Vom Beziehungs-Härtetest zum Pokal der Liebe: Unser Rallye Sprint Deggendorf 2026
Es gibt viele Wege, eine Beziehung auf die Probe zu stellen. Ein gemeinsamer Urlaub bei IKEA zum Beispiel, oder das Aufbauen eines Kleiderschranks ohne Anleitung.
Wer die absolute Endstufe sucht, wählt jedoch eine andere Option: Man setzt die Partnerin auf den Beifahrersitz eines Rallyeautos, schnallt sie so fest, dass sie kaum atmen kann, und jagt mit Vollgas über abgesperrte Asphaltbahnen, während man von ihr fehlerfreie Ansagen im Sekundentakt erwartet.
Genau dieses Experiment haben meine Freundin Selina und ich beim Rallye Sprint Deggendorf 2026 gewagt – unserer allerersten gemeinsamen Rallye.
Und was soll ich sagen? Das Wichtigste vorweg: Wir sind am Morgen als Paar angereist und ich musste am Abend nicht als Single die Heimreise antreten. Allein das grenzt im Motorsport an ein kleines Wunder.
Dabei lag die Fehlerquote am heutigen Tag ganz eindeutig auf der linken Seite des Cockpits.
Während meine frischgebackene Co-Pilotin auf dem heißen Stuhl einen absoluten Superjob ablieferte und das Gebetbuch las, als hätte sie im Leben nie etwas anderes getan, (okay, ja, wir haben die letzten 4 Wochen geübt) nahm ich das Wort „Sprint“ wohl etwas zu wörtlich – oder die Ideallinie schlicht zu metaphorisch.
Sagen wir es so: Sie machte keinen einzigen Fehler. Ich hingegen lieferte den Zuschauern die nötige Unterhaltung, inklusive kleinerer Fehleinschätzungen und kreativer Kurveninterpretationen.
Die Strecke in Deggendorf war aber auch eine absolute Wucht. Anspruchsvoll, schnell und mit Kurven, die einem das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht treiben wollten. Die Organisation war topp und die Stimmung unter den Fahrern und Fans einfach grandios.
Überall Benzingespräche, motorenbegeisterte Zuschauer und eine Kulisse, die einfach nur irre Spaß gemacht hat.
Am Ende des Tages stand fest: Das Experiment ist geglückt. Das Auto ist ganz, die Beziehung ist noch enger geschweißt und Selina hat Blut geleckt. Deggendorf, das war ein verdammt gutes Debüt. Und für die nächste Rallye gilt: Der Fahrer gelobt Besserung, die Beifahrerin bleibt einfach genau so gut wie sie war!
Thomas Lang

Auch am Start: Willi Pürkner mit dem BMW 318 ti (Foto: KL rallyfotos) …

.. und Manfred Ring / Jakob Hagemann (Foto: KL rallyfotos)
