192 Oldtimer und 14 ehemalige Rallye-Fahrzeuge begeisterten tausende Zuschauer. Zwei Tagesetappen führten durch Kurpfalz, Kraichgau und Madonnenland.
Nachdem in der Region immer weniger Gleichmäßigkeitsrallyes stattfinden, hatten wir uns kurzfristig entschlossen, uns bei der ADAC Heidelberg Historic anzumelden. Obwohl der Nennungsschluss schon vorbei war, hatten wir Glück und wurden noch angenommen. Wir hörten von früheren Teilnehmern, dass Neuankömmlinge regelmäßig die letzten Startnummern erhalten. Bei 200 Startern wäre das die Fahrt über drei Stunden nach dem ersten Fahrzeug. Na toll, dachten wir – und waren dann höchst überrascht und erfreut, mit der Startnummer 60 in der Nennungsliste zu stehen. Und unser ACS-Mitglied Tommy Townson war hinter uns mit Nr. 61. Das konnte nur zu einem Erfolg führen – diese Annahme war allerdings teilweise trügerisch. Davon später.
Da bei der Heidelberg Historic der Wert daraufgelegt wird, wirklich alte Autos am Start zu haben, mussten wir den Quattro zuhause lassen. Wir führten zum ersten Mal unseren roten Käfer, Bj. 1954, aus. Aber damit er die angepeilten 120 PS auch gut verträgt, erhielt er beim Restaurieren eine Bodengruppe eines Automatikkäfers aus dem Jahr 1970. Aber 1970 war ausreichend für einen Startplatz.
Eine derart große Starterzahl erfordert eine straffe Organisation. Für die Papier- und Fahrzeugabnahme erhielten wir eine knappe Zeit am Donnerstag. Wir reisten mit dem Wohnmobil also bereits am Donnerstagvormittag an und richteten uns auf einem löchrigen Schotterplatz nahe des Technik-Museums in Sinsheim ein.
Am Freitag wurden wir auf dem Museumgelände um 8:52 Uhr gestartet. Tommy nach uns (wir bemerkten nicht, dass er wegen Fahrzeugproblemen nicht nachkam). Aus dem Startbogen heraus fuhren wir bereits durch die erste WP.
Was uns anfangs nicht bewusst war, dass „Stempelkontrollen“ bedeuteten, dass in zehn Orten auf dem Marktplatz Großevents angesagt waren: Mühlhausen, Schwetzingen, Eppelheim, Heidelberg, Spechbach, Auerbach, Zweiflingen usw. Es war jeweils ein Startbogen mit Absperrungen aufgebaut und ein Moderator, u.a. auch Michael Hagemann, stellte die Teams den unzähligen Zuschauern vor. Das muss man sich mal vorstellen: 200 Fahrzeuge, das ist ein Zeitraum von 200 Minuten, also über drei Stunden lang, in der die jeweiligen Einwohner informiert wurden über Wissenswertes über Fahrzeuge und Fahrer. Zum Ausgleich gab es sowohl am Freitag als auch am Samstag jeweils 9 WPs. Und es waren Stationen für Wertungsprüfungen dabei wie das Porsche Experience Center in Hockenheim, das BOSCH-Testoval und die AUDI-Einfahrstrecke in Neckarsulm. Die zu bekommen war sicherlich nicht so einfach und die Strecken waren ein absolutes Highlight. Aber die restlichen 15 WPs waren auch nicht zu verachten, nachdem die Rallye ausschließlich auf Privatgelände stattfinden darf bzw. öffentliche Straßen – wie bei einer scharfen Rallye – abgesperrt werden mussten.
Die Rallye Heidelberg Historic war in jedem Fall eine tolle Erfahrung!!!
Bei der WP 1 waren wir noch guter Dinge. Aber dann bei der WP 2 versagte der Rallyecomputer – er blieb einfach stehen. So boxte mich Viktor durch die WP, indem er die Sekunden herabzählte. Das Ergebnis war vernichtend. Freitagabend waren wir auf dem 71. Platz. Dadurch angespornt gab es nur noch eines: wir mussten mindestens unter die ersten 50 kommen. Und siehe da: wir wurden in der Endabrechnung 49.
ADAC-Beschreibung im Internet: „Mit der Zieleinfahrt im Hof des Technik Museum Sinsheim endete am Samstagabend die 28. ADAC Heidelberg Historic nach zwei Tagesetappen mit insgesamt 540 Kilometern. Bei bestem Wetter bejubelten hunderte Zuschauerinnen und Zuschauer die Ankunft der Oldtimer. Die rund 190 historischen Fahrzeuge, das Älteste ein Lancia Lambda von 1925, wurden in diesem Jahr von 14 weitaus jüngeren, ehemaligen Rallyefahrzeugen aus den 80er Jahren begleitet, angeführt von keinem geringeren als von Rallye-Legende Walter Röhrl in seinem Audi Sport Quattro.“
Und was auch Aufmerksamkeit verdient ist, dass in youtube bald an die 50 Videos veröffentlicht wurden. Auch wir kommen vor.
Bei der Siegerehrung führte wieder Michael Hagemann gekonnt durch das Programm. Sieger war das Team Vera und Dr. Roland Wittmann vor Tina und Dieter Horn und Regine und Wolfgang Jung, die wir alle bestens von der Metz her kennen.
Gabi Konstanty
Titelfoto: Fotofelzi
