Von der Scuderia MAGRA waren vier Teams am Start (Fotos). Hier erzählen die Fahrer von ihren Abenteuern auf 14 Wertungsprüfungen in drei Ländern.
Die Startnummer 78 berichtet:
Spannende Prüfungen in drei verschiedenen Ländern warteten auf uns und so starteten wir am Freitag nachmittags pünktlich zur 60 km langen Überführung nach Tschechien. Leider lief die Nachtprüfung nicht ganz so optimal, da Sandra magentechnisch überhaupt nicht fit war und wir Probleme ab der ersten Wertungsprüfung mit den Bremsen hatten. Nach dem Regrouping sah die Welt zum Glück wieder besser aus und wir duften mit einer guten Platzierung in den Samstag starten. Der Samstag lief, bis auf zwei kleinere Ausritte ins Grüne, ganz gut. Diese haben uns leider Zeit gekostet – aber so ist das eben manchmal. Das Problem mit den Bremsen hörte leider nicht auf und wir mussten nun auf „Ankommen“ fahren. Im Ziel angekommen waren wir glücklich, diese sehr anspruchsvolle mit 164,90 km (Gesamtlänge inkl. der Verbindungsetappen 636,28 km) Rallye gemeistert zu haben.
Vielen Dank an Sandra für ihre super Arbeit auf dem heißen Stuhl und ein herzliches Dankeschön auch an unser Serviceteam Willi und Markus. Ihr wart spitze!
Gerhard Kreuzeder
Hier die Story vom Saisonabschluss der Teams mit den Startnummern 90,91,99.
Auch im Jahr 2022 wollten wir drei Freunde Peter Hinderer, Beni Weber und ich wieder die 3-Städte-Rallye als Saisonabschluß fahren.
Grundsätzlich alles kein Problem, da die Nennungen rechtzeitig raus sind und die Bestätigung per Mail kam. ABER am Tag vor der Rallye (Mittwoch) fiel Benis Beifahrer wegen eines familiären, ernsthaften Krankheitsfalls aus. Nun war guter Rat teuer und es musste kurzfristig Ersatz gefunden werden. Wir sind gut mit der motorsportverrückten Truppe „Team Quer“ von der Mosel befreundet und Alex Herrmann hatte seine Weinlese bereits beendet, ist super spontan und kurzfristig eingesprungen und war am Donnerstag früh (keine 20 Stunden später) schon in Waldkirchen im Rallyezentrum.
Es konnte also für unser Team losgehen. Schon bei der Besichtigung wurde klar, daß es schnell und anspruchsvoll, aber auch sehr spannend werden wird, diese Rallye in drei Ländern mit unterschiedlichsten Voraussetzungen: den sehr schnelle Nachtprüfungen in Tschechien und einer grauenhaften Wettervorhersage für den Samstag. Dazu viel Wald mit Laub und einem Schlammfeld, wo schon die Recceautos ihre Schwierigkeiten hatten. Wir alle waren guter Dinge, hoch motiviert und freuten uns, als es am Freitag nachmittags endlich losging: 6 WPs standen an und 5 davon bei Dunkelheit. 2 WPs wurden allerdings gecancelt – eine wegen eines Unfalls und eine aufgrund „angetrunkener Fans“, die auf der WP rumliefen.
Spät kamen wir dann in den Parc Ferme und waren froh ohne Schäden durchgekommen zu sein. Meine Performance war noch etwas verhalten und von uns Dreien war nach WP6 Peter Hinderer (Porsche 911 Gruppe 4) 12 Sek vor Beni Weber (Porsche 911 SC) und erst dann kam ich mit dem Fiat 131 Abarth Rally und 1:25 Min Rückstand. So ging es in die zweite Etappe am Samstag und wir starten alle drei innerhalb von 10 Minuten. Der Regen spielte mir in die Karten und ich holte von WP zu WP in unserem internen, aber immer freundschaftlichen, Duell auf. Es war sehr rutschig und Regen, Laub und Dreck haben das ganze verstärkt. Aber der Fiat hat eine sehr gute Traktion und nach WP 10 lag ich bereits knapp vor Peter, Beni schien außer Reichweite zu sein.
Auch in Etappe 2 kam es zu Annullierung von 2 WPs und der Verkürzung einer WP aufgrund einer Ölspur eines Fahrzeugs unmittelbar vor mir, die mich fast die Rally gekostet hätte. Als ich beim Anbremsen einer Links 2 nach einer langen Gerade die Regenbogenfarben auf der Straße sah, bekam ich große Augen und kurz drauf einen sehr hohen Puls, konnte jedoch das Auto abfangen und über die Ölspur driften – geradeaus zu fahren war da unmöglich.
Durch diverse Verzögerungen war bald klar, daß die letzten beiden WPS wieder bei Nacht zu Fahren waren. Zudem setzte wieder stärker werdender Regen ein. Da die zweitletzte Etappe wieder annulliert wurde, stand dann nur noch WP14 vor uns und zum Regen und der Dunkelheit kam nun auch noch der niederbayrische/österreichische Nebel. Die Lichtsituation war grausam, da eine sehr hohe Reflektion der Scheinwerfer uns zeitweise im Blindflug fahren ließ.
Ich hatte ein gutes Gefühl mit dem Aufschrieb und habe ordentlich Gas gegeben und Beni und Peter jeweils über eine Minute mitgegeben. Im letzten Service fragten mich dann meine Mechaniker, was mit mir los war und ob ich einen “Nagel im Kopf“ hätte, denn ich konnte auf der letzten WP das für mich so tolle Ergebnis erzielen: Zum ersten Mal bei einer Rallye beide Porschefreunde hinter mir zu lassen. Es waren am Ende nur 9 Sekunden auf Beni, aber es hat gereicht!
Als Gesamt 55ster und 4ter aller DRM-Historic-Autos (hinter Ascona 400, Delta Integrale und Porsche 3,3 Liter) war ich super zufrieden, auch und vor allem aber, weil wir bei so einer schwierigen Rallye nichts kaputt gemacht haben. Das Wichtigste ist jedoch: Wir drei Freunde hatten mächtig Spaß bei einer super Rallye und sind alle ohne Schäden durchgekommen. Gelacht wurde wie immer viel, da die Stimmung sensationell war, auch aufgrund der super Leistung unserer tschechischen Mechaniker, die die Autos bestens vorbereitet und vor Ort einen grandiosen Job gemacht haben – 1000 Dank an unsere 4 Jungs.
Das war es für 2022 aber wir planen schon für 2023 und mal sehen, wo wir drei wieder gemeinsam aufschlagen werden……
Euer Micha
