3. Rally Internazionale Costa Smeralda (I) 16.-17.10.2020

Wieder zog es uns auf eine italienische Insel, dieses Mal nach Sardinien zur 3. Rally Costa Smeralda.

 

Wie für die Meldung der Rally Elba, mussten wir wieder eine längere Meldeprozedur absolvieren. Unzählige Dokumente waren online auszufüllen und auszudrucken. Diese erste Hürde haben wir genommen und sind nach einer 8 stündigen Überfahrt in Olbia angekommen. Schnell ins Hotel gefahren, um den Anhänger abzustellen und anschließend mit dem Roadbook bewaffnet zu besichtigen.

 

Es galt vier WPs jeweils zweimal zu fahren. Unser Vorteil war, dass davon drei identisch mit dem Vorjahr waren und somit nur noch eine, jedoch mit 18,70 km auch die längste, neu zu schreiben war. Schnell haben wir am ersten Nachmittag die drei „Alten“ zweimal und die „Neue“ einmal besichtigt, um sie am nächsten Tag noch zweimal zu befahren. Da es in Strömen regnete, wurde eine Menge Sand auf die Strecke gespült; deswegen sind wir nochmal über alle Prüfungen gefahren um eventuelle „Sandbänke“ zu notieren.

 

Die Papier- und Technische Abnahme, wie auf Elba ohne Auto, nahm jedoch zwei Stunden in Anspruch.

Wir mussten einem italienischen Kommissar klar machen, dass es vom DMSB keine jährliche Technische Bescheinigung gibt. Da es sich aber um einen Lauf zur Italienischen Meisterschaft handelte, wollte er sie um jeden Preis sehen. Sein Vorgesetzter fand eine Lösung und wir konnten doch starten.

Freitagmittag vor dem Start zeigte sich endlich die Sonne und die Temperaturen stiegen Richtung 20 Grad. Aus Westen kamen jedoch wieder dunkle Regenwolken an, und es war nur eine Frage der Zeit, wann es wieder regnen würde. Slicks oder Regenreifen - das war hier die Frage. Wir entschieden uns, auf Slicks zu starten und kurz vor der WP 1 am Service zu entscheiden. Noch war es trocken und so sind wir zum Start der WP gefahren, wo es natürlich prompt zu regnen anfing. Augen zu und durch war die Devise.

Die ersten 6 km waren feucht bis nass, aber es ist erstaunlich wie gut die Michelin TB5 im Feuchten bis Nassen Gripp aufbauen. Im mittleren Sektor regnete es wolkenbruchartig. Auch hier war das Glück auf unserer Seite und wir befanden uns auf einem ganz rauen Fahrbahnbelag, somit war dieser Teilabschnitt gut fahrbar. Auf dem letzten Drittel, eine sehr schnelle Passage bergab, war viel Gefühl angesagt, die 24. Zeit im Gesamt von 53 war mal ein guter Anfang.

Dem Hygienekonzept geschuldet, durfte der Beifahrer die Bordkarte nicht mehr herausgegeben, sondern musste zur richtigen Zeit mit der Karte winken. Worauf hin, ein Zeitnehmer geprüft hat, ob der Beifahrer die Zeit richtig eingetragen hat. Dies sowohl an der ZK wie im Ziel der WP.

 

Die WP 2, knapp 4 km lang, schlängelte sich auf einer breiten Hauptstraße hoch in die Ortschaft San Pantaleo. Nach einem Geschlängel durch sehr enge Gassen ging es auf der anderen Seite auf einer sehr schnellen Straße den Berg hinunter ins Ziel.

Nach dieser WP hatte der Wettergott ein Einsehen und sorgte für eindeutige Verhältnisse. Wir wechselten auf Regenreifen für den Rest dieser Etappe.

 

Der Witterung und den Reifen geschuldet, waren auch die Zeiten langsamer, das Problem hatten alle anderen auch, somit änderte sich nichts an den Platzierungen und wir beendeten den ersten Tag als 21. Gesamt und 4. in der Klasse.

Entgegen dem Wetterbericht regnete es am Samstag zum Start der zweiten Etappe, was die Reifenwahl vereinfachte.

 

Auf dem ersten Teilabschnitt der WP 5 war viel Wasser und zudem noch eine Ölspur. Wir fanden keinen Gripp und sind entsprechend vorsichtig gefahren. Im zweiten Teil der Prüfung war von den vorrausfahrenden Autos viel Dreck in den Kurven, was die Haftung auch nicht verbesserte.

 

WP 6 (und 8) Aglientu 1 war mit 18,70 km die längste der Rallye. Diese ging nicht ganz so schnell los wie die vorherige und bei langsam abtrocknender Strecke fand ich wieder zu meinem Rhythmus. Obwohl wir auf einen Konkurrenten aufliefen und erst nach einer gefühlten Ewigkeit sich eine Überholmöglichkeit auftat, konnten wir wieder eine gute Platzierung einfahren.

 

Ein Teilabschnitt erinnerte stark an die Abfahrtsstecke in Gröden mit seinen Kamelbuckeln, eine Kuppe folgte der anderen. Es war klar, hier musste man das Hirn einschalten, wollte man sein Auto heil durchbringen und keine Flugrolle vorwärts einlegen. Dieser Abschnitt war das Hauptthema vor der Rallye, wer wie über die erste Kuppe fährt. Es waren sich alle einig: die geht niemals voll. Bei der zweiten gingen die Meinungen schon eher auseinander. Wir sind nur „halb“ gefahren und konnten halbwegs sanft wieder landen.

 

Endlich verzogen sich die Wolken und die Straßen trockneten allmählich ab und das Reifen-Roulette ging von vorne los. Wir entschieden uns für Slicks auf beiden Achsen. Die Wahl der Reifen stellte sich als die Richtige heraus. Wir fuhren in der WP 7 gleich mal 59 Sekunden schneller auf 11,83 km als am Vormittag, die Welt war für uns wieder in Ordnung.

 

Aglientu 2 war die letze WP bevor es zurück nach Porto Cervo ging. Wir nahmen uns vor, etwas vorsichtig zu Werke zu gehen und das Auto heil ins Ziel zu bringen. Trotz aus meiner Sicht vorsichtiger Fahrt fuhren wir die 18. Gesamtzeit und Bestzeit in der Klasse.

 

Mit dem 16. Platz im Gesamtergebnis und dem 2. in der Klasse (bis 1600 ccm!) beendeten wir die 3. Rally Costa Smeralda.

 

Peter und Elke

 

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