Das Autofahren in Sardinen ist ein ganz besonderes Erlebnis und so machte sich das Team Stock / Weiß dorthin auf den Weg. Mit einem geliehenen Zugfahrzeug, ausgestattet mit allem modernen Schnickschnack und dem Porsche-Safari auf dem Anhänger.
Über wunderbare Straßen im Norden der Insel, inklusive einem Kilometer Schotter, führten die Strecken der zehn Wertungsprüfungen und so tat die lange Überführungsetappe dazwischen der Freude hier zu fahren keinen Abbruch.
Ganz anders dagegen die technische Abnahme, bei welcher der Commissario das Fehlen des zusätzlichen Feuerlöschers sofort bemerkte. Dieser extra Feuerlöscher ist vorgeschrieben, und zwar um ein möglicherweise in Brand geratenes E-Auto löschen zu können. Nur zur Erinnerung: Wir waren bei einer Veranstaltung für historische Fahrzeuge!
Wir haben also in Windeseile frühmorgens im nahen Olbia noch einen Feuerlöscher besorgt und im Auto festgezurrt, was zwar so nicht im Sinne des Erfinders ist, aber vom Kommissar akzeptiert wurde. Auch die fehlenden Distanzscheiben für die TB 5 von Michelin wurden von einem freundlichen Italiener vor Ort noch schnell organisiert und so konnte dann pünktlich gestartet werden.
Ich bekam das hypermoderne Serviceauto zur Verfügung gestellt und konnte mir eine Wertungsprüfung zum Zuschauen auswählen. Bis ich dort ankam hatte ich diverse Diskussionen mit dem Bordcomputer zu führen, der mich partout immer zwischen den weißen Strichen auf der Straße halten wollte und mich auch maßregelte. Denn auf den sardischen Straßen ist dies kaum möglich, schließlich ist die schnellste Verbindung zwischen zwei Punkten noch immer eine Gerade, erst recht bei den vielen, wunderbaren Kurven. Und konnte ich dann doch einmal eine gerade Strecke zum Überholen von mehreren Fahrzeugen nutzen, wollte mich der Spurhalteassistent nicht mehr rechts einscheren lassen. Verstehe einer die Technik!
Die Meute der wunderschönen historischen Rallyeautos und die zusätzlich geladenen besonders seltenen und kostbaren Martini-Vintage Exemplare der Trofeo Martini meisterten die ersten Prüfungen und fanden sich abends im Zentrum von Olbia ein, um sich dem begeisterten Publikum zu präsentieren.
Erst Ausfälle wurden bekannt, Probleme diskutiert und wenn möglich gelöst. Unser Porsche hatte Zündungs- oder Einspritzprobleme und tat dies auch lautstark kund. Da war leider nichts zu machen und leidend machten sich Fahrer und Fahrzeug am zweiten Tag auf den Weg, um die verbleibenden Prüfungen abzuspulen, verbunden mit dem Wunsch ins Ziel zu kommen.
Die Freude war groß als dies, wenn auch mit unterirdischen WP-Zeiten, ob es spotzenden Motors und einem heftigen Bremsplatten (wo ist denn nur die links zwei nach dem Ziel so plötzlich her gekommen?) gelang. Das Feierabendbier zur Belohnung war gerettet.
Bald danach konnte auch das zweite MAGRA-Team Peter und Elke mit ihrem Kadett im Ziel begrüßt werden. Die beiden haben auch einiges erlebt, mussten zum Beispiel mit dem neu installierten, nun vorgeschriebenen, GPS-Überwachungsgerät sogar eine Prüfung per Tastendruck sperren, weil sie einem verunfallten Teilnehmer ausweichen mussten und deshalb selbst in den Graben gerutscht waren. Die Belohnung dafür waren 5 Minuten obendrauf.
Aber das Ziel war das Ziel und so floss beim Team Bassano abends der Prosecco in Strömen. Danke Jungs, dafür und auch für den Schinken, den Käse und die freundliche, hilfsbereite und allzeit tatkräftige Unterstützung am Auto.
Der Gesamtsieg war heiß umkämpft und ging am Ende des Tages an das Team Lucky / Pons im Lancia Delta Integrale mit 7,1 Sekunden Vorsprung auf Musti / Benenti, Porsche Carrera RS.
Moni Stock für das Team „trentanove“.
