45. Criterium Jurassien (CH) – Slowly Sideways 19. – 20.04 24

Dass sich die Außenstelle Bodensee der Magra gemeinsam auf den Weg zu einem Schweizer Meisterschaftslauf mit Sowly Sideways-Beteiligung gemacht hat, ist der lieben Stock Moni zu verdanken. Eigentlich hatte ich mich darauf zurückgezogen, mit meinem Bruder einige Gleichmäßigkeitsveranstaltungen pro Jahr auf seinen Oldies zu fahren, und damit gut. Aber irgendwie ist dann doch der Rallyevirus nach 7 Jahren Abstinenz bei mir wieder ausgebrochen, als Moni mich an Stefan Burkart vermittelt hat, der einen Beifahrer für diese Veranstaltung suchte.

Mit seinem MAZDA 323 Gr. A auf dem Hänger kamen wir schon bei ungemütlichem Wetter im Jura, nahe der französischen Grenze, an und die Wetterprognosen ließen nichts Sommerliches erwarten. Vorsichtshalber wurden vom nachreisenden Servicemann noch schnell die Winterreifen eingepackt, man konnte das Wetter wirklich nicht vorhersehen. Und so waren wir dann auch nicht überrascht, als ein lustiger Wechsel von Schneesturm, Sonne, Regen und Graupelschauer sich über die ganze Rallye hinzogen, teilweise bei grässlich eisigem Wind.

Stefan war schon bei früheren Austragungen dieser Veranstaltung hier unterwegs und kannte bereits einige der Strecken. Von den 450 km gesamt standen 140 km Sonderprüfung verteilt auf 8 WPs auf dem Programm, wobei aber alle Prüfungen mehr oder weniger doppelt gefahren wurden. Die Slowly Sideways-Truppe, mit immerhin 33 Autos gemeldet, fuhr als Show dem eigentlichen Meisterschaftstross voraus. Das stellte sich über die gesamte Rallye als sehr entspannt heraus, da sich trotz einer ausgehändigten Bordkarte schon bei der ersten ZK keiner um Stempelzeiten kümmerte, es gab ja auch keine Strafpunkte. Hauptsache man hielt seine Zeiten einigermaßen ein und fuhr vor dem Besenwagen für die Slowlys. Dass zwischen die 33 Boliden verteilt 4 sogenannte DC-Fahrzeuge gesetzt wurden, wohl um die Slowlys etwas einzubremsen, war ziemlich sinnlos und leider auch lästig, weil man sie nicht überholen durfte. Als wir in einem Rundkurs früh auf eines dieser Fahrzeuge aufliefen, löste Stefan das Problem mit einer zusätzlichen Runde, statt auch in den langen Auslauf einzubiegen.

Die WPs ließen keine Wünsche offen und waren sehr selektiv, da von längeren sehr schnellen Passagen die Hänge entlang über Ansammlungen von Kehren die Berge rauf und runter bis zu engen Ortsdurchfahrten alles dabei war. Durch das Wetter wurden die Strecken vor allem für die zweiten Durchgänge auch heftig schmierig und animierten eher zur Vorsicht als zum risikofreudigen Angasen. Der ehemalige Schweizer Meister Camandona warf seinen Cossie schon am Ende der ersten Prüfung in einem fiesen Eck die Böschung runter. Auf der 6. Prüfung ging dann ein Graupelschauer nieder, der die Strecke so schnell weiß eindeckte, dass man noch nicht mal mehr die Spuren des Vorausfahrenden sehen konnte. Aber wir kamen einigermaßen gut durch. Die leider wenigen Zuschauer, die sich an eigentlich sehr spannenden Zuschauerpunkten blicken ließen, froren sich die Hacken ab.

Gleich die erste WP am Freitagabend war mit 29 km die Längste, und für uns als Team die Erste zum Warmwerden. Sie brachte für mich die Erkenntnis, dass ich mich nach der langen Abstinenz erst mal wieder an die Geschwindigkeit, die brachialen Beschleunigungen in allen Richtungen und die körperliche Belastung in so einem Gr. A-Kracher gewöhnen musste, und zwar ganz schnell. Das Ansagen wurde dann auch von WP zu WP besser, wenn auch nicht so gut, dass ich zufrieden gewesen wäre. Aber Stefan war geduldig mit mir und hatte bei diesen miesen Witterungsverhältnissen auch genug mit seinem eigenen Job zu tun. Am Samstag war wegen viel Zeit zwischen den Prüfungen sogar zusammen mit anderen Slowlys ein leckeres Frühstück in einem Café drin, alles sehr entspannt. Am Ende der Rallye hat uns dann noch mal ein heftiger Schneeschauer erwischt, der uns zur schnellen Abreise angetrieben hat.

Fazit: In dieser Ecke der Schweiz kann man sehr gut essen und trinken. Und wenn sich zwei 65-Jährige, ein paar Tage nach Ihrem jeweiligen Geburtstag, zusammen in einen Gruppe A-Boliden setzen, kann der Ehrgeiz nur sein: maximalen Spaß haben. Ziel erreicht!

heico

45. Criterium Jurassien (CH) - Slowly Sideways 19. – 20.04 24