Auch dieses Jahr fuhren wir wieder auf die Insel in der Toskana – es war wie immer “dolce”, aber natürlich ohne “far niente”. Der reparierte und mit vielen Neuteilen auf Vordermann gebrachte Safari-911 war wieder einsatzbereit, und wir hatten vorab sogar alle Elektrikprobleme behoben. Allerdings konnten wir keine Regenreifen für den Wettbewerb erwerben, da Sportreifen aktuell praktisch nicht lieferbar sind. Michelin TB5+ für trockenen Asphalt hatten wir noch, aber wir mußten mit Niederschlag rechnen und kauften daher notgedrungen einen Satz Seriensportreifen (Michelin Pilot Sport 4S in 16″). Dazu später mehr.
Als Unterkunft wählten wir wieder eine Ferienwohnung auf dem Campingplatz Lacona, was sich schon im vergangenen Jahr als gute Hotelalternative herausgestellt hatte. Die Scuderia Magra war ursprünglich mit insgesamt 5 Teams angereist, aber hier sollte sich noch Einiges ändern ….. Peter Göckel erkrankte leider und mußte noch vor Beginn der Rallye zusammen mit Elke wieder abreisen. Damit waren wir noch vier Teams: Peter Hinderer/Chris Heubl (Porsche 911SC Gr. 4), Thomas Zuppardi/Barbara Neri (BMW M3 E30 Gr. A), Sepp und Monika Schölderle (Opel Kadett Gr. 1) und wir mit dem Safari-Porsche.
Allerdings kannte Peter Hinderer zwei befreundete Fahrer, mit denen er gemeinsam die “Mini Challenge” auf der Rundstrecke fährt. Beide sind auch im Rallyesport unterwegs und waren auf Elba dabei: Michael Baltes mit Beifahrer Christoph Kraus auf einem schönen Fiat 131 Abarth Gr. 4, und Beni Weber mit Beifahrerin Melanie Kalinke mit einem ebenso schönen Porsche 911SC Gr. 4 in Almeras-Freres-Lackierung. Nachdem wir uns gleich auf Anhieb gut verstanden, wurde die Scuderia-Magra-Mitgliedschaft von Michael und Beni noch vor dem Start der Rallye besiegelt, und damit waren wir urplötzlich 6 MAGRA-Teams, was für eine internationale Rallye eine lange nicht dagewesene Beteiligung unseres Clubs darstellt. Wären Peter und Elke noch dabeigewesen – die Scuderia Magra hätte wieder Teilnehmerzahlen wie in den späten siebziger Jahren aufgeboten!
Die Wertungsprüfungen der Rallye unterschieden sich nicht wesentlich von denen des letzten Jahres, allerdings waren die Richtungen teilweise umgedreht, so daß unser Trainingsaufwand doch entsprechend hoch war. Der Kurvenreichtum der Rallye war atemberaubend, zehn Wertungsprüfungen mit insgesamt 135km haben auf Elba mehr als 1000 Kurven. Die längste Prüfung war 27km lang, und auch die Nacht-Wertungsprüfung mitten durch Capoliveri (einschließlich Rechts 2 mit Handbremse über die Piazza Garibaldi) war wie immer als Highlight dabei.
Das Wetter war sommerlich, und so konnten wir nach einer technischen Abnahme mit Meerblick ebensolche Wertungsprüfungen genießen. Unsere Zeit in der Nacht-Wertungsprüfung, die am Donnerstagabend gefahren wurde, war nicht besonders gut, aber im Laufe der Rallye lief es immer besser. Schnellster MAGRAner war – wie zu erwarten – Zuppi, der sich mit seinem M3 um den 15. Platz herum etablierte. Sehr schnell war auch unser Neuzugang Beni Weber mit Melanie Kalinke, gefolgt von uns, Hinderer/Heubl und Baltes/Kraus. So hätte es weitergehen können – wenn nicht, wie so oft im Rallysport, Einiges dazwischengekommen wäre.
Als Erste mußten Sepp und Monika Schölderle ihren Kadett abstellen. Auch durch einen nächtlichen Dauereinsatz konnte das Serviceteam Alex Hagenbuchner/Benedikt Eberhard ohne die erforderlichen Ersatzteile die K-Jetronic des Kadett nicht mehr reparieren, und damit war es um das Regularity-Team der MAGRA geschehen. Die gute Tat des Tages konnten die beiden jedoch noch vor Beginn der Veranstaltung für sich verbuchen, als sie der Startnummer 1, dem finnischen Rallyeteam Silvasti/Pietilainen ihr HANS leihen und ihnen so den Start ermöglichen konnten.
Als Nächstes hatten Beni Weber/Melanie Kalinke im Porsche immer weniger Gänge zur Verfügung, bis das Getriebe schließlich ganz aufgab und den beiden das frustierende Erlebnis eines stehenden Autos immerhin mit einem großartigen Meerblick versüßte. Zu guter Letzt ging Thomas Zuppardi mit dem M3 eine zumachende Kurve zu schnell an und lehnte den M3 an einige Bäume. Damit waren nur noch drei MAGRA-Teams in Wertung …..
Der Samstag brachte am Vormittag zwar Bewölkung, aber noch keinen Regen. So konnten wir die ersten beiden Wertungsprüfungen des Tages noch im Trockenen fahren, aber schon im Regrouping war klar: Es wird für die letzten drei Prüfungen naß. Nachdem unsere TB5+ ohnehin am Ende waren, wechselten wir mit gemischten Gefühlen auf die Michelin-Serienreifen. Zu unserem großen Erstaunen waren diese Reifen aber im Nassen beim Beschleunigen, Bremsen und in der Seitenführung hervorragend! In der letzten Prüfung mit 18km Länge konnten wir damit sogar noch einige Plätze gutmachen.
Letztlich war die Rally Elba Storico durch die Verbindung von großartiger Landschaft, italienischen Flair und anspruchsvollen Wertungsprüfungen wieder ein echtes Erlebnis. Wir freuen uns auf das nächste Jahr!
stomi
