ADAC Württemberg Historic 16./17.5.2025

Diese ADAC-Gleichmäßigkeits-Rallye war mir von verschiedenen Seiten empfohlen worden und sie passte gut in die Rentner-Kalender von meinem Bruder und von mir. Außerdem konnten wir den Startort Biberach, um den sich die ganze Rallye zwei Tage drehte, gut auf der Achse des Ferrari 208 GTS Intercooler erreichen und das lästige Hängerthema vergessen.

Fahrtunterlagen waren schnell eingesammelt und die Fahrzeugabnahme fix erledigt. Das Bordbuch bzw. die dort abgebildeten Wertungsprüfungen sahen auf den ersten Blick recht „harmlos“ aus. Das änderte sich dann bei genauerem Hinsehen doch deutlich und die Zeit der Vorbereitung mit Berechnung der Zeiten, Schnitte und dem Finden der richtigen Strategie für die Mehrfachprüfungen verschlang doch einige Abendstunden.

Die Veranstaltung war in ein Teilnehmerfeld für den sportlichen Wettbewerb (46 Teilnehmer) und eine touristische Ausfahrt (50 Teilnehmer) aufgeteilt. Dabei waren wieder einmal fantastische Oldtimer aus den 50er-Jahren bis zu Youngtimern aus den frühen 90er, die das Herz höher schlagen ließen. Uns war beim Blick in manches Fahrzeug auch klar, dass wir hier keinen Blumentopf gewinnen konnten, denn gegen die umfangreiche Ausrüstung mit allen möglichen elektronischen Helferleins und Softwarelösungen konnten wir mit unseren 2 mechanischen Uhren wohl kaum anstinken. Aber egal, wir wollen es ja auch bewusst nicht anders.

Die Auslegung der Veranstaltung war für uns auch etwas Neues, da man fortlaufend zwischen den Zeitkontrollen auf gezeiteten Wertungsprüfungen unterwegs war, also kein Verschnaufen zwischendrin. Jede gefahrene Etappe musste möglichst aufs Hundertstel genau absolviert werden. Insgesamt war die Strecke von ca. 300 km Länge in 6 Abschnitte auf die 2 Tage verteilt, in Summe mit gut 50 Lichtschranken bestückt.

Wir waren zu Beginn der Rallye wohl mal wieder nicht wirklich ausgeschlafen und uns dann auch nicht sehr oft einig, wie gut wir die Lichtschranken wohl getroffen hatten. Ergebnis war ein ernüchternder Platz 31 von 46 nach dem ersten Tag. Zu unserer Entschuldigung konnten wir beim Abendessen mit Freunden wenigstens noch anführen, dass wir vor dem gelben Schild, wo sich oft viele Fahrzeuge versammelten, weil ungünstiger Weise die Lichtschranken durch eingebaute Schleifen mehrfach angefahren wurden, zum Teil massiv behindert wurden, als wir an die Lichtschranke vorfahren mussten. So hatten wir früh unseren Streicher. Und das Bordbuch schickte nicht nur uns durch kleine Fehler mehr als einmal in die schwäbische Pampa.

Auch am zweiten Tag wurde es nicht deutlich entspannter, außer in der Mittagspause, als wir uns über aufmunternde Worte von Moni und Michael freuen durften, die wegen Regen lieber alte Autos gucken als fliegen wollten. Dadurch, dass auch die touristischen Teilnehmer streckenweise die gleiche Route hatten, aber ohne Zeitdruck vor sich hin schnarchten, kassierten wir weiter vermeidbare Strafpunkte. Dazu kamen noch individuelle Fehler auf beiden Sitzen, die zu deutlichen Selbstbeschimpfungen im Fahrzeug führten. Wenigstens waren die Fehler einigermaßen gerecht verteilt. Die dem Veranstalter übergebenen drei Beschwerdezettel, wegen Behinderung unter anderem auch durch landwirtschaftliches Gerät, hinterließen leider wenig Eindruck und keine Änderung am Punktestand. Als 28. Gesamt hatten wir unser übliches Ziel, erste Hälfte aller Teilnehmer, deutlich verfehlt und mussten unseren leichten Frust nach der Siegerehrung unter anderem mit Gin Tonic runterspülen.

Highlights dieser Rallye waren die fantastischen, oft sehr schmalen Strecken in den Süden von Biberach bis nach Bad Wurzach, auf denen so gut wie kein Verkehr war und die sich vielfach auch hervorragend als „richtige“ Wertungsprüfungen geeignet hätten, sowie der Pokal des ADAC, den der Ferrari als Sieger des Concours d´Elegance in seiner Altersgruppe einheimste. Den hatte er sich verdient!

Heico

ADAC Württemberg Historic 16./17.5.2025