Die Bitte vom Lang Tommy, mich bei der erst zweiten Veranstaltung nach seiner langen Motorsportabstinenz als Beifahrer zur Verfügung zu stellen, konnte ich natürlich nicht abschlagen. Und so war ich dann mal wieder mal der Copilot in einem BMW 318is, wie schon vor einigen Jahren bei Matthias.
Die Veranstaltung war ein alter Bekannter: Die Rallye 200 des MC Labertal war schon vor 30 Jahren gut, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Neben einer Top-Organisation waren auch die Wertungsprüfungen für eine Rallye 35 herausragend, es gab echte Gemischtprüfungen mit einem nennenswerten Schotteranteil und interessanten Kurvenkombinationen. Lobenswerterweise war auch nur eine der drei Prüfungen, die je zweimal befahren wurden, ein Rundkurs. Die erfreulich kurzen Verbindungsetappen waren ein weiterer Pluspunkt, und so kann man die Labertal uneingeschränkt auch für das nächste Jahr wieder empfehlen.
Die Rallye litt natürlich unter den Corona-Bedingungen, es gab daher keine Siegerehrung und “virtuelle” Informationen über Internet und Handy anstatt regulärer Aushänge und Zeitenlisten. Letztlich hat der MC Labertal – mit tatkräftiger Unterstützung durch die Funktionäre befreundeter Clubs – diese Erschwernisse aber sehr gut gemeistert, dafür großes Lob. Das Wetter spielte ebenfalls mit, und so wurde die Rallye mit über 100 Teilnehmern aus Veranstaltersicht ein echter Erfolg.
Die SCUDERIA MAGRA trat mit insgesamt sechs Teams an (Köchl/Ring, Grohs/Grohs, Hinderer/Heubl, Kreuzeder/Weigelt, Eberhard/Eberhard und Lang/Stock). Leider streikte der Escort von Manfred und Benedikt Eberhard aber schon an der Start-ZK mit einem Elektrikdefekt, und war innerhalb der Karenzzeit nicht mehr zum Leben zu erwecken. Damit war der erste MAGRA-Ausfall leider schon vor Erreichen der ersten Wertungsprüfung zu verzeichnen …. Als nächstes traf es dann den 911 SC von Peter Hinderer und Chris Heubl mit einem Motorproblem am Gruppe-4-Aggregat, und letztlich auch noch Martin Köchl mit Manfred Ring. Die beiden verließen in einem Schotterstück ungeplant die Strecke, zerstörten den BMW 320i bei dem Versuch, wieder auf die Straße zurückzukommen, an einem verborgenem Abwasserrohr, und verloren anschließend die Kontrolle über das Fahrzeug. Hmmmmm …..
Da waren’s nur noch drei. Alexander Grohs legte mit dem BMW 318ti eine fahrerische Glanzleistung hin und fuhr auf einen 26. Gesamtrang, trotz einer 20-Sekunden-Zeitstrafe für das Verschieben einer Schikane. Auch Gerhard Kreuzeder mit Beifahrer Hartmut Weigelt schlugen sich gut, sie wurden 6. in ihrer Klasse. Tommy kämpfte mit der vom Vorbesitzer seines 318is verbauten Schaltwegverkürzung mit überlangem Schalthebel, wahrlich eine Fehlkonstruktion, wie sich im Einsatz zeigte. Durch die große Masse des Schalthebels, den großen Hebelarm, die eng beieinanderliegenden Gänge und das viel zu große Spiel der Führung war das Treffen des richtigen Gangs beim Schalten fast unmöglich. Dieses extreme Handikap verhinderte gute Zeiten und schreit nach schnellstmöglicher Änderung. Auch hinsichtlich der Motorleistung sind wohl noch einige Arbeiten erforderlich. Trotzdem konnte Tommy seine Zeiten der zweiten Runde um insgesamt 20 Sekunden verbessern, es geht also in die richtige Richtung.
Fazit: Tolle Veranstaltung, aus MAGRA-Sicht mit durchwachsenem Ergebnis. Aber: Wenn die Lötstellen am Escort nicht mehr kalt sind, der 318is eine neue Schaltmechanik bekommen hat und sich der 250PS-Motor des Porsche erholt hat, dann ist wieder Showtime!
stomi
