22. ADAC Labertal Historic am 13.04.2019

... oder

 

"Die Alten auf neuen Pfaden...."


Nachdem Klaus den neu überholten Motor seines BMW 2002 nicht nur „sinnlos in der Gegend herumfahrend“ einfahren wollte, beschloss er die Labertal Historic zu fahren. Als er mich anrief und fragte, ob ich beifahren könnte, war ich zwar etwas skeptisch, ob ich das „hinbringen“ würde, freute mich aber riesig, dass er an mich gedacht hatte und sagte zu.

 

Allerdings brauchte ich ja einige Informationen über so eine Veranstaltung, da ich bis dahin noch nie an so was teilgenommen hatte. Bei meinen letzten Versuchen in dieser Richtung im Jahre 2009, als ich mit Kalle Grundel im Vorwagen bei der Vorderpfalz-Klassik unterwegs war, scheiterten unsere Versuche „gleichmäßig“ zu fahren kläglich. Aber als Vorausauto war das egal. Wir sollten ja nur die Funktionäre an den Lichtschranken wachrütteln.

 

Also brauchte ich einen erfahrenen Historic-Beifahrer, der sich mit der Materie auskannte. Da fiel mir Viktor Konstanty ein. Er und Gabi fahren ja schon ziemlich lange solche Veranstaltungen. Schnell war der Kontakt aufgenommen und die ersten „Fachgespräche“ fanden statt – und mir wurde schön langsam so richtig übel. An was man da alles denken musste. Puuh, da war mir einiges neu. Aber Viktor erwies sich als äußerst guter und geduldiger „Lehrer“ und beantwortete alle meine Fragen, half mir mit seinem alten Bordbuch vom letzten Jahr und gab mir sehr viele hilfreiche Tipps. An dieser Stelle ein herzliches DANKESCHÖN an Viktor: ohne ihn und Gabi wären wir ganz schön „untergegangen“.

 

Zur Übung habe ich dann mal das letztjährige Bordbuch der Labertal Historic durchgearbeitet und verstand schön langsam, was Viktor mit den Tipps und Ratschlägen meinte. Da raucht einem ja ganz schön der Kopf.

 

Am Freitag vor der Veranstaltung wollten Klaus und ich uns am Nachmittag in Mallersdorf treffen, damit wir den Innenraum noch mit Funkuhren, Kurzzeitmessern und einem provisorischen Trip (Smartphone mit einer Trip-App) ausstatten konnten, da das Auto weder einen Tacho noch einen Trip besaß.

 

So gegen 4 kam dann der Anruf von Klaus, der seinen BMW in Rosenheim abgeholt hatte: „Ich stehe 20 km hinter Rosenheim und das Auto läuft nicht mehr“. 10 Minuten später: „Irgendwie ging er doch wieder an und ich fahre jetzt in die Werkstatt zurück. Ich melde mich, wenn ich mehr weiß, aber ich habe keine Hoffnung, dass wir das Auto so hinkriegen, dass wir fahren können…..“

Mit dem BMW hätten wir fahren wollen ....

Puh, das war ein Schlag: irgendwie hab ich mich doch ziemlich auf die Veranstaltung gefreut, und jetzt das! Dann kam mir eine Idee: vielleicht gab es ja hier irgendwo in einem Stadel ein altes Auto, welches am Samstag nicht gebraucht wurde… so grübelte ich vor mich hin.

 

Da ruf ich doch einfach mal den Andi Dinzinger (= Veranstalter) an. Vielleicht weiß der ja ein Auto… Ich hatte zwar nicht viel Hoffnung und war ganz baff erstaunt, als er meinte: „Wart a mal, ich ruf dich in ein paar Minuten zurück.“

 

Prompt meldete er sich und meinte, dass sein Vater Luk bereit wäre, uns seinen BMW 1802 für die Veranstaltung zu überlassen. Allerdings wäre das an eine Bedingung geknüpft: - auwei – dachte ich, jetzt kommts?! Der Klaus darf gerne das Auto fahren, allerdings dürfe er es nicht wie damals – wahrscheinlich vor mehr als 10 Jahren - auf der Deutschland-Rallye vor den Augen von Luk „bremslos“ in einen Vorgarten „werfen“.

Nun ja, ich dachte, das könnten wir ihm getrost versprechen, denn wir fahren ja keine Rallye, sondern eine Gleichmäßigkeitsveranstaltung auf öffentlichen Straßen.

Klaus hatte es dann doch irgendwie mit seinem BMW nach Mallersdorf geschafft, aber er meinte, dass wir, wenn wir mit ihm starten, wahrscheinlich bald stehen bleiben würden, da er massiv Probleme mit dem Öldruck und einigen anderen Dingen hatte.

Aber wir hatten ja ein „Reserve-Auto“ zur Verfügung, welches sogar schon mit einem Trip und einer Funkuhr ausgestattet war. Das erleichterte mir die Arbeit ungemein. So starteten wir also mit dem BMW, der schon einige Erfolge bei Historischen Veranstaltungen „erfuhr“.

.. und mit diesem sind wir dann gefahren.

Am Samstag ging’s dann nach der Fahrerbesprechung um 9.45 Uhr für die Startnummer 1, den Straßenwachtkäfer mit dem Team Schmid / Ogolter los. Einige alte Porsches, Jaguars, Benz, BMW’s und zwei Golf folgten.

Gabi und Viktor Konstanty gingen mit Startnummer 14 in ihrem Ur-Quattro auf die Strecke. Wir hatten Startnummer 44.

Auf dem Programm standen ca. 200 km mit 6 Wertungsprüfungen, die insgesamt 57 Lichtschranken enthielten.

Zum Aufwärmen gab es in WP 1 als erstes eine einzelne Lichtschranke. Das war für die super organisierte Veranstaltung sehr ungewöhnlich, da die Lichtschranken hier im Labertal eigentlich Rudeltiere sind. Da gab es Kreuzungen, an denen fünf Lichtschranken standen. Es waren oft drei Lichtschranken hintereinander in verschiedenen Entfernungen zueinander mit unterschiedlichen Zeiten zu durchfahren.

Also, für alle die, die so was nicht kennen: du fährst die erste Lichtschranke um 10:56:22 Uhr, die zweite in ca. 20 Meter Entfernung genau 4 Sekunden später und die dritte in ca. 10 Meter Entfernung dann nur 3 Sekunden nach der zweiten oder 7 Sekunden nach der ersten….

Dazu war es extrem hilfreich, vorher das Bordbuch genauestens studiert zu haben, damit man alle „Gemeinheiten“ des Veranstalters entdeckte.

Außerdem gab es viele Lichtschranken, die öfters durchfahren werden mussten. Da sollte man dann auch wissen, wer hier welche Durchfahrtszeit hat, damit man sich zwischen der gelben Pylone, nach der man nicht mehr anhalten durfte, und der Lichtschranke nicht in die Quere kam.

Man muss sich das so vorstellen: Du kommst an eine Kreuzung, da sind vor der Kreuzung zwei Lichtschranken kurz hintereinander, dann biegst du links ab und es folgt nochmal eine Lichtschranke. Mit dir kommen aber auch noch die Teilnehmer hier an, die bereits zum zweiten Mal die Strecke fahren müssen. Und dann sind da noch die Teilnehmer, die aus der dir entgegengesetzten Richtung kommen und auch die letzte der drei Lichtschranken durchfahren müssen…..

WP 1 und 2 liefen für uns zufriedenstellend. Wir hatten zwar keine Ahnung wie groß unsere Abweichung an den jeweiligen Lichtschranken war, aber – gefühlt – hatten wir wenigstens jede Lichtschranke einigermaßen in der richtigen Sekunde „getroffen“.

Dann kam WP 3, die auf dem Gelände des Sünchinger Heimatmuseums ausgetragen wurde. Das ist ein Wald mit vielen Bunkern, die im Krieg als Munitionsdepot dienten und in denen jetzt das Museum eingerichtet ist. Das Gelände verfügt über vier parallele Wege, die jeweils an den Enden miteinander verbunden sind. Die Abstände zwischen den einzelnen Wegen betragen aber gerade mal 10 – 30 Meter. Man sollte also vorher bereits genau wissen, ob man in den ersten, zweiten oder dritten Weg abbiegen muss. Denn wenn du da einmal falsch abbiegst, dann stimmt nix mehr. An jedem Abzweig steht vorher und danach eine Lichtschranke, ebenso auf den kurzen Geraden zwischen den einzelnen Wegen. Also muss der Fahrer die Strecke im Kopf haben und der Beifahrer zählt die Sekunden oder sagt die Zeit an. Man fährt darin nur ca. 3 Minuten und hat 7 Lichtschranken zu durchfahren.

Danach war ich echt reif für die Zwangspause, die wie jedes Jahr auf dem Hof des Veranstalters in Wallkofen stattfand. Für Verpflegung war ausreichend gesorgt: Schmackhafte Gulasch-Suppe mit Brot und jede Menge super leckere Kuchen waren für die Teilnehmer hergerichtet.

An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an die vielen Kuchenbäcker, Köche und sonstigen Helfer des MC Labertal, die uns so großartig verköstigten.

Nach Begutachten des Aushangs der ersten beiden WPs konnten wir zufrieden sein. Wir befanden uns im Mittelfeld.

Frisch gestärkt ging es dann zum Endspurt. Die Strecken waren toll ausgewählt: traumhafte kleine Straßen, bergauf, bergab und mit dem Wetter hatte der Veranstalter auch Glück. Die Sonne schien, aber es war sehr kalt, sodass keine oder nur ganz wenige Radlfahrer unterwegs waren. Das wäre auf diesen engen Straßen sehr unangenehm gewesen.

WP 5 fand wieder im ehemaligen Mundepot statt. Dieses Mal in die andere Richtung und drei statt zwei Runden mit 8 Lichtschranken. Irgendwie hatte ich diesmal beim Zählen den Faden verloren und wir fuhren glatt mehr als eine Sekunde zu früh durch eine der Lichtschranken. Wenn man diese Konzentration nicht gewohnt ist, dann ist man leicht überfordert. Klaus hat mir aber verziehen!

WP 6 brachten wir dann noch ganz passabel hinter uns. Am Ende waren wir 26. Gesamt vor unseren „Lehrern“ Gabi und Viktor.

Aber wenn man die Zeitunterschiede zu den ersten Plätzen betrachtet, dann frage ich mich schon, wie die „das“ machen. Der Gesamtsieger Klaus Leinfelder mit Tochter Kathrin hatte bei den 57 Lichtschranken gerade mal 3,14 Sekunden Abweichung, bei uns waren es 17,5 Sekunden. Da müssen wir wohl noch ein bisschen üben, üben, üben,……

Alles in Allem war dies eine super organisierte Veranstaltung mit sehr anspruchsvoller Aufgabenstellung.

Ein herzliches Dankeschön an die Familie Dinzinger und alle Helfer, die mit so viel Herzblut und Enthusiasmus diese Veranstaltung möglich machen.

Und:  wenn es uns irgend möglich ist, dann kommen wir nächstes Jahr wieder!

MoZi

Gabi und Viktor Konstanty im Ur-Quattro
... wartend an der gelben Pylone

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