ADAC Sportforum 2023 am 25.2.2023

Nach der langen Corona-Pause wurde endlich das Forum wieder in  Präsenz ausgetragen, und zu meiner Freude dann auch nicht in Landshut, sondern in der Motorworld in München. Vorab hatte ich euch gefragt, was ihr denn so wissen wollt. Aber dazu gleich mehr.
Ein wichtiges Thema war auch dieses Mal wieder die Änderungen des DMSB, was natürlich zu hitzigen Diskussionen führte. Wie uns ja vom Vorstand Michi im Vorfeld schon berichtet wurde, ist die Gültigkeit der Fahrerausrüstung ohne Hologramm 8856-2000 nur noch bis 31.12.24 (National) freigegeben. Diese Entscheidung hat übrigens nicht der DMSB beschlossen, sondern die FIA selbst. Warum dies so kurzfristig war, weiß keiner. Nachdem ja viele unserer MAGRAner in Österreich und Italien (International) unterwegs sind, sollten diese leider sofort auf neues Gewand umsteigen, damit es keine Überraschungen bei der Abnahme gibt.

Weitere Neuerung sind Geschwindigkeitsbegrenzungen, welche beim Besichtigen (Recce) in der Ausschreibung vorgeschrieben werden und vom Veranstalter protokolliert werden können, unabhängig von Polizei oder Gemeinde. 
Des Weiteren gibt es nun das Endergebnis ohne Wartezeit, sobald sich alle Fahrzeuge im Parc Ferme befinden. Dies ist dann gekennzeichnet mit einem „unter Vorbehalt“ Vermerk, da eventuell noch Fahrzeuge in der technischen Nachuntersuchung sind.
Bei größeren Veranstaltungen ab Rallye70 gibt es zum Teil Rädermontage-Zonen. Hier ist wichtig zu erwähnen, dass die Werkzeuge (wie Akkuschlagschrauber, Wagenheber etc.) zwingend im Fahrzeug mitgeführt werden müssen. Es darf lediglich ein Helfer und ein Wagenheber zusätzlich verwendet werden. Aufstellböcke sind auch erlaubt, welche vom Helfer mitgebracht werden können.
In Tankzonen darf sich während des Betankens keine Person im Rallyefahrzeug befinden.

Uns wurde noch ans Herz gelegt das Thema Anschnallen noch mal bei euch zu vertiefen, denn auch ein alter Fuchs kann mal was vergessen in der Hektik. Hintergrund ist, dass es leider zu vermehrten Verletzungen durch einen falsch angelegten Beckengurt kam. Sprich dieser quetschte in der Bauchhölle nach einem Aufprall einiges zusammen, weil der Beckengurt zu hoch angesiedelt war. Bitte denkt dran den Gurtsitz richtig einzustellen und anzulegen, damit im Fall des Falles nicht mehr passiert als müsste. Siehe Grafik unten.

Weiter geht es mit den Fragen von Christoph bezüglich des Füllmaterials für seinen Tank. Es geht darum, dass in Deutschland ohne Sicherheitstank gefahren werden kann, und wie zum Beispiel in Österreich nur mit Schaumgummiwürfel im Tank (je nach Baujahr).
Fakt ist, dass der DMSB für Deutschland das ganze Thema noch zurückhält und noch nicht das von der FIA angegebene übernimmt, angeblich aus Kostengründen, da in Deutschland sonst sehr viele Fahrzeuge, auch ältere, mit einer der beiden Varianten ausgerüstet werden müssten, also ältere Fahrzeuge einen Sicherheitstank bräuchten, und neuere homologierte Fahrzeuge die Schaumstoffwürfel. Was nun heißt, dass wir in naher Zukunft um das ganze Thema auch in Deutschland nicht rumkommen werden, weil die FIA ja bekanntlich der Chef ist.

Auf die Anfrage von Jürgen: „Sicherheitstank muss ausgesetzt werden und Übergangsfrist Kleidervorschrift sollte mindestens 5 Jahre betragen“ gab es folgende Auskunft: Es wurde mir gesagt, dass diese Bekleidungsvorschrift nötig sei, um die Sicherheit im Schadensfall zu gewährleisten. Warum dies aber von jetzt auf gleich umgesetzt werden muss, konnte mir keiner beantworten oder es ist ihnen egal, weil man als nationaler Fahrer ja noch bis Ende 2024 Zeit hat. Dass teilweise für Frauen diverse Klamotten gar nicht lieferbar sind, interessiert soweit auch keinen, weil unsere Leute vom ADAC wohl meinen, dass alle nur in Deutschland fahren.

Unterm Strich: Jeder der international unterwegs ist, braucht alles mit FIA-Hologramm, ob lieferbar oder nicht. 

Wie ihr ja wisst, ist dieses Jahr rund um Passau ein WRC-Lauf geplant. Durch die irrwitzigen Auflagen seitens der WRC-FIA-Fernsehsender wird dies zu einem Mammutprojekt, das seinesgleichen sucht. Um es kurz zu beschreiben, es werden ca. 2000-2500 Helfer gesucht, die auch keine besondere Ausbildung benötigen. Die Ortsclubs wurden natürlich gefragt, ob sie ihre Unterstützung anbieten können. Wer sich hier helfend einbringen will, kann sich gerne bei der Motorsportabteilung des ADAC Südbayern melden, oder ich stelle die Verbindung her.

Na dann, ab in die Saison 2023. Wir sehen uns.

MaRi

ADAC Sportforum 2023 am 25.2.2023