Auf der Starterliste standen am Ende der Meldefrist 110 Teilnehmer in sechs verschiedenen Klassen. Dazu kamen noch jede Menge der so genannten Renntaxis, Showcars und etliche exotische Fortbewegungsmittel wie zum Beispiel Luftkissenfahrzeuge. Auch historische Raritäten konnten bewundert werden, in beheizten Zelten oder auf dem Eis der Rennstrecke, so wie den Audi quattro Rallye A2 von Audi Tradition, den unser Clubmitglied Harald Demuth pilotierte.
Wohl aus Gewohnheit hat Michael die Anmeldung ausgefüllt und bald die Zusage erhalten. Der Safari-Porsche war aber nach dem Ausrutscher bei der Rally del Brunello noch nicht ganz fertig, doch die Werkstatt unseres Vertrauens hat ihn in Windeseile wieder einsatzbereit und hübsch gemacht.
Also auf nach Zell am See.
Dort trafen wir, welche Freude, auf weitere MAGRAner. Peter Hinderer war ja schon öfters beim Ice-Race dabei und hatte Micha Baltes mit Sohn David und Benni Weber als Newcomer im Schlepptau. Mit im Team waren auch Chris Heubl und Dirk Schuhmann, welcher gleich früh morgens seine ADAC-Karte zückte, und so stand seiner spontanen Aufnahme als neues Clubmitglied der SCUDERIA MAGRA nichts mehr im Weg.
Es war schon seit längerer Zeit kalt in Zell am See, was beim Aufbau der Rennstrecke den Baumeistern der Familie Nothdurfter vom MSC Kitzbühel sehr geholfen hat. Alles war perfekt vorbereitet.
Also nur noch das Eis von den Porschescheiben abkratzen, nachtanken, den Motor warm laufen lassen und auf den Startaufruf zum Training mit anschließendem Qualifikationslauf warten.
Benny kam mit seinem hübschen, eidottergelbem Porsche 356 Coupe kurz vor knapp im Fahrerlager an und verbrachte die folgende Zeit damit, die Einlauftrichter des Motors mit Startpilot aufzufüllen um sein Fahrzeug zum Leben zu erwecken. Nach einiger Zeit, gutem Zureden durch die versammelten MAGRAner und vielen liebevollen Startversuchen waren die passenden Geräusche zu hören, also ein Start möglich.
Nicht so bei Peter, der seinen Armel-Porsche zwar bis zum Vorstart fahren konnte, aber keinen Meter weiter. Also zurück ins Fahrerlager schieben und vielfältige Rettungsversuche einleiten. Nix half. Die mechanische Bosch-Einspritzpumpe hatte ihren Dienst quittiert.
Zwischenzeitlich hat sich Michael mit dem Porsche Safari beim Qualifikationsrennen einen beachtlichen fünften Platz von 18, teils hoch motorisierten Startern gesichert. Leider waren nur die ersten vier zum Rennen um die Podestplätze zugelassen.
Benni hatte Dustin Touchton beim Skijöring am Seil, der den 356 gut ausbalancierte und sicher um die Kurven des Parcours brachte. Allerdings reichte der 25. Platz nicht für das Rennen ums Podest.
Das Vater/Sohn Team Baltes mit dem Fiat 131 Abarth dagegen hatte sich qualifiziert, und konnte nach einer Erholungspause für den am Seil agierenden Skifahrer und dessen geschwächte Oberarme an den Start gehen. Dabei passierte es, dass David nicht nur sein Zugfahrzeug samt Papa sondern auch einen Ski verlor. Doch einen Skirennfahrer wie David kann das nicht erschüttern. Schnell schnallte er den Ski wieder an und war noch vor Micha im Ziel, der die letzte Runde alleine bewältigen musste. Der dritte Platz war die Belohnung.
Dann wurde die Klasse FAT-Performance Cassic aufgerufen und Micha konnte sich wiederum für das Endrennen mit einem zweiten Platz qualifizieren, während Benni mit einer Pirouette für die Zuschauer glänzte. Daß dann im Rennen ums „Stockerl“ der hellblauen Fiat mit Micha fehlte, ist dem Fehlerteufel zu verdanken, der erbarmungslos zuschlug und die Elektrik zum Erliegen brachte. Schade.
Gerne hätte es für die MAGRA-Truppe besser laufen können, doch wenn wir über die Schneehaufen auf die Rennstrecke schauten, dann konnten wir feststellen, dass es einigen der anderen Teilnehmern viel schlechter ergangen ist. Vom feuerspuckenden Turbolader eines BMW bis hin zum über das Dach rollenden Porsche 944 war die Bandbreite an Mißgeschicken und Schäden groß. Jeder Ausrutscher wurde von den zum Teil kurios in Silberoutfit, Yetikostüm und Kunst- oder Echtfellmantel, passend zum Schoßhund natürlich, gekleideten Schickmicki-Zuschauern mit Begeisterung vom VIP- Balkon, erreichbar nur mit sündhaft teuren VIP-Tickets, beobachtet.
Im Rahmenprogramm war dann noch ein Kunstflugprogramm mit einer Red Bull F4-U Corsair und der Bo 105 S, sowie die Kunststücke einiger Motocross-Akrobaten untergebracht worden. Trotz dieser Vielfalt wurde der Zeitplan nur um 35 Minuten überschritten. Dafür gibt es ein dickes Lob, denn schließlich wird es Abend nicht nur dunkel sondern auch kalt, im Winter, inmitten der Alpen.
Alles in allem war es ein schönes Wochenende mit ein wenig, fast familiärem Motorsport zwischen all dem überbordenden Trubel dieses Show-Events.
Moni
Bilder dazu gibt es hier unter dem Bericht oder in der Galerie: https://www.scuderia-magra.de/bilder
