27° Rally Alpi Orientali Historic (I) 15. / 16.7.2023

Unsere vierte Teilnahme nach 2014/2015 auf Porsche 3.0 RS und 2021 auf dem M3 E30. An der Grenze zu Slowenien gelegen eine anspruchsvolle Rallye, schmale Straßen mit wechselnden Belägen, viele Randsteine und teilweise auch schnellen, welligen Passagen. Dazu an diesem Wochenende Temperaturen von fast 35°C bei 73% Luftfeuchte. Die leeren Trinkflaschen sammelten sich in unserem Serviceanhänger.

Gewechselt haben wir vor der Rallye von 5-Gang auf das ebenfalls homologierte 6-Gang Getriebe, das für Rallyes einen echten Vorteil bietet. Ein neu konstruierter getriebefester Schaltbock mit R-Gang Sperre, selbst gefertigt, immer ein bisschen Bauchgrummeln, ob auch alles so funktioniert wie vorgesehen.
Der Vierzylinder M3 Motor ist durch die hohen Drehzahlen und dem relativ langen Hub wegen seiner Vibrationen gefürchtet, sämtliche Anbauteile abzuschütteln. Zudem neue Pirelli P7 Corsa, die, wie sich im Verlauf der Rallye zeigte, deutlich mehr Grip und Präzision gegenüber den davor verwendeten Dmack bzw. Cooper Reifen erzielten (subjektiv und Data-Recording). Und bei den Pace-Notes haben wir versucht, wirklich alle auch kurzen Kurven zu notieren und die Kurvenradien (1-5) mit einem Lenkradkranz zu objektivieren.

Die Organisation der Rallye war sehr gut, keine langen Wartezeiten, am Samstag die ersten zwei WPs. Da ich seit 10 Monaten mit Ausnahme einer zwei Kilometer Probefahrt das Auto nicht bewegt habe, immer eine gewisse Eingewöhnung. Allerdings hatte ich mich im Mai schon am Nürburgring mit meinem M3 E36 ein wenig warm gefahren. Schon bei den ersten WPs zeichnete sich ab, dass wir auf Schlagdistanz zu dem Lokalmatador (Muradore, Ford RS2000 Gr.4) und dem Lancia Integrale von Alessandro Ferrari lagen. Kurze Nervosität dann am Samstagabend im Parc Fermé, ich hörte die Vorförderpumpe nicht mehr und fürchtete deren Ausfall. Grübeln in der Nacht, wie ich mich am besten dem Problem während des 15 min Service am Sonntagmorgen nähern könnte. In der Früh lief alles wieder, waren wohl nur meine tauben Ohren.

Auf WP 4 ein weiterer Schreckmoment, in einer R4 vor mir nur eine breite Wand von Reifenstapeln. Mit einer Vollbremsung konnte ich das Schlimmste verhindern, Motor aus, Rücksetzen (mache ich immer sehr vorsichtig, da ich hierbei schon einmal in einen Graben gerutscht bin) und schon waren ca. 30 s verloren. Und der Lancia 037 und ein Porsche 911 an uns in der Wertung vorbeigezogen. Wir hatten die für die Rallye aufgebaute Reifenschikane leider nicht aus dem Roadbook übernommen!

Das Auto lief wie ein Uhrwerk, nur , wir, wie auch die anderen Teilnehmer kämpften mit der Hitze. Dennoch gelang es uns, auf den letzten 4 WPs die 35 s Rückstand auf den Lancia 037 wieder gutzumachen und im Ziel waren wir auf dem 6. Platz, 1. Periode J1/J2 und 1. GR.A. Für uns ein sehr gutes Ergebnis, die drei siegreichen Porsche 911 (Musti, da Zanche, Melli) fahren in einer anderen Liga!

Die technische Nachkontrolle ergab keine Abweichungen, so dass wir nach einem guten Abendessen am nächsten Tag die Heimfahrt antreten konnten.

Für Peter und Elke Göckel auf ihrem Kadett 1.3l lief es ebenfalls gut, ein dritter Platz in der Klasse und der 22. Gesamtrang bei 48 Startern, ein sehr positives Ergebnis.

Wolfgang und Paul

27° Rally Alpi Orientali Historic (I) 15. / 16.7.2023