RGR-Rallyesprint Doppelveranstaltung 29.4.2023

Ich hatte dieses Wochenende nichts wirklich Dringendes auf meinem Kalender. Außer Kathrin zu besuchen, die ist grad auf Kur. Am Chiemsee. Und der ist wiederum nicht weit weg vom Rallyesprint der RGR. Das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, lag ergo nahe. Und mal wieder oktangeschwängerte Luft zu inhalieren, sowie richtig was auf die Ohren zu bekommen. Dabei kam ich nicht umhin, die Gedanken über die Zukunft im Rallyesport schweifen zu lassen. Dazu später mehr.

Die Magra war auffallend zahlreich vertreten, zwei Bierbänke eng besetzt, sowie noch diverse Zaungäste umstehend. Die Zwangsrekrutierung zeigt Wirkung.

Was mir alles aufgefallen ist?

Dass zum Beispiel ein Citroen DS3R3T am Start einen infernalischen Lärm produziert. Wenn du dich dahinter als Zuschauer am Start hinstellst, dann hat ein zünftiger Tinnitus gute Chancen sich am „Stapedius-Muskel“ (der sitzt in der Nähe des Trommelfells) einzunisten. Das war übrigens der Wallner, der ist dann final auf Platz 5 im Gesamt gelandet. Der hat sich zünftig mit dem Retzer Hansi gezofft, der einen Peugeot Rallye 4 in die Schlacht geführt hat. Am Start ist der Unterschied zwischen beiden Autos schon recht deutlich zu hören. Während, wie erwähnt, der Wallner am Start knallt wie sonst was, ist der Peugeot da eher zurückhaltend. Aber nur bis er losfährt, dann nämlich gibt’s beim Schaltvorgang einen deutlich vernehmbaren Knall, der durch die Wälder weithin vernehmbar hallt. Und man erschrickt ein wenig, als Zuschauer.

Da ist das dann schon wesentlich kommoder, wenn die Kollegen Kreuzeder/Ringlstetter gediegen mit dem Bajuwaren durchladen. Kein Geballer, simpel die schiere Kraft angenehm akustisch vernehmbar auf den Boden bringen. Und dabei, aus Freude am Fahren, einmal auf Rang 5, einmal auf Rang 8 durch die Lichtschranke fahren. Akustisch wurden die beiden nur durch den Ederer getoppt, der weiße E36. Der klang schon echt geil. Hat auch einen der beiden Läufe auf Platz 3 beendet.

Und ich stelle jetzt mal eine Behauptung auf, die tut ein bisserl weh: Wenn ich mir vorstelle, dass sagen wir mal in 10 Jahren, (denn irgendwann wird ein schwer innovativer Motorsportler drauf kommen, sowas mal zu versuchen) am Start zwischen all diesen gehegten und „jeflechten“ Motorfahrzeugen, ein Tesla, Gruppe G, mit Dual Motors versehen steht und völlig unspektakulär losfährt, dann wird’s für die Verbrenner-Kollegen eng. Solange das Streckenlayout in etwa dem von Rosenheim entspricht, hat der Elektriker gute Chancen dieses immense Drehmoment zu nutzen.

Zurück nach Rosenheim.

Ich hatte dort die Gelegenheit, mir mal die Toyota Yaris aus der Nähe anzusehen. Die aktuelle Version, (für den schmalen Geldbeutel, brüll) aus dem Hause Gassner nach NC2. Das ist, so glaube ich, die Gruppe F. Alter Schwede, die gehen aber hübsch ab! Gassner Junior hat auch, wie erwartet, alles an möglichen Pokalen abgeräumt.

Was mir auch noch in Erinnerung geblieben ist, dass sich Vater & Sohn Groß einmal auf dem 10ten Rang, sowie einmal auf dem 12ten Rang in die Zeitenlisten gefahren haben. Der Sohn, der verfällt hin- und wieder in Vaters Muster – Hauptsach quer. Sieht aber echt schick aus. Womit wir beim Thema sind, Mitsubishi…Evo 3 – keine Ahnung, wie viele Evolutionen es da gibt. Aber – und ihr könnt mich jetzt gerne steinigen – auf Asphalt sind diese Fahrzeuge für mich „the unsexiest cars ever“. Gleich nach Tesla. Aber können tun die Dinger halt schon was. Wie die Tesla.

Vater und Sohn Stock sind mir auch noch in Erinnerung. Wobei der Matthias, also der Fahreranzug vom Matthias, der mit dem neuen Hologramm, der sah schon sehr Porno aus. Und der 318er vom Matthias, da werden jedes Mal wieder Erinnerungen an den BMW Cup bei mir wach. Das Auto war im Übrigen auch akustisch sehr angenehm wahrnehmbar. Und kurz vor dem Ziel, auf dem Beragab-Stück, sehr brav, sehr spät auf der Bremse, mit kleinen Rauchwölkchen und einem leicht stotternden Motor wieder auf Zug gen Lichtschranke. Der Einsatz wurde immerhin einmal mit Platz 18, sowie einmal mit Platz 19 belohnt. An dieser Stelle gleich die Frage: Michael, hat dein Fahreranzug, der ja so lala aussieht, eigentlich ein Hologramm? Wenn nicht, dann einfach nen neuen kaufen. Dann siehst du auch so gut aus, wie der Filius.

Sportleiter Ring Mane hat sich mit seinem Fahrer Christ Günter so was wie ein „Übergangsauto“ auf/hin/zusammengebaut. Jedenfalls habe ich das so verstanden. Ich konnte leider Mane´s Frage „und, wia war ma?“ nicht eindeutig beantworten. Zum Einen, die Strecken kommen dem Seat nicht wirklich entgegen, zum Anderen macht der auch keinen so herzerfrischenden Lärm. Aber immer noch mehr als – sagen wir mal – ein Tesla.

Zur Garde der letzten Unbeugsamen gehört für mich noch zweifelsfrei die Besatzung Keil/Späth. Der kleine Peugeot hat ja auch schon einige Kapriolen in seinem Rallyeleben hinter sich gebracht. Aber immer noch dabei und auch das sei hier erwähnt, wenn der Christoph auf 3..2..1 die Brennkammern flutet, dann hört der sich an, wie ein Großer. Und zieht ebenfalls recht zügig davon.

Als der Sprint dann zu Ende war, hat sich eine Karawane Zündapp´s, Kreidler´s, Hercules´, NSU Quickly´s und sowas halt auf die WP zubewegt. Und die Burschen sind dann, dem Vernehmen nach die WP als eigene Veranstaltung nochmal gefahren. Alles 2-Takter.

Wenn ich mir das dann elektrisch vorstelle… Nein, das mache ich nun wirklich nicht. Und den Elon Musk würde ich mit der nächsten Rakete gleich höchstpersönlich ins All ballern. Mit Steuerungskomponenten aus dem House „Stock Flightsystems“.

HoLaMü

RGR-Rallyesprint Doppelveranstaltung 29.4.2023