…ein Rennwochenende bei 35 Grad Außentemperatur…
Die österreichische Rundstrecken Rennserie „Histo Cup“ veranstaltete am Wochenende des 13. Juli das vierte Rennwochenende der Saison 2024 in Ungarn am Pannonia-Ring. Mit einer Anzahl von 160 gemeldeten Autos waren dieses Wochenende jegliche Klassen der Serie stark besetzt und versprachen spannende Rennen.
Und auch unser Team, das Team „Team MB Bertone DMW“ war am Start im Mini Cooper Cup Austria. Hier fahren genau identische Minis mit knapp 300 PS aus der damaligen Mini Challenge 2008 gegeneinander und es kommt nur auf die fahrerische Leistung an.
Doch wie genau läuft so ein Rennwochenende denn überhaupt ab?
Angefangen hat alles am Donnerstagmorgen: Autos aufladen, Werkzeug einpacken, Ersatzteile herrichten und eine Menge an Verpflegung und vor allem Wasser ….
So ging es dann gegen Mittag auf die siebenstündige Autofahrt Richtung Ungarn. Dort angekommen, wartete schon das ganze Team samt Mechaniker, Kollegen und gleichzeitig Freunden.
Es war dann nach einer Aufbauphase von circa 3 Stunden alles sicher und fest aufgebaut, so ging das Wochenende richtig los.
Alles begann mit einem entspannten Team-Dinner im Fahrerlager und anschließenden ersten Benzingesprächen.
Doch wofür wir eigentlich hier sind, die „Track time“ bzw. das Autorennen zu fahren, welches am Freitagmorgen mit den ersten freien Trainings begann.
Es werden für die verschiedenen Fahrzeugklassen und Rennserien unterschiedliche Trainingszeiten von jeweils 25 Minuten über den gesamten Freitag angeboten, um verschiedene Parameter sowie Fahrzeugeinstellungen, Setup-Einstellungen oder Reifendrücke zu testen.
Genauso startete auch das Wochenende für mich. Denn trotz der Vorbereitungen zu Hause, wie dem „Video schauen“, bei dem ich im Vorhinein die Strecke über Videos im Internet verinnerliche oder dem Virtual Racing, wo es darum geht, die Strecke über den Fahrsimulator zu Hause kennenzulernen und Bremspunkte zu testen, benötigt es eine Menge an Fahrpraxis auf der Strecke, um sich bestmöglich auf das kommende Rennen vorzubereiten. Denn vor allem für mich war es wichtig das Auto kennen zu lernen, da ich nicht sehr viel Erfahrung auf dem Mini hatte.
Angefangen hat alles erst letztes Jahr mit dem Absolvieren meiner Lizenz, mit 16 Jahren, und den darauffolgenden einzelnen Trainingstagen, an denen ich die Chance hatte, die Rennautos meines Vaters gelegentlich zu fahren.
Zurück in die Gegenwart: Abgeschlossen und abgerundet wird das Fahren am Freitag mit der allgemeinen Fahrerbesprechung, geleitet vom Veranstalter sowie dem Rennleiter.
Samstag – Renntag: Mir stand mein erstes Qualifying und Rennen bevor. Schon vor dem Qualifying, bei dem es darum geht, die bestmögliche Zeit für die bestmögliche Startposition im Rennen zu setzen, war mein Fokus extrem hoch, die Aufregung jedoch noch viel größer.
Dennoch hat es schon in meinem ersten Qualifying für Startplatz 3 unter den Minis gereicht. Doch als es dann am Nachmittag in der Mittagshitze von 35° Außentemperatur und im Auto mit einer Temperatur von circa 60° an den Rennstart ging, wurde es ernst. Grundsätzlich war für mich das Wichtigste in meinem ersten Rennen Spaß zu haben und das bestmögliche Ergebnis rauszuholen.
Nach meinem gelungenen Start, der im „Indianapolis-Style“ (rollender Start) abgehalten wird, gelang es mir aber tatsächlich die Führung zu übernehmen. Über die Renndistanz von 25 Minuten behielt ich trotz starken Drucks von Benedikt Weber die Führung und konnte mein erstes Rennen gewinnen.
Die Freude im ganzen Team war groß – doch am glücklichsten war ich selbst. Besonders prägend war auch der Moment, als mein Vater als erster ans Auto kam und mir voller Stolz gratulierte.
Nach der Siegerehrung der Rennserien feierten die einzelnen Teams ihre Erfolge und ließen den Abend mit einem Sonnenuntergang über der Strecke stimmungsvoll ausklingen.
Am nächsten Morgen wieder das gleiche Programm für das zweite Rennen. In der Früh stand das Qualifying an und nachmittags das Rennen. Im zweiten Mini-Rennen bin ich wieder von P3 an den Start gegangen, habe jedoch einige Plätze am Start verloren und mich nach einem spannenden Kampf wieder auf den 3. Platz vorkämpfen können.
Im Gesamten war es also ein sehr gelungenes Wochenende für mich mit einem tollen Team.
Großes Lob auch an den Veranstalter der Rennserie für die perfekte Organisation und danke an das Team MB Bertone DMW, besonderen Dank an meinen Vater (ebenfalls MAGRAner).
David Baltes
