MAGRA Oldtimer-Ausfahrt 2020

Ich bin hin und wieder - manche werden‘s wissen - beruflich in Sachen „Was gibt’s Neues“ unterwegs. So auch vergangene Woche. Da wurde ich geschult, damit ich Hinz und Kunz in den kommenden Wochen die Zukunft weise. Elektrisch. Was das jetzt mit der Oldtimer Ausfahrt der Magra zu tun hat? Kommt noch. Stell dir vor, du gehst auf dein Auto zu und wirst begrüßt mit einer Lichtleiste, die angeht, zwei Scheinwerfern, die dich anblinzeln und die Türe sperrt sich von selber auf. Das Leben ist schön!

Vorbei die Zeiten, zu denen du im Winter bei einer Scheisskälte mit dem Feuerzeug vor deinem Auto gestanden bist und das Schloss erwärmt hast, während dir die Zeit für deinen täglichen Husarenritt in die Arbeit davongelaufen ist.

 

Wer allerdings auf diese gute, alte Zeit steht, für den ein Schalter noch laut und vernehmlich, sowie haptisch spürbar sein muss - der oder die waren am Samstag bei der Oldtimer Ausfahrt der Magra gut aufgehoben.  Weitere Aspekte, unrunder Standgaslauf, kleine Rauchzeichen beim Lastwechsel, Höllenlärm beim Durchladen, sowie latenter Benzinduft, all diese Bedürfnisse wurden bedient. Die Auswahl der Strecken – ein Gedicht, der Michi und sei Weib sind diesbezüglich profunde Kenner der Umgebung. Das Ganze garniert mit Chinesenzeichen (die Chinesen haben uns dieses Jahr schon ganz andere Zeichen geschickt), Streckenbeschreibungen, sowie Topo-Ausschnitt und los ging der Ritt durchs Oberland.

 

Dass der Stöcker Klaus, noch bevor die Unterlagen ganz verteilt waren, sofort lösgenölt hat „das stimmt so nicht...“, sei nur am Rande erwähnt. Claus Salcher hat das wohl exotischste Relikt aus vergangenen Zeiten an den Start gebracht, einen Citroen 2 CV. Döschewoh.

Wir hatten das Vergnügen, einige Zeit hinter ihm her zu fahren, das war sehr lustig. Offenes Verdeck, Strohhut auf und sicher einen geilen Sound ausm Radio. Dominique, Dominique....tralala..  (Wer kennt‘s, das Lied mit den Nonnen am Steuer eines Döschewoh?) Meine Frau hat dabei dann festgestellt, dass die Reifen ungefähr so breit sind, wie die eines Fat Bike Mountainbikes.

 

Ich muss leider nochmal zurückkommen, auf die Elektrofront. Wenn es dir in so einem Auto zu heiß ist, dann musst du nur ganz laut sagen: Hallo ID, mir ist zu warm. Dann meldet sich das Fräulein und sagt, “ich habe die Temperatur etwas niedriger eingestellt“. Das macht die, ehrlich!  Jaaa, nix gibt’s. Dir ist zu warm? Dann dreh das Fenster runter.

 

Ein leichter 911er Überhang war festzustellen, ein 912er (bildschön), sowie ein Zuffenhausener aus jüngerer Produktion, von den Cordes-Buam. Der lauteste war mit Abstand Michis.

Auch dazu eine kleine Story am Rande: Irgendwo im Oberland fanden sich alle Teilnehmer auf einem kleinen Parkplatz zu geselligem Ratsch zusammen. Michi philosophierte noch kurz, dass in dem Auspuff seines Autos nicht mehr viel, genau genommen gar kein Dämmmaterial (mit drei „m“, das muss man sich mal reinziehen...) mehr vorhanden ist. Schwingt sich kurz drauf ins Auto und entschwindet mit einem infernalischen Stakkato gen Eberfing. Ca. 30 Sekunden später kamen zwei Radler aus ebendieser Richtung die Steigung rauf gekeucht - bordeauxrote Birnen. Da die beiden E-Bikes hatten, vermute ich mal, dass die irgendwas mit den Ohren hatten.

 

Da fällt mir auch gerade ein, in Murnau war zur gleichen Zeit eine Radlerdemo. Für, oder gegen was die demonstriert haben, entzieht sich meiner Kenntnis. Heute wird ja so viel demonstriert, da kann man schon den Überblick verlieren. Wäre aber mal interessant zu sehen, welche Reaktion z.B. der Anblick vom Ferrari 328 GTS irgendwas der Schölderles hervorgerufen hätte. Der Stöcker Klaus hat den Anblick jedenfalls wie folgt kommentiert: das schönste an dem Ferrari ist, dass er nicht rot ist. (Ich würde den aber auch in rot nehmen.)

 

Als Exot unter den Zuffenhausenern kann man getrost den 944er von den Eberhards bezeichnen. Beim Hinterherfahren fiel mir der schiefe Heckspoiler auf. In meiner Fantasie gingen mir die wildesten Bilder durch den Kopf, angefangen von einer schlechten rumänischen Reparatur, einer gebrochenen Feder, einer lahmen Achsschwinge und so. Darauf angesprochen, hat Mani der Einfachheit halber den Kofferraum ganz zu gemacht.

 

Irgendwie ist mir der schwerst-herzige Cinquecento 595 Abarth ein wenig aus dem Focus gerutscht. Ist aber auch arg klein. Den hätte ich schon gerne mal gehört, das dürfte eine Mischung aus Döschewoh und Safari-Elfer sein.

 

Ach ja, da fallen mir gleich noch die beiden Göring Mädels ein, mit dem MB 207er Wohnmobil. Erstens haben die beiden eine durchaus gefällige, zügige Fahrweise an den Tag gelegt, dürften Zweitens die längsten Schaltwege gehabt haben, sowie Drittens (großes Lob!) im Oberland mit einem amtlichen Daimler, sowie dem dazugehörigem Dirndl-Outfit unterwegs waren.

 

In eigener Sache: Ich hatte, während der Berichterstattung, am Sonntag, neben mir einen Lambrusco Fragolino stehen und anschließend einen sitzen. Deshalb die Verzögerung.

 

Wo war ich stehen geblieben...ah ja, da war noch ein Nachbar der Stocks zugegen, mit einem Alfa Bertone Junior. Auch schick und mit richtig Patina. Und wenn der durchlädt, dann läuft der Timejump rückwärts auch recht gut.

 

Dodge und Porsche 997, äh, ja, nö! Da gibt’s erstmal nix. Brigitte und Walter, also die Beiden bekommen irgendwann mal einen Orden. Die sind immer irgendwo dabei, helfen gerne mal aus (zuletzt anlässlich meiner fahrerischen Unpässlichkeit anlässlich der 3-Städte 2018) und eigentlich würde den Beiden ein Oldtimer gut zu Gesicht stehen.

 

Noch eine kleine Randnotiz: Auf gleicher Route befand sich zum gleichen Zeitpunkt ein Ensemble, bestehend aus einem Mustang Fastback, sowie einem Amischlitten-Cabrio. Entweder die haben unsere Fahrtunterlagen gemopst, oder das war ein lustiger Zufall, Jedenfalls sind die ständig dort abgebogen, wo das analog unserer Beschreibung auch der Fall war. Nur sind die vorher auf den Parkplatz von einer Wirtschaft abgebogen. Und ich gleich hinterher. Da kippte die Stimmung in unserem Auto kurzfristig. O-Ton Kathl: „Brauchst ned meinen, ich hab‘ das hier ned im Griff“.

 

Und die Elektroautos, die interessieren doch hier eh keinen, stimmts? Trotzdem, wenn man jetzt, oben im Ziel aus so einem E-Auto aussteigt und weggeht, dann sperrt sich der selber zu und blinzelt seinem Besitzer nochmal liebevoll zu. Will man das wirklich?

 

HoLaMü

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