DMSB: Neuerungen bei Protest und Berufung

Seit 1. Januar 2014 gilt: Im Bereich des DMSB wird sowohl auf die Protestgebühr als auch auf die Berufungsgebühr keine Mehrwertsteuer mehr erhoben. Dies konnte im Rahmen der Umsatzsteuersonderprüfung im Sinne der Lizenznehmer ausgehandelt werden.

 

Im Automobilsport richtet sich die Höhe der Protestgebühr bzw. Berufungsgebühr nach dem Status der Veranstaltung und ist der Gebührenübersicht im DMSB-Handbuch Automobilsport zu entnehmen. Im Bereich des DMSB belaufen sich die Protestgebühren bei einer Nationalen Veranstaltung derzeit auf 100,– Euro (Berufung: 500,– Euro), bei einer Nationalen A-Veranstaltung auf 300,– Euro (Berufung: 1.000,– Euro) und bei einer Internationalen Veranstaltung auf 500,– Euro (Berufung: 1.500,– Euro).

 

Jeder Teilnehmer an einer Motorsportveranstaltung hat das Recht, gegen eine vermeintliche Unregelmäßigkeit eine förmliche Beschwerde einzulegen. Dieses Verfahren heißt im Motorsport „Protest“. Durch das Protestrecht kann der Motorsportler seinen Anspruch auf Fairness und regelgerechte Wettbewerbsergebnisse durchsetzen. Des Weiteren hat der Teilnehmer einer Motorsportveranstaltung zum einen die Möglichkeit gegen eine seines Erachtens von den Sportkommissaren nicht zutreffende ausgesprochene Strafe oder Entscheidung Berufung einzulegen und zum anderen steht ihm das Recht auf Berufung ebenso als Rechtsmittel gegen Entscheidungen des DMSB-Sportgerichts zu.

 

Auszug aus dem überarbeiteten Internationalen Sportgesetz der FIA:

 

Art. 13.2 EINREICHEN EINES PROTESTES

 

Jeder Protest muss schriftlich eingereicht werden und von einer Protestgebühr begleitet sein, deren Höhe alljährlich von dem ASN (z.B. DMSB) festgelegt wird.

 

13.2.2

Diese Gebühr kann nur erstattet werden, wenn der Protest als begründet anerkannt wird.

 

ARTIKEL 13.3 ADRESSAT DER PROTESTE

 

13.3.1

Proteste, die sich auf einen Wettbewerb beziehen, müssen an den Rennleiter oder seinen evtl. Vertreter gerichtet werden.

 

13.3.2

Bei Abwesenheit des Rennleiters oder seines Vertreters sind diese Proteste an den Vorsitzenden der Sportkommissare zu richten.

 

ARTIKEL 13.4 PROTESTFRISTEN

 

13.4.1

Proteste gegen die Nennung von Bewerbern oder Fahrern oder gegen die angegebene Streckenlänge müssen spätestens zwei Stunden nach Schluss der Technischen Abnahme der Automobile eingereicht werden

 

13.4.4

Proteste gegen einen im Verlauf der Veranstaltung unterlaufenen Irrtum oder eine begangene Unregelmäßigkeit, gegen die Nichtübereinstimmung der Automobile mit den Vorschriften oder gegen die festgelegte Wertung am Schluss des Wettbewerbes müssen bis spätestens 30 Minuten nach dem Aushang der Wettbewerbsergebnisse vorgebracht werden, außer bei von den Sportkommissaren bestätigter tatsächlicher Unmöglichkeit.

 

13.4.7

Alle oben genannten Proteste werden unverzüglich von den Sportkommissaren behandelt und sie entscheiden auch, wer angehört wird.

 

ARTIKEL 13.6 UNZULÄSSIGE PROTESTE

 

13.6.1

Alle Proteste gegen Entscheidungen der Richter, die sie in Ausübung ihrer Funktionen getroffen haben, sind unzulässig.

 

13.6.3

Ein einzelner Protest, der gegen mehr als einen Bewerber gerichtet ist, ist unzulässig.

 

13.6.4

Ein durch mehrere Bewerber gemeinsam eingelegter Protest ist nicht zulässig.

 

ARTIKEL 14.3 NATIONALES BERUFUNGSVERFAHREN

 

14.3.1

Die Bewerber, gleich welcher Nationalität, haben das Recht zur Berufung gegen die durch die Sportkommissare gegen sie ausgesprochenen Strafen oder Entscheidungen beim ASN des Landes, in welchem die Entscheidung getroffen wurde.

 

14.3.2

Um ihr Berufungsrecht nicht zu verlieren, müssen sie jedoch ihre Berufungsabsicht bei den Sportkommissaren innerhalb einer Stunde nach Bekanntgabe der Entscheidung schriftlich ankündigen.

 

14.3.3

Die Frist für die Einlegung der Berufung bei dem ASN (z.B. DMSB) läuft 96 Stunden, ab dem Zeitpunkt, zu dem den Sportkommissaren die Berufungsabsicht angekündigt wurde, ab, vorausgesetzt jedoch, dass die Absicht Berufung einzulegen, den Sportkommissaren in der auf ihre Entscheidung folgenden Stunde ordnungsgemäß schriftlich gemeldet worden ist.

 

ARTIKEL 14.4 FORM DER „NATIONALEN“ BERUFUNG

 

14.4.1

Jede Berufung bei einem ASN muss schriftlich erfolgen und von dem Antragsteller bzw. dessen legitimierten Vertreter unterzeichnet sein.

 

14.4.2

Eine Berufungsgebühr, deren Höhe alljährlich von dem ASN festgesetzt wird, ist von dem Augenblick an fällig, in welchem der Berufungsführer den Sportkommissaren seine Absicht, Berufung einzulegen, ankündigt, und sie bleibt zahlbar, auch wenn der Betreffende seine erklärte Absicht nicht weiterverfolgt.

 

14.4.3

Diese Gebühr muss innerhalb von 96 Stunden ab dem Moment der Berufungsankündigung bezahlt werden. Bei Nichtbeachtung erfolgt gegen den Berufungsführer automatisch eine Suspendierung, die so lange aufrechterhalten wird, bis die Gebühr bezahlt ist.

 

14.4.4

Falls die Berufung als unbegründet zurückgewiesen wird oder falls sie nach Eingang zurückgenommen wird, wird die gesamte Gebühr einbehalten.

 

14.4.5

Falls sie als teilweise begründet angesehen wird, kann ein Teil der Berufungsgebühr erstattet werden. Die gesamte Gebühr wird zurückgezahlt, falls die Berufung als begründet anerkannt wird.

 

Weiterlesen im grünenTeil des Handbuches 2014 Automobilsport Kartsport (www.dmsb.de/download) oder hier:

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