Seit die Rally Tuscan Rewind rund um Montalcino einen neuen Veranstalter und auch einen neuen Namen bekommen hat und vom Frühling in den Winter umgezogen ist, hat sich Einiges getan. Zu den historischen Fahrzeugen sind nun schon zum vierten Mal viele moderne Rallyeautos gekommen, zu viele, wie sich bald herausstellen sollte, denn nicht nur der Zeitplan wurde lang und länger, sondern ebenso die Wartezeiten vor den zweimal zu befahrenden WPs.
Die Zeit für den Aufschrieb war knapp, und so konnten sich die Teilnehmer glücklich schätzen, die auf Notizen aus den vorjährigen Veranstaltungen aufbauen konnten. Trotzdem fanden viele Starter noch die Zeit für einen Shakedown, um sich an ihr Fahrzeug zu gewöhnen und letzte Tests vorzunehmen. Auch die Nachwuchsteams der Skoda Fabia Truppe hatten sich auf einer 2,5 km langen Strecke zur PROVA DI QUALIFICA einzufinden.
Dann ging es endlich los mit der ersten, nur 6,5 km kurzen Wertungsprüfung, genannt Radi, die kurz zuvor noch geteilt werden musste (also in zwei Radieschen). Die Durchfahrt eines klitzekleinen Ortes wurde so zu einer 500 Meter langen Überführung auf Asphalt.
Alles lief gut. Ebenso wie bei der zweiten und dritten WP. Zumindest das Porscheteam Michael und Pfluftl waren zufrieden. Peter und Elke dagegen mussten ihren Kadett bereits am Start zur zweiten WP mit sehr viel Mühe auf ihren Anhänger laden, da sich die Räder nicht mehr drehen wollten.
Nach dem Regen am Trainingstag zuvor und den Minusgraden in den Nächten gab es dann doch tatsächlich auf der ersten Schotter-WP am frühen Morgen des zweiten Rallyetages stellenweise Eis. Die extrem verdichteten Schotterstraßen, von den modernen Vierradlern noch blank poliert und vom restlichen losen Sand befreit, glänzten in der tief stehenden, sehr hellen Morgensonne und wurden so Manchem zum Verhängnis. Auch einem wunderschönen Subaru Impreza WRC, der in einer eigenen Klasse gegen einen Mitsubishi Evo IV startete, kostete das Glatteis einen Teil seiner hinteren Plastikanbauten. Unser Safariporsche drehte eine elegante Pirouette, kam aber unversehrt in den Servicepark zurück.
Doch bald danach setzte die Zündung mitten in einer Prüfung aus, und Michael musste den Motor neu starten. Dies kostete nicht nur wertvolle Zeit, sondern auch etliche Nerven. Die Idee, die verlorene Zeit auf der letzten WP wieder aufzuholen, erwies sich als fataler Fehler: Wieder einmal rutschte der Porsche flott über den Straßenrand hinaus, landete sanft in den Büschen und blieb dort für die nächsten vier Stunden, bis ihn ein Abschleppdienst fachgerecht auf die Straße zurückzog, nach gründlicher Eliminierung des hinderlichen Buschwerks.
Da aber war es bereits tiefste Nacht, und die Rallye schon vorbei. Dem frustrierten Team blieb nichts anderes übrig als die zwischenzeitlich sandaufwirbelnden, zügig vorbeifahrenden Teilnehmer zu beobachten, während die mitgereiste Ehefrau des langen Wartens überdrüssig am Ziel der letzten WP, mitten im Wald mit den Siegern der Klasse A112 fröhlich feierte.
Spät Abends konnten unsere Magraner dann bei einem selber finanzierten Glas Brunello (geschenkt gibt es den edlen Tropfen nur auf der Zielrampe) über ihr Missgeschick grübeln und das nächste Motorsportevent planen.
Moni
