20. Rallye Sachsen Classic 16. – 18.08.2023

Sächsisch ist nicht unser Lieblingsdialekt, aber nach vielen guten Berichten und Empfehlungen für die schönen Strecken in der Gegend um Zwickau und Dresden, mit Schleifen ins Erzgebirge und nach Tschechien, machten wir uns voller Vorfreude mit dem Ferrari 208 GTS Turbo auf dem Leihhänger von Freiburg auf den Weg nach Zwickau zur dreitägigen 20. Rallye Sachsen Classic. Gefühlte 45°C und noch ein paar mehr auf dem Asphalt wurden dann aber schon vor Nürnberg zum Problem für die 10-Zoll großen Anhängerreifen. Einer löste sich vollständig auf, Gott sei Dank hatten wir ein Ersatzrad dabei und fanden einen hilfsbereiten Euromaster, der uns ganz schnell einen neuen Reifen besorgte.

Bisher waren wir von den Classic-Veranstaltungen von MPS (Motor Presse Stuttgart), gerade was die Organisation angeht, immer sehr positiv angetan. Das sollte sich bei dieser Veranstaltung ändern. Schon der ganze Startbereich mitten in Zwickau war hinsichtlich Parken, Ausschilderung oder Information ziemlich daneben und nervig. Wenn ich schon am Lästern bin, gleich alles raus: Das Bordbuch hatte diverse Kilometrierungsfehler, teilweise schlechte oder gar keine Bilder, um den Teilnehmern den Weg zu weisen. 180 Fahrzeuge waren für diese Organisation einfach zu viel. Und wenn die letzten Fahrzeugbesatzungen bei den Pausen nichts mehr zum Essen bekommen, dann ist das bei dem hohen Nenngeld echt daneben. Dass die Gleichmäßigkeitsprüfung auf dem spannenden Sachsenring wegen mehrerer Proteste und der Unfähigkeit zu korrekter Zeitmessung aus der Wertung genommen werden musste, passte da ins Bild. Dafür war das Starterfeld aber wieder absolut fantastisch, jede Menge wunderschöne Klassiker ab Baujahr 1928 bis in die späten Achtziger, die die 550 km Strecke unter die Räder nehmen wollten. Jetzt aber zum Sportlichen.

Wir hatten uns mal wieder, auf Grund unserer geringen Routine, einen Platz in der oberen Hälfte zum Ziel gesetzt. Uns war schon klar, dass hier ein ziemlich kompetentes Starterfeld antreten würde. Aus der Erfahrung der früheren MPS-Classics rechneten wir auch wieder mit einigen Gemeinheiten, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Mit guter Vorbereitung und voller Enthusiasmus gings los auf die ersten Wertungsprüfungen und wir mussten gleich in der ersten Dreifachprüfung auf einer Kartbahn feststellen, dass wir noch nicht warmgelaufen waren. Die nächsten zwei waren schon besser, die Vierte dann eine Katastrophe, wieder eine Dreifachprüfung mit geheimer Prüfung dazwischen, auf der wir uns gleich 2 Maxzeiten und nur den Platz 124 einfingen. Ich habe bis heute nicht begriffen, was da schiefgelaufen ist, und das ärgert mich am meisten.

Damit schien das selbst gesteckte Ziel nach 4 Prüfungen schon außer Reichweite, aber am zweiten Tag schafften wir es als 57igste ins Ziel und hatten uns schon wieder auf Platz 97 nach vorne gekämpft. Dabei gelang uns ein sensationeller Ausreißer nach oben mit dem 4. Platz und 0,02s Abweichung auf WP 7. Das setzte sich allerdings leider nicht fort.

Speziell am dritten Tag hatten wir noch mal deutlich Licht und Schatten. Auf drei Prüfungen lagen wir jeweils unter 0,22 s Abweichung und belegten damit immerhin Platz 35 bis 53. Das zeigt allerdings auch, wie brutal eng das Feld der Teilnehmer unterwegs war. Und da darf man sich eben keine Fehler leisten, aber die machten wir dann doch noch reichlich und wurden im Gesamtergebnis nach 21 WPs schließlich ernüchterte 108te.

Wir haben wieder viel gelernt, schöne Strecken gesehen, speziell im tschechischen Grenzland, und tolle Klassiker bewundert. Dass uns auf der 7-stündigen Heimfahrt noch mal ein Reifen am Hänger fast um die Ohren geflogen wäre und ein anderer kurz vor Ankunft in Freiburg auch schon begonnen hatte sich aufzulösen, gehörte irgendwie zu dieser Rallye dazu, die uns sehr in Erinnerung bleiben wird.

HeiCo

20. Rallye Sachsen Classic 16. – 18.08.2023