Einen unverfänglicheren Einstieg für einen Smalltalk gibt es kaum, als sich über das Wetter zu unterhalten. Und genau das war auch das Thema Nummer 1 im Startpark bei der Rallye Ulm 2024. Obwohl die Veranstaltung nämlich am 16. März stattfand, war die Wettervorhersage exakt das, was der Volksmund Aprilwetter nennt, und was auf dem Regenradar der Wetter-Apps in Form von scheinbar zufällig auftauchenden und wieder vergehenden kleinen blauen Flecken daherkommt. Ergo hatten wir am Abend vorher auf unseren Compact M3 die weichsten Trockenreifen aufgezogen, die wir hatten, also 2xSoft und 2xMedium. Und die guten polnischen runden Schwarzen als was Profiliertes mitgenommen.
Den Rallyetag begannen wir zum überhauptallerfrühestmöglichen Zeitpunkt, nämlich um 6 Uhr. Morgens. Gute anderthalb Stunden Anfahrt wurden konzentriert und schweigend im Halbschlaf zurückgelegt. Beim Einlaufen ins Rallyebüro, dann ein kurzer Hallo-Wach. „Oh, ihr kommt doch noch!“. Hatten wirs mal wieder geschafft. Gesamtletzte beim Eintrudeln. Schon mal gute Nerven bewiesen. Der Vorteil war, keine Schlangen bei den Abnahmen, alles ging superfix. Nach der trockenen Einführungsrunde hatten wir immer noch fast 2 Stunden Zeit bis zu unserem Start mit der Nummer 18. Aber für Gesprächsstoff war ja gesorgt, siehe oben. Fast alle entschieden sich am Ende für Trockenreifen, so blieb uns schon mal Wechseln erspart. Uff!
Im Parc Ferme trafen wir auch das zweite Magra Team, den Stefan Burkart und Guido Kottmann mit ihrem Mazda. Und sie hatten auch noch die 17, also eins vor uns. So machten wir uns bei Sonnenschein gemeinsam auf den Weg zur WP1, um dort bei Nieselregen anzukommen. Die Helme gerade aufgezogen wurden wir dann Zeuge eines undichten Mazda. Als der Starter endlich die Hand weggezogen hatte, gab es einen beeindruckenden Hopser, aber die weitere Beschleunigung gestaltete sich dann zäh. Eigentlich war es mehr ein Ausrollen zum rechten Fahrbahnrand, unter Zurücklassung einer Metallteil-Fett Mischung am Startplatz. Zum Glück war es wohl “nur” eine Antriebswelle. Jeder weiss, in solchen Situationen denkt man auch mal dran jetzt sofort eine tiefe Grube auszuheben. Sei stark Stefan, und komme bald wieder!
Wettertechnisch gings sehr abwechslungsreich weiter, immer wieder leichter bis mittlerer Regen und dazwischen abtrocknende Strecken. Alexander hat keinen einzigen Fehler gemacht bis ins Ziel, und da haben wir zum ersten mal selbst auf die Ergebnisliste geschaut. Vorher kam schon die Sandra Fellermair und fragte, was man uns denn heute in den Kaffee getan hätte, da waren wir dann schon neugierig. Und tatsächlich war das Ergebnis als Vierter im Gesamten und als Zweiter in der Allrad-Turbo Klasse NC1 besser als wir uns jemals erträumt hätten. Wir waren sehr happy!
Nach den ersten Benzingesprächen kam dann ein Blick in die Ausschreibung, der uns sagte, daß bis zur Siegehrung noch über 3 Stunden Zeit wäre. Da haben wir beschlossen, vor der sehr schönen und kurzen Siegerehrung noch der Altstadt von Ulm zwischen Fischergasse, Glaspyramide, Schwörhaus und Metzgerturm einen Besuch abzustatten. Ich finde, bei einer Rallye sollte auch der touristische Aspekt nicht zu kurz kommen!
Jürgen Grohs
(Fotos: nim-fotos)
(Zum Anschauen der Fotos bitte schieben!)
