Verkehrsübungsanlage am Wolszipfel in Heilbronn statt - mitten in den Weinbergen. Die Lotus Truppe ist dort ein gern gesehener Gast und hat sich über die Jahre sogar zum Publikumsliebling entwickelt.

 

Zum Einstieg in die neue Saison gleich eine richtig harte Nuss.

Die Strecke hat es nämlich in sich: knackig bergauf und bergab, mit Leitplanken und mit gemeinen Bodenwellen gespickt, - und das im 3. Gang. Dort bin ich letztes Jahr in den beiden Trainings zweimal abgeflogen: einmal seitlich in die Leitplanke und einmal quer in den Graben. Die beiden Rennläufe konnte ich damals jedoch mit dem lädierten Auto - mit entsprechend dickem Hals - trotzdem gewinnen.

 

So machte ich mich mit sehr gemischten Gefühlen um 6 Uhr morgens auf den Weg ins ferne Heilbronn.

 

Die Nennung und Abnahme erfolgten, wie vom MC Heilbronn gewohnt, reibungslos und superschnell.

 

Nachdem wir die Strecke in einer Rennpause noch kurz besichtigen konnten, ging‘s bei strahlendem Sonnenschein und relativ warmen Temperaturen gleich zur Sache.

Mit Bangen erwartete ich das Ergebnis des Trainingslaufes: 1. Platz von 7 Startern mit gut 1 Sek Vorsprung. Das fühlte sich sehr gut an und ich war erst mal beruhigt.

Diese Zeit konnte ich in den beiden folgenden fehlerfreien zwei Wertungsläufen sogar noch ausbauen, was mir einen überraschend souveränen Sieg bescherte.

 

Sichtlich erleichtert und schon wieder ein bisschen frecher machte ich mich an die zweite Veranstaltung.
Diese wurde ohne Trainingslauf, gleich mit dem ersten Wertungslauf begonnen.

Ich schlug zeitlich da auf, wo ich bei der ersten Veranstaltung aufgehört hatte und hatte bereits wieder 1 Sek. Vorsprung vor dem Zweiten.

Ein ähnlich guter zweiter Wertungslauf und die Sache ist geritzt - dachte ich mir...

Aber da ich mir ja schon wieder sehr sicher war, verschob ich den Bremspunkt im 3. Gang zu weit in die Bodenwellen hinein und das Auto brach in der schnellen Rechtskurve "im Tal" schlagartig mit dem Heck aus.
Um das Auto nicht zu verlieren musste ich einen Poller überfahren und damit war auch die Konzentration für die restliche Fahrt dahin.

 

Ich musste wieder einmal zerknirscht zur Kenntnis nehmen, dass die an sich relativ gutmütige Elise im absoluten Grenzbereich wegen des Mittelmotors zur "Drecks..." (Entschuldigung!) wird.

 

Erst viel später erfuhr ich auf der Siegerehrung, dass der "verpatzte Lauf" mein absolut schnellster war und ich mich auf dem 2. Platz von 8 Startern wiederfand.

 

Alles in allem super gelaufen. Momentan befinde ich mich im Gesamtklassement der Lotus Clubsport Trophy mit 5 Punkten Abstand auf dem 3. Platz und bin hochzufrieden.

 

Aber ich denke jetzt mal ernsthaft darüber nach, mir vielleicht doch ein echtes Rennfahrwerk einzubauen, weil das modifizierte Serienfahrwerk mit meinem Fahrstil offenbar nicht richtig umgehen kann….

 

Das war‘s aus dem Slalomsport!

 

Euer Oskar

 

Der Typ im Vordergrund auf dem Foto ist übrigens der Veranstalter der Lotus Clubsport Trophy: Boris Hott mit seinem Caterham und seinem zweiten Fahrer.

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