8. Rally Costa Smeralda Storico (I) 11./12.4.2025

8. Rally Internationale Storico Costa Smeralda 11./12.4.2025

Dienstag vor der Rallye, früh um 6 Uhr, pfiffen uns die Vögel aus dem Schlaf und wir waren ruckartig aus dem Bett, denn um 6 Uhr wollten wir bereits im Auto Richtung Italien sitzen, hatten aber unseren Wecker nicht auf die Sommerzeit umgestellt. Es war immerhin das erste Mal dass Pfluftl, Michaels Beifahrer, bei uns noch einen Kaffee trinken konnte.

Dann ging’s los. In Seefeld alle Tanks und Kanister auffüllen, noch ist’s in Österreich billiger, Pickerl kaufen und darauf hoffen, dass die Baustelle an der Luegbrücke keinen stundenlangen Stau verursacht. Wir hatten Glück und rutschten in gemäßigtem Tempo über den Brenner und waren früher als geplant in der Toskana. So gönnten wir uns noch einen Rundgang um den schiefen Turm von Pisa und ein leckeres Eis. Dann Livorno. Wir waren immer noch zu früh und besichtigten mitsamt unserem Gespann die dortige Promenade am Meer.

An der Fähre trafen wir Peter und Elke, die in Elba ihren rollenden Untersatz über die wunderbaren Wertungsprüfungen pilotieren wollten, und zwar ohne die Elektroprobleme der letzten Veranstaltung. Schließlich war der Kadett zuvor gründlich durchgecheckt worden.

Am frühen Morgen erreichten wir Olbia, fuhren nur kurz am Hotel vorbei um den Anhänger besamt Rallyeauto dort abzustellen und holten danach das Bordbuch beim Veranstalter in Porto Cervo ab. Für den ersten Besichtigungstag entschied sich das Team für die ihm noch unbekannten Strecken südlich von Olbia. 45 Kilometer Überführung brachte uns zur längsten Prüfung der Rallye: Aratena, 14.83 km.

Die anschließende kurze Überführung mit einem touristischen Highlight: Über eine Kuppe steil bergab rollten wir über eine mehrgleisige Bahnstrecke, so wie sie die Bahn verlegt hat – also ohne Niveauangleichung durch Asphalt wie gewöhnlich – und im Anschluß sofort wieder steil bergauf. Gut, dass hier nur wenig Züge verkehrten und kein Auto just hier liegen blieb.

Die beiden nächsten Prüfungen folgten der Hauptstraße zwischen Monti und Ala die Sardi, viele Kurven, sehr zügig zu fahren, aber im Training natürlich mit Gegenverkehr. Nach dreimaligem Befahren aller drei Strecken war der Tag auch schon um.

Am zweiten Tag mussten zwei bereits bekannte Wertungsprüfungen kontrolliert und der Aufschrieb, falls nötig ergänzt, und noch eine unbekannte aufgeschrieben werden. Dafür ging’s in den Westen nach Luogosanto zur zweitlängsten WP mit 14,80 Kilometern, inclusive dem Schotterstück. Für die mit Slicks bereiften Rallyeautos sollte dies bei den gezeiteten Überfahrten eine echte Herausforderung darstellen.

Am Donnerstag stand abends die Abnahme an, für die italienischen Teilnehmer ein leichtes. Sie brauchen nur noch bei der ersten Rallye eines jeden Jahres eine gründliche technische Abnahme machen und können sich dann bei den nachfolgenden Veranstaltungen ihren Abnahmeaufkleber bei den Kommissaren abholen, gegen einen Stempel im HTP.

Da aber bei Ausländern, also auch bei uns, diese zusätzliche Seite für die Stempel im HTP fehlt war alles wie immer. Sechs Kommissare stürzten sich ob ihrer Arbeitslosigkeit auf den Porsche und fanden …. nichts zu bemängeln. Auch nicht den fehlenden Schreibtisch, auf dem Michael den HTP vergessen hatte. Trotzdem gab es den Aufkleber, schließlich war das Auto dem internationalen Ober-Comissario bekannt und auf allen Plakaten und Bordbüchern das Titelbild. Fazit: Ausländer werden nicht sofort heimgeschickt sondern wohlwollend behandelt!

Freitag mittag wurden die Teilnehmer dann auf die ersten sechs Prüfungen geschickt und nach der üblichen Eingewöhnungszeit lief es bei Michael und Gerhard rund. Sie gingen zufrieden mit dem 21. Rang in das nächtliche Parc ferme.

Peter und Elke dagegen kämpften wieder mit Elektrikproblemen und brachen die Rallye frühzeitig ab um nächsten Tag, nach einigen Basteleien, laut Rallye Reglement einen Restart machen zu können.

Der zweite Tag begann früh, denn schließlich mußte eine Anfahrt von etwa 80 Kilometern, unterbrochen von einen morgendlichen Service, bewältigt werden. Startzeit für die erste WP war 9.00 Uhr. Es stand eine Hauptstraßen-Prüfung auf dem Plan und zwei Dschungelprüfungen, eine davon mit dem Schotteranteil, und alle waren wieder zweimal zu befahren.

Gleich in der ersten WP des Tages, Nummer 7 in der korrekten Reihenfolge, hatte der Porsche hinten einen Platten. Ein perfekt eingestanztes Loch in der Lauffläche raubte dem TB5 die Luft. Das Team mußte also WP 8 und 9 mit dem Reserverad überstehen, bevor der Service vom Team Bassano hinten auf neue Reifen wechseln konnte.

Der Notfallhelfer Moni machte sich also auf den Weg quer durchs Hinterland, um den ruinierten Reifen irgendwo am Straßenrand wieder einzusammeln, denn schließlich wurde die Felge noch benötigt.

In der Zwischenzeit entschieden sich Peter und Elke dazu die Rallye vorzeitig zu beenden. Der Grund des Brandgeruchs im Inneren des Kadetts war leider nicht korrekt zu orten und so auch nicht während der Servicezeit zu beseitigen. Sicher ist nunmal sicher.

Michael und Gerhard machten sich derweilen auf den Weg um die zwei letzten Prüfungen abzuspulen und wollten hier einem Konkurrenten keine Chance lassen, sie in der Gesamtwertung noch zu überholen.

Besser wäre es gewesen, die letzte Prüfung einfach entspannt anzugehen, statt kurz vor den Ziel der Rallye, auf dem bereits erwähntenSchotterstück, ins Abseits zu rutschen und eine gute Gesamtplatzierung zu verschenken.

Der Rest ist schnell erzählt. Stunden später, die WP war ja nicht blockiert, war ein Kranwagen angefordert worden um die vier Abschleppwägen bei der Bergung des doch sehr schweren Porsches zu unterstützen. Anschließend fuhr er etwas verknittert aber mit Vollgas zum Ziel. Es galt nun, das Auto auf den Hänger laden und zügig zur schon wartenden Fähre fahren. Geschafft!

So war das alles nicht geplant, aber so ist „Rallye“ nun einmal.

Moni

8. Rally Costa Smeralda Storico (I) 11./12.4.2025