Niederbayern Rallye 29.8.2026

…wenn das Ziel das Ziel ist.

„Das Ziel ist das Ziel – und wir hatten unseren Spaß!“ Unter diesem inoffiziellen, aber für uns absolut goldrichtigen Motto starteten wir, Anna-Maria Kremp und ich, am vergangenen Wochenende bei der Rallye Niederbayern. Anna-Maria saß nach der Oster-Rallye zum zweiten Mal als “Leihgabe” meines Freundes Günther Brückl bei mir im Auto. Während die Spitzenteams um jede Zehntelsekunde kämpften und die Reifen auf den äußerst anspruchsvollen Wertungsprüfungen glühen ließen, stand für uns von Sekunde eins an fest: Wir wollen das Auto in einem Stück ins Ziel bringen, die legendäre niederbayerische Kulisse genießen und vor allem Spaß im Cockpit haben.

Schon bei der Dokumentenabnahme und der anschließenden Technischen Abnahme am Freitag war die Stimmung im Servicepark fantastisch. Das Wetter spielte leider nicht so mit, und der eine oder andere Sponsorenaufkleber wurde eher “irgendwie” befestigt. Den Abend verbrachten wir zusammen mit den Freunden von GB-Motorsport bei Pizza und Pasta. Am Samstag ging es um 7:20 Uhr raus zum Abfahren und Aufschrieb erstellen. Die Streckenführung versprach eine perfekte Mischung aus schnellen Asphaltpassagen, tückischen Kuppen und engen Abzweigen. Uns war klar, dass diese Prüfungen absoluten Respekt und Cochones verlangen.

Am Samstag ging es dann um 12:51 Uhr endlich los. Als wir aus dem Rallyezentrum rollten, war die Nervosität der Vorwochen, auch wegen der Tatsache vier Monate nix gefahren zu sein, wie weggeblasen. Auf den ersten Wertungsprüfungen mussten wir erst unseren Rhythmus finden. Der Aufschrieb passte, die Abstimmung stimmte und mit jedem Kilometer wuchs das Grinsen unter unseren Helmen. Klar gab es den einen oder anderen Verbremser, und auch die Reifenwahl für den Nachmittag war eher „auf gut Glück“ als strategisch perfekt – aber genau das machte den Reiz aus.
Anstatt verbissen auf die Zeitenmonitore zu starren, genossen wir die Atmosphäre an der Strecke. Die Fans in den Zuschauerzonen waren phänomenal und peitschten jedes Auto nach vorne. Im Servicepark wurde beim Regrouping herzlich gelacht, Benzin geredet und auch mal mit Werkzeug ausgeholfen. Am Ende ging unser Plan voll auf: nach den anstrengenden Kilometern rollten wir a bisserl erschöpft, aber überglücklich über die Zielrampe.
Wir haben vielleicht keine Pokale für die absolute Bestzeit mit nach Hause genommen, dafür aber einen Kofferraum voller unvergesslicher Erinnerungen, neuer Freundschaften und die Gewissheit, dass echter Motorsport vor allem von der Leidenschaft und dem gemeinsamen Erleben lebt. Niederbayern, es war uns ein Fest – wir kommen wieder!
Thomas Lang

(Titelfoto: KL rallyefotos)

 

 

Niederbayern Rallye 29.8.2026 – Bericht von Alex

Nachdem ich mich dieses Jahr bisher eher auf dem Beifahrersitz rumgetrieben habe und Mane schon oft genug bei uns mitgefahren ist, dachte ich, es wäre an der Zeit, mich mal zu revanchieren und mir seine Fahrkünste aus nächster Nähe anzuschauen. Genau dafür haben Mane und ich uns die Rallye Niederbayern rausgesucht.

Ein paar Tage vorher noch haben wir bei Auto Köchl das Auto durchgeschaut, Servo-Öl-Leckage abgedichtet, Reifen gewechselt, die üblichen Baustellen, die halt so anstehen, und auf der Probefahrt war einem schon mulmig, weil der Motor irgendwie nicht so wollte, wie er sollte.

Um 5:10 Uhr aufstehen, genau meine Zeit, dafür aber mit Abholservice. Mane holt mich ab, Günther und Alex hatten mit dem Seat schon am Vortag die Anreise erledigt und sich den frühen Wecker geschenkt. Das Rallyezentrum war kompakt, Abnahmen ohne Theater, bei der Papierabnahme waren wir natürlich wieder die Letzten. Schlaf geht vor, das ist bei mir Programm.
Los ging es, die Prüfungen rechtzeitig abfahren. Ich kannte die Charakteristik ja schon aus dem Vorjahr, hier ist der Charakter wirklich eher auf der schnellen Seite angelegt. Auch gut, wofür hat man den den 5. Gang, braucht man eh so selten, dafür heute dann mal richtig. Auf jeden Fall haben wir gesagt, das wird heute eine runde Sache, die WPs gefallen uns. Nach dem Abfahren, die Hankooks draufgelassen, und somit Reifen-Wechselzone geschenkt. Wir hätten aber auch gar nichts anderes dabei gehabt.

Vor dem Start dann ein wenig noch mit Günther und Alex, sowie mit Thomas und Anna-Maria geratscht. Man muss ja wissen wie es den werten Club-Kollegen so geht. Auf dem Weg zur ersten WP dann das ernüchternde Bild: Günther und Alex am Straßenrand, Rad daneben, die Stehbolzen waren gebrochen. Was für ein Mist, Ausfall vor der ersten WP. Aber wenigstens nicht mitten auf der Prüfung, sonst hätte das ganze auch ganz anders als so “leicht” wie jetzt ausgehen können.

WP 1 geht ganz ordentlich, Mane fährt eine saubere Linie und nimmt Schwung auf der schellen WP mit. Es passt, Platzierung im Mittelfeld der NC3, danach WP 2. Das große Rätsel Leistung, bergauf wartet man auf etwas Schub wie gewohnt, der einfach nicht kommt. Was ist los, leider scheint die Vanos müde zu sein. Und das gerade auf der WP wo es soviel bergauf geht. Da muss dann leider vor Leistungsmangel auch mal auf der Geraden runtergeschalten werden, Schluchz!!!

Vor WP 3 durften wir eine Stunde stehen, von der wir uns eingeredet haben, der Motor kühlt wenigstens ab. Hat er auch, das Problem war trotzdem noch da. Getankt haben wir davor übrigens ebenfalls und uns grad verschätzt, achtzig Euro für ein Auto, das so durstig eigentlich nicht sein dürfte. Hmmm auch hier, die Motorprobleme machen sich bemerkbar, nicht nur in der liegengeblieben Zeit.

Zweite Schleife dann nochmal besser, was die Fahrweise angeht, wie man sich das vorstellt, ein paar Ecken besser genommen, zwischendrin ein, zwei Stellen, an denen die Leitplanke näher war als einem lieb ist. Mane hat’s trotzdem ruhig gelöst. Leider wieder mit den selben Motorproblemen, vor allem auf WP 2 wieder.

Im Ziel sind wir Mittelfeld, Auto und Reifen haben gehalten, bei anderen in der NC3 ist über den Tag einiges liegen geblieben, wir haben’s aber durchgezogen. Insgesamt ein toller Tag, bis auf Günther und Alex, die 3 Magra-Teams im Ziel. Das alleine ist schon mal Gold wert. Nach dem Ziel und dem obligatorischen Umziehen werden noch 1-2 Hopfen Kaltgetränke genossen bis der Parc ferme aufgeht und wir uns nachdem Aufladen in Richtung Heimat aufmachen.

Niederbayern ist eine Reise wert. Das Skalpell hatte an dem Tag halt etwas zu wenig Klinge, und der Motor darf als nächstes bei Auto Köchl erklären, warum er den ganzen Tag schlechte Laune hatte. Die Vermutung liegt schon nahe, ein Nockenwellensensor soll der Übeltäter sein. Ich bin so oder so aufs nächste Mal gespannt und freue mich!

Alex

Das Team Ring / Grohs (Foto: KL rallyefotos)