Wir haben die erste Ausgabe des GP Ice Race 2019 miterlebt, in damals noch familiärer Atmosphäre, über zwei Tage gestreckt mit spannenden Rennen. Viel hat sich seitdem getan. Nicht nur dass sich das Event an den aus- und umgebauten Flugplatz anpassen, sondern auch mehr Aufwand in das Handling der vielen angemeldeten und wunderschönen fahrbaren Untersätze sowie der in großen Mengen anreisenden Fans investieren musste.
Das größte und unkalkulierbarste aller Dinge ist jedoch noch immer die aktuelle Temperatur für die Eisbereitung, auf dem gefahren werden soll.
In diesem Jahr war alles perfekt vorbereitet und so konnten wir bereits am Freitag den mit Spikes bereiften Safari Porsche im Fahrerlager parken. Auch Peter Hinderer war mit seinem Armel-Porsche angereist, im Schlepptau Chris Heubl und den Snowboarder Benni Asbeck, welchen er später über die Strecke ziehen wollte, sozusagen als Snowboardjöring, und bezog ebenso wie Lars Stiller mit seinem gelben Opel Ascona 1,9 SR einen Serviceplatz im bayrischen Eck.
Am Samstag, dem Veranstaltungstag, gab es für uns nicht viel vorzubereiten: Startnummern aufkleben und die passenden Spikereifen dem Veranstalter vorzeigen. Fertig!
Irgendwann ging es dann los, und in kleinen Gruppen zu dritt oder zu viert wurden die Fahrzeuge der verschiedenen Klassen für zwei Besichtigungs- und drei Qualifikationsrunden auf den Eisparcours geschickt. Anschließend das finale Rennen der schnellsten vier Fahrer jeder Gruppe um die begehrten Preise.
Unterbrechungen im Wettbewerb gab es immer wieder, für Demofahrten mit Zuschauern zu Werbezwecken, den Showfahrten der angereisten Promis und natürlich für den Bahndienst, der sich um eine möglichst glatte Eisfläche sorgte und bei diesen Temperaturen reichlich Arbeit hatte.
So blieb uns viel Zeit die Schickimickis unter den Zuschauern zu beobachten, tolle und exotische Fahrzeuge in Aktion zu sehen, mit und ohne Skifahrern im Schlepptau, und im Fahrerlager mit Besitzern und Fahrern dieses rollenden Museums zu fachsimpeln.
Uns hat eine sehr entspannte Jutta Kleinschmidt viel über die technischen Raffinessen des originalen Audi RS Q e-tron E2, einem Hybridfahrzeug von Carlos Sainz, dem Sieger der Rallye Dakar 2024, erzählt. Dieses Monstrum von Fahrzeug konnten wir dann auch auf dem für dieses Fahrzeug ungewohnten Terrain in Aktion bewundern, von Jutta perfekt übers Eis pilotiert.
Vor Ort war neben Walter Röhrl auch Harald Demuth, den wir schon lange kennen, schließlich hat er in der ADAC-Rallyeschule Anfang der 80er Jahre etlichen unserer Clubmitgliedern das Rallyefahren näher gebracht. Und nach einem ausgiebigen Plausch lies er sich erfreulicherweise sogar als MAGRA-Clubmitglied anwerben. Auf dem Eis präsentierte Harald einen wunderschönen Audi Quattro A2 von Audi Tradition in flotter Gangart.
Bei herrlichem Sonnenschein, aber mit fast zwei Stunden Verspätung durften dann endlich auch unsere MAGRAner in der Klasse „Performance Klassik“ auf die Piste, deren Eisauflage an einigen Stellen bereits von den vielen vorher gefahren Spikes schon kaputt, dann aber notdürftig wieder verfüllt worden war.
Es galt also mit maximaler Traktion zu fahren, um beim Qualifying einen Platz unter den ersten Vieren zu ergattern. In diesem Durchgang hatte Peter das Pech von einem Buggy behindert zu werden, der eigentlich einer anderen Klasse angehörte, aber sein Quali wohl verpasst hatte und nun zwischen den Porsches herumkurvte. Leider nur ein unverdienter Platz fünf für Peter.
Michael schaffte die Qualifikation als Schnellster mit 0,004 sec. Vorsprung vor Lars, mit einer Gesamtfahrzeit nach drei Runden von 1:54,411 und durfte im anschließenden Rennen mit einem Porsche 944 Turbo, dem Baja Käfer und dem Opel Ascona von Lars um den Sieg kämpfen.
Der Käferpilot hatte sich übrigens im Rennen zuvor, beim Ziehen seines Skifahrers in der Skijöringgruppe irgendwie vertan und den Käfer noch kurz vor dem Ziel spektakulär gerollt, auf nahezu gerader Strecke. Zum Glück ging dies mit nur kleinen Blessuren am Auto und ohne Personenschaden vonstatten!
Für Michael wurde es dann ein Start – Ziel – Sieg, vor Lars Stiller im gelben Opel.
Der würdige Abschluss eines tollen Tages in traumhafter Kulisse war eine riesige Kuhglocke als Preis für den strahlenden Sieger, überreicht von “Striezel” Stuck.
Für das Foto bedanken wir uns bei Chris Heubl:
© Snowboardjöring presented by Pleasure Snowboard Magazin (Driver Peter Hinderer, Snowboarder Benni Asbeck)
(Moni)
