Die größte europäische historische Rennstreckenserie mit 8 unterschiedlichen Rennen/Klassen feierte erstmals das Saison-Opening in Ungarn am Pannonia Ring. Alle haben gutes Wetter und angenehme Temperaturen erwartet – weit gefehlt. Schnürlregen ohne Unterbrechung und Temperaturen im einstelligen Bereich war die Realität.
Von der Scuderia Magra waren nur Peter Hinderer und ich dabei, da unser Freund Beni Weber leider verhindert war.
Peter startete mit seinem Lotus 51 in der Formel Historic und ich mit meinem Fiat 131 Abarth bei Anhang K. Zudem sind wir beide mit unseren Mini Challenge Boliden im Mini Cooper Cup gestartet, der zusammen mit der BMW 325i Challenge (E30) fährt.
Kurz vor dem Rennwochenende erreichte uns die Nachricht, dass das Hankook-Werk samt Lager in Korea abgebrannt ist und es für diese Saison keine Hankook Rennreifen (Slicks & regenreifen) geben wird. Die Vorstellung mit den leistungsstarken Mini Turbos auf Semislicks zu fahren war ernüchternd aber am Ende haben wir dieses Wochenende ausschließlich Regenradl gebraucht – die wir zum Glück noch hatten.
Freitag ist wie immer Testtag und wir haben das ein wenig genutzt; Samstag und Sonntag ist jeweils ein Qualifying und ein Rennen.
Mini Challenge: Im Qualifying wurde ich Zweiter und Peter Dritter. Nach gutem Start konnte ich in der ersten Runden den Quali-Schnellsten überholen und das Rennen 7 Runden anführen bevor dann die Elektrik meinen Mini lahmlegte und ich keinen Turbo mehr hatte (zu viel Wasser in den Steckern) – DNF.
Peter konnte auf Rang 2 das Rennen beenden. Am Sonntag lief es nur wenig besser für mich. Im Quali musste ich das Auto abstellen und den Taxi-Abschlepper bemühen – Drosselklappe defekt! Peter fuhr mit Wut im Bauch und Mut im Hintern die schnellste Quali-Runde (Chapeau) – das Rennen sind wir aber beide nicht gefahren – zu viel Wasser auf der Strecke und zu spät am Sonntagabend.
Formel Historic: Peter hat in der Quali den 2. Platz geschafft, aber dann im Rennen bravourös den Klassensieg in der Formel Ford 1600 erreicht. Sensationell gefahren im Regen. Am Sonntag im Quali dann leider ein Abflug auf die Wiese – Gott sei Dank ohne Einschlag, aber Grund genug bei stärker werdendem Regen den Lotus einzupacken und kein Rennen mehr zu fahren – einfach zu gefährlich!
Anhang K: Im Quali lief es bedingt gut mit dem 4.Platz, sodass ich im Rennen mir als Ziel gesetzt habe zumindest den Alfa Romeo GTV zu schlagen. Nach harten zwei Runden konnte ich ihn überholen und dann auch hinter mir lassen. Der Sieger in der Klasse bis 2000 ccm in seinem BMW 2002 mit Formel-2-Technik ist nicht zu schlagen ebenso wie der zweitplatzierte Manta A, der allerdings illegal mit 2,4 Liter Gerendt Motor fährt (der Veranstalter ist aber im Bilde und wird das regeln), denn Hubraum-Cheating geht auch im Historic-Cup nicht. Am Sonntag dann der 3. Platz im Quali, den ich aber im Rennen nicht halten konnte, da die Regenreifen komplett aufgegeben haben, und ich zwar die Rallyeerfahrung des Driftens anwenden konnte aber damit nicht schnell genug war….schade.
Am Ende hatten wir trotz grausamen Wetters viel Spaß, genügend Adrenalin und nichts zerstört – so kann die Saison weitergehen – für mich leider erst im Juni in Rijeka. Beni und Peter fahren Ende Mai schon wieder am Red Bull Ring.
Micha Baltes
