…wenn das Ziel das Ziel ist.
„Das Ziel ist das Ziel – und wir hatten unseren Spaß!“ Unter diesem inoffiziellen, aber für uns absolut goldrichtigen Motto starteten wir, Anna-Maria Kremp und ich, am vergangenen Wochenende bei der Rallye Niederbayern. Anna-Maria saß nach der Oster-Rallye zum zweiten Mal als “Leihgabe” meines Freundes Günther Brückl bei mir im Auto. Während die Spitzenteams um jede Zehntelsekunde kämpften und die Reifen auf den äußerst anspruchsvollen Wertungsprüfungen glühen ließen, stand für uns von Sekunde eins an fest: Wir wollen das Auto in einem Stück ins Ziel bringen, die legendäre niederbayerische Kulisse genießen und vor allem Spaß im Cockpit haben.
Schon bei der Dokumentenabnahme und der anschließenden Technischen Abnahme am Freitag war die Stimmung im Servicepark fantastisch. Das Wetter spielte leider nicht so mit, und der eine oder andere Sponsorenaufkleber wurde eher “irgendwie” befestigt. Den Abend verbrachten wir zusammen mit den Freunden von GB-Motorsport bei Pizza und Pasta. Am Samstag ging es um 7:20 Uhr raus zum Abfahren und Aufschrieb erstellen. Die Streckenführung versprach eine perfekte Mischung aus schnellen Asphaltpassagen, tückischen Kuppen und engen Abzweigen. Uns war klar, dass diese Prüfungen absoluten Respekt und Cochones verlangen.
Am Samstag ging es dann um 12:51 Uhr endlich los. Als wir aus dem Rallyezentrum rollten, war die Nervosität der Vorwochen, auch wegen der Tatsache vier Monate nix gefahren zu sein, wie weggeblasen. Auf den ersten Wertungsprüfungen mussten wir erst unseren Rhythmus finden. Der Aufschrieb passte, die Abstimmung stimmte und mit jedem Kilometer wuchs das Grinsen unter unseren Helmen. Klar gab es den einen oder anderen Verbremser, und auch die Reifenwahl für den Nachmittag war eher „auf gut Glück“ als strategisch perfekt – aber genau das machte den Reiz aus.
Anstatt verbissen auf die Zeitenmonitore zu starren, genossen wir die Atmosphäre an der Strecke. Die Fans in den Zuschauerzonen waren phänomenal und peitschten jedes Auto nach vorne. Im Servicepark wurde beim Regrouping herzlich gelacht, Benzin geredet und auch mal mit Werkzeug ausgeholfen. Am Ende ging unser Plan voll auf: nach den anstrengenden Kilometern rollten wir a bisserl erschöpft, aber überglücklich über die Zielrampe.
Wir haben vielleicht keine Pokale für die absolute Bestzeit mit nach Hause genommen, dafür aber einen Kofferraum voller unvergesslicher Erinnerungen, neuer Freundschaften und die Gewissheit, dass echter Motorsport vor allem von der Leidenschaft und dem gemeinsamen Erleben lebt. Niederbayern, es war uns ein Fest – wir kommen wieder!
Thomas Lang
(Titelfoto: KL rallyefotos)
