Info für Rallyefahrer

Es wurden im aktuellen DMSB Rallyereglement verschiedene Dinge geändert und erneuert. Auf einige Punkte möchte ich hier nur in Auszügen hinweisen und das Lesen des gesamten DMSB-Regelwerkes dringend empfehlen!

Art. 20 A.2 und nachfolgende ...


Hier wurden die Geldstrafen, wenn während der Besichtigung von Wertungsprüfungen bzw. während der Veranstaltung gegen die Geschwindigkeitsbegrenzungen verstoßen wird, deutlich erhöht.

Komplett neu und auch für die Rallye 75 (ehemals R 200+) interessant sind die folgenden Artikel aus dem Rallye-Reglement 2015:


RR 52.5 Reifenmontagezone und RR 52.6 Lampenmontagezone

Im Art. 39. wird die Zuordnung der Fahrtzeiten während der gezeigten gelben Fahne neu geregelt.

 

Dies bedeutet für Rallyefahrer:

 

JEDEM Team, dem auf einer Wertungsprüfung die gelbe Flagge gezeigt wird, erhält vom Fahrtleiter eine Zeit zugeordnet. Diese Zeit kann die gefahrene und von der Zeitnahme ermittelte Zeit sein oder eine errechnete. Ausschlaggebend dafür ist das Flaggenprotokoll des Streckenpostens, der den Grad der Behinderung schriftlich festhalten muss. Diese zugeordnete Zeit muss im Aushang kenntlich gemacht werden. Für die Errechnung einer Fahrtzeit gibt es Berechnungstabellen. Gegen diese Zuordnung ist ein Protest möglich.

 

Ferner wird der KFP für alle Rallyefahrzeuge ab 2017 Pflicht. Eine telefonische Anfrage beim DMSB ergab heute, dass der KFP keinesfalls HTP, Fahrzeugbrief oder Zulassungsbescheinigung Teil I/II ersetzt. Fz-Schein und KFP sind also bei Rallye-Einsätzen mit zuführen.

 

Auszüge aus dem DMSB Rallyereglement 2015

 

20.2 WÄHREND DES BESICHTIGENS DER WERTUNGSPRÜFUNGEN


20.2.1 Es wird eindringlich darauf hingewiesen, dass das Besichtigen der Wertungsprüfung kein Training ist. Alle Straßenverkehrsbestimmungen des Landes, in welchem die Rallye stattfindet, müssen strikt beachtet werden und die Sicherheit und die Rechte der anderen Verkehrsteilnehmer müssen berücksichtigt werden.

 

20.2.2 Ein Überschreiten der Geschwindigkeitsbeschränkungen während des Besichtigens führt zu nachfolgenden Geldbußen durch den Rallyeleiter, wie in der Veranstaltungsausschreibung aufgeführt: Überschreiten der Geschwindigkeitsbeschränkung pro km/h: alle Fahrer 25,- €

 

20.2.3 Andere Verkehrsverstöße während des Besichtigens führen zur Bestrafung durch den Rallyeleiter gem. Art. 20.4.4.

 

20.2.4 Die Höhe dieser Geldbuße wird aufgrund einer von der Polizei auferlegten Geldstrafe nicht geändert.

 

20.2.5 Im Falle eines zweiten Verstoßes während der Besichtigung bei derselben Rallye werden die Geldbußen verdoppelt.

 

 

20.3 GESCHWINDIGKEITSÜBERSCHREITUNGEN WÄHREND DER RALLYE


20.3.1 Ein Überschreiten der Geschwindigkeitsbeschränkungen während der Rallye führt zu nachfolgende Geldbußen durch den Rallyeleiter:

Überschreiten der Geschwindigkeitsbeschränkung pro km/h: alle Fahrer 25,- €

 

20.3.2 Die Höhe dieser Geldstrafe wird aufgrund einer von der Polizei auferlegten Geldstrafe nicht geändert.

 

20.3.3 Geschwindigkeits-Übertretungen um mehr als 50 %, unabhängig von anderen Verstößen führen zum Wertungsverlust ausgesprochen durch den Rallyeleiter.

 

 

20.4 STRASSENVERKEHRSBESTIMMUNGEN


20.4.1 Während der gesamten Rallye müssen die Fahrer die Straßenverkehrsbestimmungen des entsprechenden Landes beachten. Verstöße werden dem Rallyeleiter gemeldet.

 

20.4.2 Bei Verstoß eines Teams gegen die Verkehrsbestimmungen, muss der Polizeibeamte oder der Offizielle, der den Verstoß festgestellt hat, den Betroffenen auf dieselbe Art und Weise informieren wie normale Verkehrsteilnehmer.

 

20.4.3 Beschließt die Polizei oder der Offizielle, den betroffenen Fahrer nicht anzuhalten, kann sie den Veranstalter auffordern, die in dieser Ausschreibung festgelegten Strafen zu verhängen, vorausgesetzt dass:

- die Mitteilung über die Ordnungswidrigkeit vor Aushang der vorläufigen Endergebnisse auf offiziellem Weg schriftlich beim Veranstalter eingeht,

- die Angaben hinreichend sind, um den betroffenen Fahrer eindeutig zu identifizieren sowie den Ort und die Uhrzeit zweifelsfrei feststellen zu können,

- der Sachverhalt keine andere Auslegung zulässt.

 

20.4.4 Für den 1. Verstoß (nicht Geschwindigkeitsüberschreitung): eine Strafe durch die Sportkommissare.

 

20.4.5 Für den 2. Verstoß: eine Zeitstrafe nach Ermessen der Sportkommissare, mindestens jedoch 5 Minuten.

 

20.4.6 Für den 3. Verstoß: Wertungsausschluss durch die Sportkommissare

 

 

39. UNTERBRECHUNG/ABBRUCH EINER WERTUNGSPRÜFUNG


Falls eine Sonderprüfung aus irgendeinem Grund unterbrochen oder endgültig abgebrochen werden muss, wird jedem betroffenen Team durch den Rallyeleiter eine Zeit zugeordnet, die er als die fairste Zeit ansehen wird. Jedoch darf kein Team, das ganz oder teilweise für den Abbruch der Sonderprüfung verantwortlich ist, Vorteile aus dieser Maßnahme ziehen.

 

Jedem Team, dem nachweislich die gelbe Flagge gezeigt wird und seine Geschwindigkeit entsprechend anpasst, erhält ebenfalls eine faire Zeit gemäß diesem Artikel.

 

 

40.5.1 Flaggensignale


STILLGEHALTEN

• Geschwindigkeit verringern - Überholverbot

• Richtungswechsel möglich

• Gefahr auf oder neben der Fahrbahn

 

GESCHWENKT - LIEGENDE 8

• Geschwindigkeit verringern - Überholverbot

• Richtungswechsel oder Anhalten möglich

• Strecke teilweise oder komplett blockiert

 

 

52.5 REIFENMONTAGEZONE (RMZ)


In jeder Reifenmontagezone

 

– sind innerhalb der markierten Zone keine Arbeiten erlaubt, außer dem Wechseln der Reifen durch die Fahrer mittels Werkzeugen, die im Wettbewerbsfahrzeuge mitgeführt werden.

 

– dürfen sich, außer den Fahrern, keine weiteren Personen des Teams aufhalten.

 

– Es ist verpflichtend, dass alle Teilnehmerfahrzeuge durch die RMZ fahren und in der Reifenmarkierungszone anhalten, auch wenn die Reifen nicht gewechselt wurden.

 

– Eine Reifenmarkierungszone wird am Ende der RMZ eingerichtet.

 

Der Transport der Reifen in die RMZ wird in der Veranstaltungsausschreibung spezifiziert...“

 

 

52.6 SCHEINWERFERMONTAGEZONE (SMZ)


In jeder Scheinwerfermontagezone

 

– sind innerhalb der markierten Zone keine Arbeiten erlaubt, außer die Montage von Zusatzscheinwerfern durch die Fahrer mittels Werkzeugen, die im Wettbewerbsfahrzeuge mitgeführt werden.

 

– dürfen sich, außer den Fahrern, keine weiteren Personen des Teams aufhalten.

 

Die Zusatzscheinwerfer dürfen mit einem Servicefahrzeug in die SMZ transportiert werden

 

 

Das Rallyereglement 2015 zum Nachlesen:

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