Oldtimer Classic Rallye „Fränkisches Seenland“ 15.04.23

Moni Ziebegk ist schuld, dass ich mich an meinem 64igsten Geburtstag nicht bei Kaffee und Kuchen und jede Menge Schampus zu Hause verwöhnen lassen konnte, sondern in einem Mercedes Benz 280 SE Bj.1972 mit meinem Bruder versuchte, Sollzeiten auf das Hundertstel zu treffen. Denn sie hatte mir von dieser Veranstaltung vorgeschwärmt.

Und ich bin ihr dafür ewig dankbar, und vor allem für die fantastische Unterstützung in der Vorbereitung auf die Rallye, denn sie hat mich mit allen Sollzeiten, Schnitten und Erfahrungen versorgt, um einigermaßen mit den doch für uns sehr sportlichen Anforderungen zurecht zu kommen. Sie ist halt absolute Perfektionistin und ich dagegen nur ein lernwilliger Amateur. Und ohne ihre Funkuhr wären wir noch gnadenloser untergegangen, als wir es dann eh schon sind.

Die ganze Familie Macht hat mit großartigem Engagement, vielen Helferlein und Sponsoren eine tolle Rallye mit 8 Wertungsprüfungen mit insgesamt 60 Lichtschranken auf die Beine gestellt. Dabei gab es auch in den recht zahlreichen Pausen immer etwas zu Essen und zu Trinken und einige Randaktivitäten wie Kartfahren und Carrerabahn-Wettbewerb. Also langweilig wurde es definitiv nicht.

Das Starterfeld war schwer beeindruckend. Nicht nur dass sich starke 90 Teams nach Heideck aufgemacht hatten, sondern dass darunter auch hochkarätige Rallye-Fahrzeuge, also mehrere Audi Quattro, ein Stratos, Ascona 400, bestimmt 20 Porsche etc. die 230 km unter die Räder nahmen, ließ uns erahnen, dass wir hier ein anderes Level an Veranstaltung vor uns hatten als was wir bisher gefahren waren. Der schöne Benz war schon ein ziemlicher Exot.

Die Sollzeiten für die längeren Etappen waren ganz gut bemessen, aber trödeln durfte man nirgendswo. Uns machte besonders zu schaffen, dass sich teilweise extrem kurze Prüfungen aneinanderreihten, oft 4 Lichtschranken hintereinander im Abstand von 10 bis 30 m, was wir in dieser Form noch gar nicht kannten. Da wir in der Sanduhrklasse starteten, also ohne Computer mit seinen vielen Möglichkeiten des Zeitabgleichs und dem Runterzählen mit Piepston für ein genaues Zeitsignal, mussten wir uns erst mal eine Strategie zurechtlegen, wie wir diesen Stress bewältigen könnten. Wir haben uns dann für Postits auf dem Armaturenbrett entschieden, was aber im Nachhinein auch nur eine bedingt gute Lösung war, weil es dem Fahrer schon einiges abverlangt, das Zählen des Beifahrers und die Einschätzung des Abstands zur Lichtschranke und den Blick auf die Postits innerhalb von wenigen Sekunden für sich gleichzeitig zu managen.

Neben Fehlern, über die man besser den Mantel des Schweigens hängt, kam noch zweimal das Pech hinzu, dass wir von anderen Teilnehmern oder landwirtschaftlichem Gerät auf den schönen, aber auch sehr schmalen Sträßchen zwischen zwei Prüfungen so eingebremst wurden, dass wir die nächsten Lichtschranken nicht rechtzeitig erreichen konnten und am Ende grandiose 14 Max-Zeiten kassierten. Das war zwar im Gesamtergebnis mit dem 56. Platz niederschmetternd, aber da, wo es „normal“ gelaufen war, hatten wir für unsere Verhältnisse ganz akzeptable Einzelzeiten erreicht, wichtig für unsere Psyche.

Auch gut fürs Selbstbewusstsein waren die Ergebnisse beim Kartfahren und auf der Carrerabahn, auf der wir von allen teilnehmenden Teams den 3. Platz erreichten und sogar einen schicken Pokal mit nach Hause nehmen durften. Schnell sein können wir also noch!

Ein tolles Ergebnis führen die Konstantys mit dem 4. Platz im Gesamt ein, auch Klaus und Moni lieferten mit dem 18. Platz voll ab. Und da der Wettergott auch gnädig war und den angekündigten Dauerregen auf die Heimfahrt am nächsten Tag verschoben hatte, erlebten wir eine tolle Rallye mit einer Siegerehrung, die vor Pokalen und abschließenden Tombola Gewinnen nur so strotze.

HeiCo

Alle Fotos von HRpics Harry Roth, https://www.hrpics.de/

Weitere Bilder der Veranstaltung sind hier zu finden: https://bluesky-spotting.eu/hr-pics/index.php?/category/667

Oldtimer Classic Rallye „Fränkisches Seenland“ 15.04.23