Die erste Alpenfahrt-Rallye fand 1910 statt und ist damit älter als die „Monte Carlo“. 1973 war die Alpenfahrt sogar ein WM-Lauf.
Die „Freunde des Driftwinkels“ haben bereits zum dritten Mal ein „Revival“ für die historischen Automobile ausgerufen. Eine Sollzeit-Rallye.
38 Starter gingen in Melk (Niederösterreich) an den Start. Um das Ganze aufzupeppen, gelang es dem Veranstalter bekannte Persönlichkeiten an den Start zu bringen:
Stig Blomqvist (Weltmeister 1984), Rauno Aaltonen, Sepp Haider, Herbert Grünsteidl, Seppi Pointinger, Gabi Husar u.a.

Jocelyne kam extra aus Frankreich eingeflogen, um mit mir und dem „Nullzwo“ dabei zu sein. Moni Z. und Klaus waren mit dem bekannten E30 angereist.
Die Gesamtstrecke über rund 440 km führte uns auf teilweise Original-Strecken von 1973. Mit den höchsten Spaß hatten wir auf den Schotterpassagen durch die Wälder. Es gab 13 WPs über rund 235 km Länge.
Jedes Fahrzeug hatte einen GPS Tracker angebracht, mit dem die Sollzeiten gemessen wurden. Etwas anders als wir das kennen: der Transponder war an den hinteren Seitenscheiben angebracht. Wir lösen also die Zeitwertung hier aus und nicht wie gewohnt irgendwo an der Front.
Bis zu 32 km lang waren die Prüfungen und es gab eben nur am Ende eine Zeitmessung.
Mit gefällt das. Man fährt viel, kann auch mal die Landschaft geniessen und hat nur eine Zeitmessung.
Der Schnitt mit rund 50 km/h ist in den Bergpassagen recht flott. Wenn man sich mal verfährt, dann kann man den schon nicht mehr erreichen.
Wir haben das Kunststück vollbracht, dass wir bereits in der ersten WP nach 300 Metern einen Abzweig verpasst haben. Tja. Der anschliessende Umweg von rund 3-4 Kilometer brachte uns gleich mal eine Max-Zeit in der ersten Prüfung ein.
Dass wir das besser können zeigt WP2: nur 9/100stel Abweichung.
Kurz vor WP3 dann ein Fehler beim Antippen auf dem Zeitenmonitor: der Countdown blieb bei 34 Sekunden vor der Lichtschranke stehen. Die geschätzte Restzeit lag dann voll daneben = eine weitere Max-Zeit auf unserem Konto.

Die 2. Etappe lief dann besser. Bei 5 WPs haben wir insgesamt nur 1,55 Sek Abweichung gehabt.
Es gab auch eine Sonderprüfung auf dem Wachauring (den kennen viele noch vom Rallyecross). Hier galt es sich auf der ca 1,1 km langen Runde eine Referenzzeit zu setzen und diese dann noch 2x zu wiederholen. Das Ganze dann nochmal in die andere Fahrtrichtung. Ein netter Spaß.
Da es naß war, war die vorgegebene Zeit schwer zu erreichen. Drifts und Dreher waren häufiger zu sehen.
Am nächsten Tag ging´s nochmal auf 4 WPs. Unsere Zeiten lagen zufriedenstellend im 1 bis 3 Zehntel Bereich. Leider haben wir einen dummen Fehler an einer Zeitnahme gemacht und 2 Minuten zu früh gestempelt. Das gab dann nochmal 8 Strafsekunden auf unser Konto.
Nun, aus Fehlern lernen heißt es da. Egal. Der BMW hat gehalten. Das Team hatte viel Fahrfreude auf diesen wunderschönen Strecken.
Am Schluss lagen wir im Gesamt auf Platz 10 (von 33 ins Ziel gekommenen). In der Gruppenwertung wurde es der 5.Platz von 15 Startern.
Wenn es in 2027 wieder eine Alpenfahrt geben wird: wir sind definitiv wieder dabei.
Martin & Jocelyne
