Rallye Kumrovec (HR) 6 .- 7.09.24

Am ersten September-Wochenende sind wir nach drei Monaten Pause in Kroatien die Rallye Kumrovec gefahren, die die Wertungsprüfungen des kroatischen Weltmeisterschaftslauf nutzt. Wer sich den WM-Lauf im Fernsehen angesehen hat, der kennt die Wertungsprüfungen. In Kumrovec ist das Rallyezentrum und der Serviceplatz, wobei – viele Menschen leben da nicht, Kumrovec ist mehr ein Museumsdorf. Das Geburtshaus von Tito steht da, was zur Folge hat, das busweise Touristen herangekarrt werden.

Die Rallye, die zum Mitropa-Cup gehört, kennen wir schon vom letzten Jahr, allerdings hatten wir da nicht so viel Glück und sind nicht ins Ziel gekommen, da wir einen Bremsklotz hinten verloren hatten. Genauer gesagt hat vermutlich ein Stein die Befestigung des Klotzes im Sattel abrasiert und in der Folge ist der Bremsklotz abgängig geworden. Dieses Jahr sollten wir mehr Glück haben, soviel sei verraten!

Die Rallye hat eigentlich keine Geraden, nur Kurve an Kurve. Einmal haben wir 200 geschrieben, aber twisty. Die Straßen sind sehr schmal, außen oft Randsteine, gespickt mit vielen blinden Kuppen. Dahinter geht es wahlweise gerade, links oder rechts weiter, mal mehr und mal weniger. Ein genauer Schrieb ist die Voraussetzung, um überhaupt fahren zu können, der aber an Wert verliert, denn im Gegensatz zum WM-Lauf stehen in den Kurven keine Pfosten und so wird gecuttet, was das Zeug hält. Teilweise eine ganze Fahrzeugbreite und bis zu einem halben Meter tief, zumindest gefühlt. Das Auto schlägt in jeder zweiten Kurve mit dem U-Schutz voll auf. Auch in den 4er Kurven ist das noch so. Die Allradler machen aus einer Asphalt-Rallye eine Schotter Rallye. Nach der Rallye mussten wir den U-Schutz überholen, einige Schrauben und eine Stahlplatte an der tiefsten Stelle hat es weggeschliffen. Dennoch sind das supertolle Strecken.

Da die WPs identisch mit den des Vorjahres waren, konnten wir es beim Besichtigen ruhig angehen und dennoch alle WPs dreimal kontrollieren. Das Wetter war sonnig und heiß, der angekündigte Regen hatte sich verzogen.

Unser Service hätte es fast nicht zu uns geschafft, weil an deren Anhänger eine Stahlplatte, die die beiden Rahmenteile verbindet, durchgebrochen ist. Vermutlich ein Haarriss, den es über die Jahre durchgenackelt hat. Glücklicherweise haben wir vor Ort jemanden gefunden, der uns die Platten nachgebaut hat und so konnten wir das Vehikel wieder fahrfähig bekommen.

Am Freitagabend ging es mit einer 7,5 km langen WP los, die zweimal zu absolvieren war. Erst bei Tageslicht und anschließend für alle bei Nacht. Bei leichtem Nieselregen hat es in WP 1 gleich den Nicki Schelle erwischt, der in einer Rechts 3, die etwas rutschiger war als die anderen, unglücklich raus ist und das Auto so beschädigt hat, dass es vor Ort nicht mehr zu reparieren war.

Der Rest ist schnell erzählt. Der Samstag war immer noch sommerlich heiß und in fast jeder WP waren irgendwo gelbe Fahnen, weil wieder einer draußen lag oder die Technik die Grätsche gemacht hat. Einmal haben wir uns verbremst, wobei ich nicht weiß warum. War es dort etwas staubiger, oder wurde es den Reifen zu warm? Aber egal, im Großen und Ganzen ist es uns gelungen keine entscheidenden Fehler zu machen und sind gut durchgekommen. Ein paar Hoppala-Momente hatten wir dennoch, aber die bleiben nicht aus, bei so einer schwierigen Rallye. Auch wenn ich bei Weitem nicht alles in Deutschland kenne, behaupte ich, dass es eine so anspruchsvolle Rallye bei uns nicht gibt.

Das über die Rampe fahren hat der Veranstalter dann noch etwas langwierig gestaltet, so hat es unnötig lang bis zum Feierabend-Bier gedauert. Ein kleiner Wermutstropfen bei einer ansonsten top organisierten Veranstaltung.

Christoph

Rallye Kumrovec (HR) 6 .- 7.09.24