Nach 5-jähriger Pause zog es uns wieder nach Finnland zur schönsten Schotterrallye im Kalender.
Am Freitag, den 16. August, wurden die Autos verladen um 1. Klasse nach Lahti zu reisen und wir sind am Dienstag mit einem Direktflug von Venedig nach Helsinki hinterher geflogen. In Lahti angekommen, Hotel bezogen und den Leihwagen entgegengenommen. Den Tag ließen wir mit einem gemeinsamen Abendessen und einem Besuch in der Sauna und anschließender Abkühlung im See ausklingen.
Mittwoch früh ab 7.30 Uhr gab es das Roadbook und den GPS-Tracker. Während der Besichtigung galt ein Tempolimit von maximal 80 km/h und stellenweise auch nur 40 km/h einzuhalten (pro km/h darüber 25.00 €, beim 2 Mal verdoppelt sich die Strafe). Dies wurde mit dem Tracker überwacht und auch geahndet. Während der Rallye wurden auch die Verbindungsetappen getrackt.
Bis auf eine WP mussten wir alle neu schreiben. Bummeln war somit nicht angesagt, wenn man die WPs viermal abfahren wollte.
Donnerstagabend war die technische Abnahme. Zu einer vorgegebenen Zeit (mit entsprechender ZK) mussten wir in diesen Bereich einfahren, auch hier wurden Verspätungen mit einer Geldstrafe geahndet. Es begann mit einer Phonmessung, weiter wurde die KOMPLETTE Bekleidung und Helm auf eventuelle Schäden überprüft. Im Anschluss kamen die Fahrzeuge dran, inklusive Wiegen.
Hier trafen wir endlich unsere Edelfans Kathrin und Horsti, worüber wir uns sehr gefreut haben. Hier unser Dank für den Abstecher, den sie extra für uns gemacht haben.
Freitag um 10.38 Uhr ging es endlich los zur ersten WP, wo auch schon Kathrin und Horst auf uns warteten – hobn uns riesig gfreit.
Mit einer Portion Respekt vor den hohen Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h und mangels Übung auf Schotter sind wir etwas verhalten die Sache angegangen. Schnell haben wir uns auf die Bedingungen eingestellt und das Vertrauen wuchs von Kilometer zu Kilometer. Es gab jedoch Passagen, wo noch etwas Luft zwischen Gaspedal und Bodenblech war und die A…..backen fest zusammen geklemmt waren.
Dass wir per GPS kontrolliert werden, haben wir nach WP 3 festgestellt. Wir haben uns einmal ziemlich verfahren, haben umgedreht und mussten entsprechend Gas geben um die Zeit wieder aufholen. Das hat der Fahrerverbindungsmann gleich gesehen und versucht uns anzurufen, leider haben wir das Telefon nicht gehört. In der Zwangspause hat er uns gesagt, hoffentlich hat das keiner von der Rallyeleitung gesehen.
In der zweiten Schleife konnten wir uns kontinuierlich verbessert, einmal sogar über 20 Sekunden.
Nach erfolgreicher erster Etappe brachten wir unser Auto in den Park Fermé. Dieser befand sich auf dem 4. Parkdeck eines nagelneuen Parkhauses, wieder first-class.
Am Samstag hieß es wieder, früh aufstehen, frühstücken und 15 min. zu Fuß vom Hotel zum Park Fermé. Hat nicht geschadet und somit war auch die Müdigkeit verflogen.
Vor der ersten WP hat die FIA den Betriebszustand der Feuerlöschanlage kontrolliert. Unser Glück war, dass er es noch vor der ZK gemacht hat und wir somit noch im grünen Bereich waren, es blieb bei einer Verwarnung mit dem Hinweis, das nächste Mal würde er es fotografieren und eine 300 Euro Strafe wäre die Folge.
Hier trafen wir wieder Kathrin und Horsti am Start, natürlich versuchte ich ihnen einen Blitzstart zu zeigen, was beinahe zu einem Frühstart wurde.
Durch den starken Regen der letzten Nacht, war der Gripp entsprechend völlig anders gegenüber dem Freitag. Mit entsprechendem, vermutlich etwas zu viel Respekt, sind wir die Sache angegangen. Ab Mitte der WP hatten bei 100 km/h extreme Vibrationen, die auf einen möglichen Plattfuß weisen konnten. Dem entsprechend bin ich noch vorsichtiger gefahren, um nicht in der WP wechseln zu müssen. Nach dem Ziel alle Räder kontrolliert: der Luftdruck war bei allen vier Reifen bei 2.0 Bar, wo er sein sollte. Der nächste Verdacht war, eine Antriebswelle könnte sich verabschieden. Die folgende Verbindungetappe entsprechend schonend gefahren. Als wir anhielten, um die Helme anzuziehen, stellte sich heraus, dass Matteo Luise das gleiche Problem hatte und auch auf einen Platten getippt hat. Es war jedoch in beiden Fällen das gleiche, die hinteren Felgen waren innen voller festgepresstem Schlamm und Steine. Mit einem Schraubenschlüssel konnte ich teilweise die Felge freikratzen, zumindest so weit, dass ich wieder Vollgas fahren konnte. Der Rest war Arbeit für die Servicecrew.
Der Mittagsservice war für das Team sehr arbeitsreich, da sich eine Mannschaft im Wald gerollt hat. In 40 min. wurde mit Hilfe von Tape, großem Hammer und Können ein wieder fahrtüchtiger Alfa 33 auf die Räder gestellt. Ausgerechnet diese Crew, hatte beim Verladen damit geprahlt 2 Motocross Brillen dabei zu haben. Welch ein Glück, denn die Technischen Kommissare wollten sie mit der kaputten Windschutzscheibe nicht weiterfahren lassen, aber mit Brille war es OK.
Die zweite Schleife dieses Tages absolvierten wir ohne nennenswerte Vorkommnisse und brachten unser Auto und uns auf einen 27. Gesamtplatz ins Ziel. Wir sind mit unserem Ergebnis sehr zufrieden. Es war mal wieder ein Erlebnis zum Erinnern.
Wir danken dem Team Bassano mit all seinen Helfern für die perfekte Organisation und dem Service vor Ort, der Firma Tuning Carenini s.r.l. für ein gut vorbereitetes Auto.
Nicht zu vergessen, den Fahrern und Beifahrern vom Team Bassano, die für gute Stimmung gesorgt haben.
Dem Juha Kukkonen mit seiner ganzen Mannschaft in der Organisation und auf den WPs.
Elke und Peter
