18. Rally Storico Campagnolo (I) 2.- 4.6.2023

Nach Behebung der technischen Probleme von der Rally Costa Smeralda (Getriebeschaden, Bremsfading und Vergaser) sind wir zur Rally Campagnolo nach Isola Vicentina gefahren.

Die Woche vorher haben wir unseren Kadett bei der Firma Carenini in Padua abgeholt.

Am Samstag vor der Rallye konnte das Roadbook beim Veranstalter abgeholt werden. Nachdem drei von vier WPs aus den Vorjahren bekannt waren, sind wir diese nur zwei Mal abgefahren. Die neue hingegen dreimal und das war auch nötig, denn es erwarteten uns einige knifflige Passagen, die gut besichtigt werden mussten.

Da die Entfernung zwischen den WP 1, 2 und 3, 4 sehr groß war, hat das dann doch den ganzen Samstag in Anspruch genommen. Am Mittwoch sind wir dann noch einmal alle Prüfungen abgefahren, um eventuelle Veränderungen im „Schrieb“ zu vermerken.

Am Freitag fanden Papier- und technische Abnahme ohne Beanstandungen statt. Bei 115 Fahrzeugen plus 16 Autobianchi 112 war es für den einen oder anderen ein ziemlich langer Tag.

Samstag um 8:01 Uhr fuhr das erste Auto in Isola Vicentina über die Rampe, für uns wurde es um 9:27 ernst.

Die Wetterberichte waren sich sehr uneinig, außer Frost, Eis und Schnee war alles dabei. Ich entschied mich für die sichere Variante und ließ Michelin TB 15 aufs Auto montieren.

Bei der ersten Zeitkontrolle war erst einmal STOP, denn irgendein Teilnehmer muss wohl so eingeparkt haben, dass ein Durchkommen nicht mehr möglich war. Woraufhin diese WP neutralisiert wurde und über die Ersatzstrecke ging es nun weiter zur zweiten WP.

Die Prüfung verbuchte ich als vertrauensbildende Maßnahme, um mich an die Reifen und – noch viel wichtiger – an die neue Waagebalkenbremse, die bekanntlich in Sardinien nicht funktionierte, zu gewöhnen. Ihre volle Funktionsfähigkeit konnte sie nach der Zieldurchfahrt unter Beweis stellen. Das Ziel wurde vorverlegt und dies auch bekannt gegeben. Jedoch waren die Schilder in einer sehr schnellen RE 4 lang, lang, lang im hohen Gras gut versteckt und von mir übersehen worden und deshalb fuhr ich voll weiter. Gut, dass die DK in einer „!! R3-L2“ war. Mit mächtig qualmenden Reifen sind wir gerade noch NEBEN dem vor uns gestarteten Teilnehmer zum Stehen gekommen. Zum Glück war da genügend Platz.

Jetzt erst einmal beim Service vorbeischauen, um anschließend 30 km in die Berge nach Recoaro zur WP 3 fahren. Hier lag ich mit meiner Reifenwahl richtig, denn nach dem Scheitelpunkt auf dem Bergabstück im Wald war es nass und teilweise schmierig.

Noch einmal zurück nach Isola und wieder rauf in die Berge (ca.60 km!) zur WP 4. Diese war wieder trocken und wir mussten auf unsere Reifentemperatur achten.

Zum Start der 2. Schleife haben wir auf Slicks gewechselt, was die richtige Wahl war. Ich fühlte mich gleich viel wohler. Nach der 5. und 6. WP ging es erneut hoch nach Recoaro, wo die Wolken bedrohlich an den Bergen klebten. Ich entschied mich wieder für Regenreifen, was mir erstaunte Blicke von unseren Serviceleuten einbrachte. Schon auf dem Weg zur WP wurde meine Entscheidung jedoch bestätigt: Es schüttete wie aus Kübeln. In dieser WP haben wir 2 Minuten auf einen Lancia Fulvia aufgeholt, der mit Trockenreifen vor uns gestartet war. Er ließ uns, sehr fair, bei der ersten Gelegenheit vorbei.

Jetzt wieder die ganze Strecke zurück zum Servicepark nach Isola. Es regnete so stark, dass teilweise die Kreisverkehre 30 cm hoch geflutet waren und die Sicht sehr eingeschränkt war. Als es wieder etwas besser wurde, scherte zu unserem Entsetzen ein Polizeiauto vor uns ein und wir waren gezwungen ca. 15 km hinter diesem her zu fahren. Erst machte ich Witze und sagte “ich glaube der fährt nach Roadbook” und tatsächlich war sein Ziel die Zielrampe in Isola.

Am Service wurde uns mitgeteilt, dass aufgrund eines Unwetters die letzte WP abgesagt wurde und wir direkt ins Ziel fahren sollten. Diese Entscheidung kam uns entgegen da wir keine Scheinwerfer dabei hatten und unsere Lichtmaschine langsam ihren Dienst quittierte. Stromsparend noch über die Rampe und in den Parc Fermé – geschafft! Es hat sogar noch gereicht um auf den Hänger und zuhause (in Italien) in die Garage zu fahren.

Unser Ergebnis, mit einem 1300 ccm als 52. im Gesamtergebnis und 3. in der 1600 ccm Klasse ins Ziel zu fahren, freut uns sehr.

Etwas Kritik am Rande: Die wenigen WP-Kilometer und die langen Verbindungsetappen standen dieses Jahr in keinem guten Verhältnis zueinander.

Elke und PeGö

18. Rally Storico Campagnolo (I) 2.- 4.6.2023