13. Valsugana Historic Rally 30. / 31.5.2025

Nach dem Motto, solange sich ein Rad noch dreht.

Nach etlichen Ausfällen in diesem Jahr sind wir sehr motiviert zur Rally Valsugana gefahren.

Die Besichtigung beschränkte sich auf kleinere Ergänzungen der alten Pacenotes. Auch die Abnahme war im Handumdrehen erledigt.

Über die Startreihenfolge waren wir etwas verwundert, vor uns zwei Porsche was mich weniger beunruhigte, aber hinter uns ein starker Porsche RS und ein 131 Abarth Gruppe 4.

Dank unserer hohen Startnummer durften wir etwas länger schlafen und in Ruhe frühstücken.

In der WP 1, obwohl 350 Meter länger als letztes Jahr, waren wir um 7 Sekunden schneller. Wir haben sofort die Zeiten der nachfolgenden Teilnehmer verglichen um beruhigt festzustellen, dass wir auf 7,5 km 22,7 Sekunden schneller waren als der Porsche und gerade mal 2,7 langsamer als der 131er. Die Welt war erst einmal in Ordnung und wir mussten uns keine Sorgen machen, jemandem im Weg zu stehen.

Aufgrund eines schweren Unfalls in WP 2 verzögerte sich der Start um 1,5 Stunden.

In dieser Wertungsprüfung ging es dann los mit unseren Problemen. Immer wieder ist der Motor beim Runterschalten in Spitzkehren ausgegangen. Aufgrund eines missglückten Handbremsmanövers ist der Motor wieder abgestorben und wollte erstmal nicht mehr anspringen. Nach gefühlt endlosen Minuten konnte ich ihn wieder starten. Doch ein zügiges Weiterfahren verhinderte ein übereifriger Streckenposten, der uns nötigte am Rand zu warten. Erst nach zwei weiteren Autos ging es für uns weiter, hinter dem Fiat 131. Wo es bergauf ging, fuhr er uns unmerklich davon doch nach etwa 5 km haben wir ihn eingeholt und er hat uns ganz fair vorbeigelassen. Ein cooles Gefühl so ein Auto zu überholen.

Die verbockte Spitzkehre und der Motor, der nicht mehr wollte, haben uns etwa zwei Minuten gekostet.

Bis kurz vor dem Ziel der WP 3 lief nun alles problemlos, bis wir jedoch in einer endlosen rechts 2 lang, lang, lang offensichtlich durch überhitzte Reifen, die Haftung verloren und wir mit den linken Rädern an einem Erdwall entlang gefahren sind. Unter dem hohen Gras verbarg sich ein großer Stein, der auf meiner (linken) Seite das Bodenblech ziemlich beschädigt hat. Wir hatten jedoch großes Glück und das Fahrwerk hat nichts abbekommen.

Nach einer Servicepause mit guter Verpflegung ging es in die 2. Schleife.

WP 4 ohne Besonderheiten, sieben Sekunden langsamer als beim ersten Durchgang, vermutlich wegen der deutlich höheren Außentemperatur und des schlechteren (nachgetankten) Benzins.

Wieder mussten wir am Start der WP 2/5 30 Minuten warten, ein Fahrzeug hat bei seinem Abflug einen Felsbrocken auf die Fahrbahn geschleudert, der erst mit schwerem Gerät weggeräumt werden musste.

Ich hatte mir vorgenommen die besagte Spitzkehre sauber zu fahren und lieber einmal zu rangieren, als dass der Motor wieder ausgeht. Die Motorprobleme verstärkten sich und es kam, wie es kommen musste, er ist nun sogar beim Rangieren ausgegangen, aber dieses Mal jedoch relativ schnell wieder angesprungen.

Ein Kilometer später in einer engen links 2 lag sehr viel Dreck auf der Fahrbahn. Ich wollte rausbeschleunigen jedoch gab der Motor keine Leistung ab. Die Folge war, dass wir links in eine ziemlich felsige Böschung eingeschlagen sind und uns beinahe überschlagen hätten. Also sind wir stehen geblieben um den Schaden zu begutachten. Das linke Hinterrad schaute dezent nach außen und die Felge war ziemlich ramponiert. Jedoch hatten wir keinen Platten und ich beschloss langsam aus der Prüfung raus zu fahren. Die Hinterachse verhielt sich wie eine orientalische Bauchtänzerin.

Aufgeben war in dem Moment keine Option, denn wir waren begünstigt durch die vielen Ausfälle, mittlerweile 3. in der Klasse und hatten nur noch eine Wertungsprüfung, jedoch mit über 20 km Länge, zu absolvieren.

Zu unserem Glück war noch ein Service vor der dieser letzten WP und ich habe unseren Schaden telefonisch angemeldet. Wir wurden mit schwerem Gerät erwartet und mittels hydraulischer Presse die Hinterachse etwas gerade gebogen. Hier gilt mein Dank dem Team Bassano für die Notreparatur. Das Fahrverhalten war noch nicht perfekt jedoch halbwegs beherrschbar. Aber zu guter letzt fing das Getriebe wieder an zu blockieren und die Gänge ließen sich nur noch nach dem Zufallsprinzip einlegen. Wir mussten doch nur noch durch die letzte WP und 5 km ins Ziel – wir wollten nicht schon wieder ausfallen.

Das Pech des einen ist das Glück des anderen, denn leider ist der Gesamtführende mächtig abgeflogen und die letzte WP wurde annulliert. Somit konnten wir direkt am Start dieser umdrehen und die 5 km zurück nach Borgo fahren. So brachten wir unser waidwundes Auto ins Ziel und wurden mit dem 3. Platz in der Klasse belohnt.

Fazit: Never give up – solange sich die Räder noch drehen!

Die Zahl der verunfallten Autos war extrem hoch und teilweise ist man sich vorgekommen wie bei den Ludolfs auf dem Schrottplatz.

Elke und Peter

13. Valsugana Historic Rally 30. / 31.5.2025